Bevorratung

Als ich jüngst jene Meldungen vernahm, wonach wir wieder bevorraten sollen (nur für den Fall des Falles), da kam mir mal wieder meine Oma in Erinnerung.

Sie weilt ja jetzt schon viele Jahre nicht mehr unter uns, aber ich weiß es noch wie gestern, dass Bevorraten eines ihrer Lebensmottos war.

Sie hatte zum einen hinter einer Tür in der Küche eine kleine Niesche, sprich Speisekammer, in der alles diesbzgl. gehortet wurde. Als meine Oma das Ganze mal ausräumte, da kamen (daran erinnere ich mich noch) Streichhölzer zum Vorschein (Feuerzeug war damals noch eher selten), die hätten vermutlich für 10 Jahre gereicht. Ähnlich verhielt es sich mit Nudeln, Reis und anderen dauerhaft lagerbaren Lebensmitteln.

Neben der Speisekammer gab es noch einen Keller, erreichbar über den Hauseingang der Nachbarwohnung. Das Haus war sehr alt, und entsprechend war der Keller gestaltet. Eher ein Gewölbe mittelalterlicher Machart.
Lichtschalter war dort ein Fremdwort. Im Keller gab es Licht nur über die mitzubringende Taschenlampe. Mittels derer konnte man die Regale erspähen, in denen zahlreiche Einmachgläser aufgereiht waren. Von Marmelade bis hin zu den verschiedensten Obstsorten, gab es dort alles, was das Herz begehrte.

Über diese Bevorratung wäre es sicherlich locker möglich gewesen, 1/4 Jahr sich zu versorgen. Dazu kam dann noch der eigene Gemüsegarten. Auf einer Fläche von geschätzt 10 x 10 Meter, wuchs so allerlei. Gelberüben (so heißen nun mal die Karotten in Oberbayern 😉 ), Gurken, Tomaten, Salat, Bohnen, Zucchini … um nur ein paar Sachen zu nennen ….. all das gab es dort zu ernten.

Meine Oma hatte das Bevorraten, in den verschiedensten Ausprägungen, zur Kunst erhoben. Und das hatte seinen guten Grund: Sie hatte als Familienoberhaupt den Krieg erlebt; und danach war es noch üblich, kein Auto zu haben, sondern mit dem Rad und Satteltaschen dran in den nächsten Ort zu fahren, um dort DAS zu kaufen, was man selbst nicht hatte.

Und was machen wir heute …. wir jammern, wenn im Regal des Discounters irgendein Produkt vergriffen ist …..

Es grüßt,
das Smamap