Die Sache mit den Speichermedien

Die Sache mit den Speichermedien war immer schon so eine Sache 😉 – und hatte auch immer so ihre Pferdefüße.

Ich gehe im Nachfolgenden von jeweils handelsüblichen PCs aus. Wenn man zeitlich noch weiter zurückginge, hätte man es mit solchen „Brotkisten“ wie mit dem C-64 zu tun. D.h. es gab auch schon vor dem „PC“ etwas. Aber so richtig LOS ging’s damals erst mit dem IBM-kompatiblen PC.

In meinen Anfangszeiten der IT, damals ca. 1980, waren die bevorzugten Speichermedien auf den PCs die 5,25″ Disketten. Sie waren einerseits leicht, zum anderen nicht allzugroß, aber mit begrenzter Speicherkapazität (Festplatten gab es damals noch nicht). Letzteres bedeutete auch, dass die gesamte Software, die es brauchte, um zB einen Brief zu schreiben, sich auf dieser Diskette befand. Und eben der Brief selbst auch. Eigentlich eine feine Sache, denn mit der Diskette hatte man alles bei sich, was es brauchte.

Mit der 5,25″ Disk ging’s los

Man hatte also einen PC vor sich stehen, mit 2 Stück 5,25″ Diskettenlaufwerken. In einem Laufwerk befand sich eine Diskette mit dem Betriebssystem MS-DOS, damit man mit so einem PC überhaupt etwas tun konnte, und im anderen Laufwerk eben die Diskette mit zB dem Schreibprogramm. Auf Grund der sehr begrenzten Speicherkapazität einer solchen Diskette (360 KB (Kilobyte)), waren die Programme sehr klein und im Funktionsumfang begrenzt.

SO sah er aus … mein erster PC

Das änderte sich, als langsam Speichermedien mit größeren Speicherkapazitäten aufkamen. Zu nennen wäre da die 3,5″ Diskette.

eine 3,5″ Diskette von „damals“

Diese war kleiner und hatte dann schon 720 KB an Speicherkapazität. Zeitgleich kamen die ersten Festplatten auf. Ich erinnere mich an meine erste Festplatte mit 20 MB Speicherkapazität. Man konnte endlich sämtliche Dokumente (um bei dem Bsp. zu bleiben) an einem Ort abspeichern, und musste sich nicht mehr als Diskjockey betätigen, der immer einen Stapel Disketten bei sich hatte.

Musste lange suchen, um dieses Bild zu finden: Eine Erweiterungskarte mit aufmontierter Festplatte … SO etwa sah sie aus

Dieser „Vorteil“ war mit dem Nachteil erkauft, dass man seinen Brief auf der Festplatte hatte und, in aller Regel, nur am eigenen PC bearbeiten konnte.

Vergleicht man eine solche Festplattenkapazität von 20 Megabyte mit heutigen Kapazitäten, so ist das absolut unvorstellbar, mit wie wenig man damals auskommen musste und konnte.

Doch weiter auf dem Weg ……… gefolgt wurde die 3,5″ Diskette (was transportable Speichermedien anging) von der CD und diese dann vom Stick.

Das ist – zugegeben – ein etwas unvollständig beschriebener Weg. Denn da gab es auch noch andere (Zwischen)Medien. Aber grob war das die Entwicklung bis heute.

Irgendwie ging es immer darum, die eigenen Daten transportabel bei sich zu haben, um immer dort, wo man dies wollte, daran weiterarbeiten zu können.

Man steckte also die Diskette oder die CD oder den Stick an/in den Rechner und konnte die Datei aufrufen/öffnen. Das Ganze hatte allerdings immer so seine Hindernisse. Entweder stand an dem PC, den man da vor sich hatte, das richtige Diskettenlaufwerk/CD-Laufwerk nicht zur Verfügung, oder die Software war nicht vorhanden, die es brauchte, um die Datei zu öffnen. Und Zeiten, als die USB-Schnittstelle zum Standard gehörte und an jedem PC zu finden war, um dort einen Stick anzuschließen, die sollten erst noch kommen.

Und so kam man also auf die Idee, den ganzen PC mitzunehmen. Denn der hatte ja definitiv alles das, was es brauchte. Nur hieß der PC dann nicht mehr „PC“, sondern „Laptop“ (scherzhaft „Schlepptop“). Später abgelöst durch das Notebook.

Das war er … mein erster „Schlepptop“, der Goupil Golf 286. Zusammengeklappt mitnehmbar!

Alles hatte so seine Vor-/Nachteile.

