Jedes Land braucht Feindbilder

An Herrn Trump kann man das im Moment sehr schön nachvollziehen, wozu Feindbilder dienen.

Zuerst beschließt er diese unsägliche Mauer. Was Mauern bedeuten, können wir Deutsche ganz gut nachvollziehen. Im vorliegen Fall soll Verbrechen und Drogenimport vorgebeugt werden. Und natürlich auch illegaler Einwanderung.

Dass heute schon erhebliche Teile der Grenze gesichert sind, und ca. 40.000 Grenzbeamte für Sicherung und Kontrolle eingesetzt werden, wird dabei kurzer Hand unter den Tisch fallen gelassen.

Dass mit dieser Maßnahme alle Mexikaner in eindeutiger Weise abgestempelt werden, spielt ebenso keine Rolle. Aktionismus und Feinbilder sind da viel wichtiger.

Solche Gedanken, dass Wohlstand auf Kosten anderer gehäuft wird, und man diejenigen, die mit dafür gesorgt haben, auszusperren versucht, sind natürlich verboten.

Was Herrn T gut passt, sind Feindbilder, an denen er die negativen Dinge, die er predigt, festmachen kann.

Nicht nur Mauern können wir Deutschen ganz gut beurteilen. Auch Feindbilder sind aus unserer Geschichte heraus nichts Unbekanntes. Wohin sie führen, sollte uns klar sein.

Zudem hat Herr T jetzt die Einreise von Muslimen gesperrt (ich lasse die Details hier mal weg). Wieder eines jener Feindbilder. Welches Bild damit vermittelt wird, ergibt sich von selbst, denn alle die da kämen, sind Terroristen. Es leben die Feindbilder.

Diese Feinbilder, Mauern und Sonstiges müssten in beide Richtungen wirken!
Sie sollten nicht nur das „Schlechte“ draußenhalten, sondern auch das „Schlechte“ drinnen halten. Denn was nützt es, wenn es dadurch in den USA besser wird, aber überall wo die USA ihre Finger drin haben, genauso schlimm bleibt, wie bisher.

Für mich ist dieser unsägliche Mann zum einen jemand, der über seinen Tellerrand nicht hinaussehen kann, keine Ahnung hat, wie die Dinge zusammenhängen, und sich selbst als gelernten Narzisten, im Mittelpunkt sieht.

Ich kann mir gut vorstellen, dass er sogar an das glaubt, was er da predigt. Allein seine Twitter-Ausfälle bezeugen, wess Geistes Kind er ist. So etwas wie „Fehler“ und „Entschuldigung“ ist ihm sicherlich gänzlich unbekannt.

Ich kann mir nichts vorstellen, was schlimmer sein könnte, als solche Einstellungen, verbunden mit Macht. Bleibt zu hoffen, dass ihn die Steigbügelhalter im Griff behalten.

Und um zum Thema zurück zu kommen: Es war überall und zu allen Zeiten auf der Welt immer ein probates Mittel, Feindbilder ins Zentrum zu stellen, um von der eigenen Unfähigkeit abzulenken. Zwar hat sich diese Unfähigkeit irgendwann ganz von selbst geoffenbart, allerdings meist verbunden mit erheblichem Schaden.

Es grüßt,
das Smamap