Burkini ???

Vor einigen Tagen hatte ich geschrieben, dass jenes Verbot in Frankreich schlicht deswegen eingehalten werden MUSS, weil es Gesetz ist.
Mittlerweile wurde dieses Gesetz vom Obersten Gericht kassiert
Folglich ist das Ganze jetzt nicht mehr Gesetz, und deshalb gilt, aus meiner Sicht, JETZT ebenso, was Gesetz ist.

Was da jetzt, auch in D, so passiert, dass nämlich jegliche, die sonst eher wenig bis nichts zu sagen haben, auf den Populismus-Zug aufspringen, und ein Verbot fordern, das ist, auch meiner Meinung nach, an geistiger Schmalheit nicht mehr zu überbieten.

Wie gesagt ….. wenn etwas Gesetz ist, dann ist es zu befolgen, ob man das jetzt für gut findet oder nicht. Wenn man es nicht für gut findet, steht es einem in einer Demokratie frei, sich dagegen zu wenden, auch lautstark, und eine Änderung zu fordern.
Also ganz im Gegensatz zu dem, was etwa in Saudi-Arabien, Russland oder der Türkei möglich wäre.

Bis dahin aber ist in einer Demokratie das Gesetz einzuhalten.

Was das Grundsätzliche zum Thema angeht, so kann mir keiner vermitteln, was ein Vollbadeanzug am Strand für eine Gefahr darstellt. Ich kenne hier gebürtige Frauen, die Ähnliches tragen, aus Gründen eines notwendigen, starken Sonnenschutzes.
Ich würde ein solches Verbot als Diskriminierung in Glaubensdingen empfinden. Wenn ich einen Glauben habe, und diesen leben möchte, und dieser Glaube solch einen Badeanzug vorschreibt, dann muss ich ihn tragen dürfen, zumal es unmöglich ist, darunter einen Sprengstoffgürtel zu tragen.

Auf den Populismus-Zug aufzuspringen, und heuchlerisch auf Stimmenfang zu gehen, erscheint mir wenig glaubhaft. Noch dazu, wenn ein solcher Politiker, wie jetzt der Herr Sarkozy, derart viel Dreck am Stecken hat, dass sein Wort nichts gelten sollte.

Aber zurück zum Thema:
Ich hatte in meinem Blog einmal vermittelt (lang lang ist´s her), wie ich mich fühlte, als ich im Kaufhaus einmal plötzlich 3 vollverschleierten Frauen gegenüber stand.

In dem Fall gehe ich absolut mit, dass dies nicht erlaubt sein darf.
Offen gesagt, ich hatte schlichtweg Angst. Ich konnte nicht einmal die Augen der Damen wirklich erkennen. Was jemand, mit unguten Absichten, unter einem solchen Vollschleier verbirgt, möchte ich mir nicht vorstellen müssen. Ich habe dieses Kaufhaus dann auf schnellstem Weg verlassen.

Aber wie auch immer: Solange kein anderes Gesetz gilt, gilt jenes, welches aktuell beschlossen ist. Und Populisten, gleich welcher Machart, die, mit nachvollziehbar sinnlosen Vorschlägen und mit der Angst der Menschen, Politik machen, die sollten mal in einen Demokratie-Kurs gehen, und v.a. zuerst vor ihrer eigenen Haustüre kehren.

Es grüßt,
das Smamap

Die Via Dolorosa

Man könnte meinen, eine ganz normale Straße.

Wenn es sich dabei nicht um den „Leidensweg Christi“ handeln würde, also jener Weg, auf dem Jesus, der Geschichte nach, sein Kreuz getragen hatte.

Heute pilgern zu Ostern Scharen von Gläubigen auf diesem Weg, um das Leiden Christi nach zu empfinden und ihrem Glauben Ausdruck zu verleihen.

Manche haben einzelnen Beiträgen auf meinem Blog sicher schon entnommen, dass ich die Religionen, die auf unserem Planeten existieren, durchaus kritisch sehe.
Dies völlig unabhängig von Namen und Inhalt.
Natürlich kann ich den Glauben, der mir per Geburt, genauer gesagt, per Taufe, zugewiesen wurde, am Ehesten nachvollziehen, auch wenn ich so Manches aus anderen Religionen im Lauf meiner Bildung kennen lernen durfte, was bzgl. Glaubwürdigkeit ein ähnliches Niveau zeigte.

Und so sah ich heute auf „phoenix“ einen Beitrag, der sich mit der Via Dolorosa befasste.

Man sah den Menschen, die dort an Ostern pilgern, an, dass es ihnen mit ihrem Glauben ernst ist. Menschen, die ein Kreuz tragen. Die die Stationen Christi, auf denen er gewandelt war, begehen, dort beten, die Fläche an der Wand berühren, an der sich Jesus abgestützt hatte, und so in Gebete vertieft, den Weg Christi nachgehen.