Denn solange die Dinge nicht standardisiert waren, musste man immer damit rechnen, durch irgendeine Besonderheit am Weiterarbeiten gehindert zu sein. Mal war es, wie schon gesagt, das fehlende Laufwerk, mal die defekte Diskette, mal der nicht lesbare Stick. Hatte man sein Notebook dabei, konnte man normalerweise davon ausgehen, alles „am Mann“ zu haben. Jedoch war man immer noch nicht davor gefeit, eine Datei, die einem der Gesprächspartner zur Verfügung stellte, auch am eigenen Notebook öffnen zu können, um irgendwelche Passagen aus dem Dokument zu kopieren, und diese dann selbst weiterverwenden zu können.

Dies alles wurde erst besser, als die Dinge immer mehr standardisiert wurden. Alle PCs/Notebooks hatten irgendwann USB-Anschlüsse, Dokumente wurden fast immer als Word-Datei abgespeichert/weitergegeben und zwischen einzelnen Geräten konnte man Verbindungen herstellen. Sei es direkt oder über einen Netzwerkanschluss. Auch diese „Verbindungen“ erlebten eine Standardisierung.

Wie überhaupt die „Standards“ das Zauberwort sind.

Anschlüsse am PC/Notebook wurden Standard. Datenformate wurden Standard (z.B. Word). Betriebssysteme wurden Standard. Verbindungen wurden Standard (Bluetooth, WLAN).

Und DANN kamen ZWEI Standards, die alles in den Schatten stellten: Mobile Endgeräte und das Internet!!!

Heute hat man Smartphones in der Hosentasche (oder die etwas größeren Tablets), die (fast) alle mit demselben Betriebssystem laufen, und die ihre Daten und auch die Software für die Ver-/Bearbeitung der Daten aus dem Internet beziehen. Es braucht keine Kabel und keine Anschlüsse mehr und auch keine Speichermedien, sondern nur noch ein kleines Endgerät, das per Funk eine Verbindung mit dem Internet herstellen kann.

Die Word-Datei, um die es geht, ist irgendwo in einer Cloud abgelegt, so dass man von überall her Zugriff darauf hat. Und die Software, um die Datei zu bearbeiten wird auch aus dem Netz geladen. Wobei viele Menschen das gar nicht so recht realisieren, dass dem so ist. Erst dann, wenn das Internet einmal nicht funktioniert, merken viele Anwender, dass dem so ist. Und selbst nicht mal dann!

Und so liegt ein langer Weg hinter den Anwendern. Ein fast 40 Jahre langer Weg. Ein Weg, den sie meist gar nicht kennen. Heute zieht man das Smartphone aus dem Köcher, und macht das, was man gewohnt ist.

Dass das Ganze mal mit einer 5,25″-Diskette losging, wissen die Allermeisten nicht.

Müssen sie ja auch nicht!!!

Doch so toll diese schöne neue Welt auch ist, so abhängig ist man von ihr. Bzw. von den „Betreibern“. Google, Microsoft, T-Online, Vodafone, um nur ein paar zu nennen. OHNE die läuft rein gar nichts.

Trojaner „Locky“

HIER kann man lesen, was der mit Windows-Systemen so anstellt.

Kurz gesagt, verschlüsselt er die Festplatte und gibt sie erst nach Geldzahlung wieder frei.

Was mich schmunzeln lässt, ist die Tatsache, dass die Schadware nur tätig werden kann, so wie das immer ist, wenn der Anwender sie aktiv auf den Rechner lässt.

Anders gesagt, wer unbekannte Mail-Anhänge öffnet oder ebenso unbekannte Office-Dokumente, der ist doch wohl selber schuld?
Und wer dann noch keine regelmäßigen externen Komplettsicherungen, sprich Backup, seines PCs angelegt hat, dem ist ohnehin nicht zu helfen?

Und was mich noch mehr schmunzeln lässt, ist, dass sowas nur Windows betrifft, und ich als Ubuntu-Nutzer mir sowas in aller Ruhe durchlesen kann, und als „betrifft mich nicht“, ablege.
Das enthebt mich natürlich nicht von der Verpflichtung, mein System regelmäßig zu sichern. Denn wenn z.B. meine Festplatte ausfällt, dann ist das Ganze nach einer halben Stunde (Festplatte ersetzen und Backup zurückspielen) wieder am Laufen.

Mag sein, dass aus diesen Worten eine gewisse Schadenfreude spricht. Gebe ich zu. Allerdings entsteht diese einzig aus der Tatsache, dass man immer wieder predigt, wie man sich verhalten oder besser NICHT verhalten sollte, und dennoch wird häufig weiter gemacht, wie bisher. Frei nach dem Motto: Nur aus Schaden wird man klug.

Es grüßt,
das Smamap