Das Vermächtnis des Donald Trump

Das Vermächtnis des Donald Trump scheint vielfältig. Doch ich versuche mich auf das Wesentliche, weil Offensichtliche, zu beschränken.

Und recht viel wird ja (hoffentlich) nicht mehr dazukommen, da seine Präsidentschaft nur noch 1 Tag andauert.

Da wäre zunächst einmal die Mauer zu Mexiko. Nur teilweise erbaut, und deshalb kaum wirksam. Aber sein Prestigeobjekt, mit dem er sich ins Rampenlicht stellen wollte.

Da wären dann natürlich die 400.000 Toten durch Corona. Wobei es müßig ist, darüber zu spekulieren, wieviele davon er durch echte Maßnahmen hätte verhindern können. Wenn man mal von der Lage bei uns ausgeht, und eine 4-fache Bevölkerung ansetzt, so wären ev. 200.000 Tote zu verhindern gewesen. Wenn man denn gewollt hätte.

Jedoch das Credo des DT war immer gewesen „Was bringt mir das“. Und so fuhr er letzten Februar lieber zum Golfen, anstatt das zu tun, was seine Aufgabe gewesen wäre. Aber wie so oft, agierte er nur nach seinen eigenen Maßstäben. Und dazu könnte ein Psychologe so Einiges sagen. Dazu, was daran extrem narzistisch und egoistisch ist. Zumal er immer das getan hat, was er (auch als ImmobilienSpekulant) immer schon getan hat: Mit Macht all das beseite zu drücken, was seinem Image schadet. Oder zumindest es zu ignorieren. So wie die kleinen Kinder, die nicht aufräumen wollen. Erledigt sich meist von selbst.

Nur, da hat ihm das Virus was gehustet. Denn das Virus macht einfach, und kümmert sich nicht um einen DT.

Und DAS hat ihm das Genick gebrochen. Und noch etwas anderes … nämlich die Kraft der Demokratie.

Ersteres, nämlich die 400.000 Toten, haben das, was er am Besten konnte, nämlich „Wirtschaft“, bei weitem in den Schatten gestellt. Wenn man sich vorstellt, dass mit jedem Toten, sagen wir mal, 7 Familien verbunden sind (eigene Familie, Geschwisterfamilien, Elternfamilien, ev. Kinderfamilien etc), dann läuft das auf ca. 10 Mio. Wähler hinaus, die nicht gut auf ihn zu sprechen sind. Nimmt man die zig Millionen hinzu, die ihre Arbeit verloren haben (und das OHNE ein Sozial- und Gesundheitssystem, wie wir es kennen), dann kann man sich vorstellen, was ihm das gekostet hat.

Insofern war das Corona Virus ein Beschleuniger. Vieles von dem, was er getan hat, hat immense Kollateralschäden produziert. Noch nicht überall sichtbar, wäre jedoch im Lauf der Zeit immer sichtbarer geworden. Ob das jetzt die Kürzung der Sozialausgaben war, oder die Erhöhung von Steuern und Zollabgaben, das alles hatte sicherlich keine Auswirkungen auf die Wohlhabenden. Jedoch hat das Virus all diese Dinge an die Oberfläche getrieben.

Und das andere, was ihm das Genick gebrochen hat, waren die Scharen an Wähler, die dieses Mal wählen konnten. Bisher war es so gewesen, dass man es den einfachen Leuten sehr erschwert hat, am Wahltag im Wahllokal zu wählen (man musste sich vorher erst registrieren, was viele davon abhielt mitzuwählen). DAS war einer der Gründe, warum DT vor 4 Jahren gewann. ABER dieses Mal machte man die Menschen darauf aufmerksam und ermöglichte es ihnen, per Brief zu wählen. Etwas, das bei uns schon länger selbstverständlich ist. Endlich konnten alle Wahlberechtigten mitbestimmten.

Und eine weitere Rolle spielte wohl, dass DT immer nur DAS machte, was er immer schon gemacht hatte:
Er setzte das durch, was IHM etwas brachte, sprich Glanz und Gloria, beseitigte die, die nicht mitmachten (die Zahl derer, die er gefeuert hat, war enorm), und setzte das, was er wollte, mit der Macht, die er hatte, durch. Weltweit.

Das Alles garniert mit Lug und Betrug, und v.a. mit FakeNews, die v.a. ER SELBST produziert.

Das Corona Virus hat all das brutal und frühzeitig zutage gefördert – ins Bewusstsein der Menschen befördert. All das was ansonsten ev. erst in einigen Jahren offenbar geworden wäre.

Ausgrenzung, Spaltung, Armut.

Es gibt den Spruch, dass man am Ende sieht, wie ein Mensch wirklich ist. Bei DT ist das noch viel ausgeprägter. Würde man heute die Wahl nochmal durchführen wäre das Ergebnis noch viel eindeutiger. Die offentsichtliche Lüge des Wahlbetrugs, sein angezettelter Sturm auf’s Kapitol, seine Machenschaften noch schnell so viel Geld als möglich beiseite zu schaffen, das hat sicherlich so Manchen die Augen geöffnet.

Und so schlimm das klingt … die Pandemie und ihre furchtbar vielen Toten in den USA, haben letztlich dazu geführt, dass es ab Übermorgen einen Präsidenten gibt, der nicht mehr Donald Trump heißt.

Es bleibt zu hoffen, dass die Welt dadurch ruhiger werden kann, und eine Entwicklung nimmt, in eine Richtung, die zeigt, dass man mit anderen Mitteln sehr viel weiter kommt. Mit so Mitteln wie Consens, Miteinander, Fürsorge, Verständnis, Handeln für die die nach uns kommen.
Jedoch wird die neue Regierung erst einmal viel damit zu tun haben, die Schäden des DT zu glätten. Sprich, das Vermächtnis des Donald Trump zu neutralisieren, und die Gesellschaft in den USA zu befrieden.