Und dann kam eine Erläuterung eines Professors, gleichzeitig Theologe seines Zeichens, da zog es mir die Schuhe aus:
Diese besagte, dass die heutige Via Dolorosa damals noch gar nicht existierte. Er formulierte sinngemäß so, dass der heutige Weg außerhalb der damaligen Stadt Jerusalem verläuft, also außerhalb der seinerzeitigen Stadtgrenzen liegt.

Wikipedia sagt dazu:
„Der Verlauf der Via Dolorosa, die Anzahl und die Lokalisierung der Stationen hat im Lauf der Geschichte stark variiert.“
und“…… der Straßenverlauf als auch das Niveau der Stadt (hat sich) über die letzten 2000 Jahre stark verändert …..“

Sollte das heißen, dass ein „Glauben“ es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt? Sollte das heißen, dass das Wesen eines Glaubens auch darin bestehen darf, dass DAS, was man glaubt mit der Wirklichkeit nichts zu tun haben muss, Hauptsache es ist als offizieller Glaube definiert?

Mich erinnerte das an einen Beitrag, den ich kürzlich gesehen hatte, über Karl den Großen. Ein enorm gläubiger Herrscher, der damals in Aachen einen Dom erbauen ließ, als Zeichen des Glaubens, und als Zeichen dafür, wie sehr seine Herrschaft im Glauben verwurzelt ist.
Dort werden heute Reliquien verehrt (ich weiß jetzt keine Details mehr), die alle paar Jahre gezeigt werden, und wo Gläubige Gegenstände mitbringen können, die dann in Berührung mit jenen Reliquien gebracht werden, um quasi ihrerseits zu einer Reliquie zu werden, die man dann verehren kann.
Dabei sei es so, dass eine Reliquie etwas sei, womit ein Heiliger in Berührung gekommen sein SOLL.
Wer ein Heiliger ist, das bestimmt natürlich die Kirche.

Ja, es stimmt, ich bin ein logisch veranlagter Mensch, der aber in seinem bisherigen Leben es jedem Menschen zugestehen konnte, an das zu glauben, was unsere Existenz MIT ausmacht.

Es stellt sich für mich allerdings immer mehr heraus, dass, wenn man genauer hinterfragt, alle menschlichen Glauben, quasi per Definition, auf Dingen Gründen mit deren Wahrheit es nicht weit her ist.
Und wenn es für mich eine einzige Sache gibt, die ein Glauben haben muss, dann ist es die Wahrheit, auf der er gründet.

Da frage ich mich, worin z.B. beim christlichen Glauben, der Unterschied besteht, zu einem Menschen irgendwo auf der Welt, der in seinem Haus einen Schrein stehen hat, in dem sich eine kleine Puppe befindet, die ein Abbild eines Gottes darstellen soll. Und für diesen Menschen ist dies der Gott, der die Welt erschaffen hat. Diese Puppe/Glaube wurde von seinen Vorfahren seit Jahrhunderten an die Nachkommen weiter gegeben, und deshalb stehe es außer Zweifel, dass es sich dabei um den einzig wahren Gott handelt.

Nach wie vor sehe ich es so, dass der Glaube jedes Menschen dessen Königreich sei.
Es wäre allerdings äußerst betrüblich, wenn sich herausstellen sollte, dass er auf Lug und Trug basiert, und somit ein nicht unwesentlicher Teil des Lebens dieses Menschen vergeblich war.

Und damit möchte ich den „Glaubensteil“ meines Blogs abschließen.

Es grüßt,
das Smamap

Mal angenommen ……

…. und bevor jemand aufschreit ….. nur einfach mal angenommen …..

Also mal angenommen, es stellt sich heraus, dass es keinen Gott gibt (oder welches Wort auch immer wir verwenden wollen).

Was würde sich dann ändern?

Ich denke, nicht viel!

Das, was wir Zwischenmenschliches bisher gelebt hätten, würden wir auch weiterhin praktizieren können, und vermutlich auch wollen.
Unter welchem Dach das geschieht oder wie sich das nennt, das wäre letztlich egal.

Was keinen Sinn mehr hätte, wären bestimmte Glaubensinhalte. Also z.B. der Glauben an ein Leben nach dem Tod.  Oder eben der Glauben daran, dass es da ein Wesen gibt, das das Universum geschaffen hat.

Die meisten Grundsätze würden vermutlich weitergelebt. Also etwa, dass man ehrlich ist. Oder nicht ehebricht etc. etc.
Also alles das, was man als moralisch gut empfindet.

Man hätte allerdings keinen Grund mehr dafür, anderen aus Glaubensgründen den Schädel einzuschlagen. Also so etliche Kriegsgründe auf der Welt würden plötzlich wegfallen.

Und letztlich wäre der Mensch plötzlich für alles selbst verantwortlich. Er könnte sich nicht mehr darauf berufen, dass sein Glauben der Beweggrund für alles Mögliche sei.

Und der Mensch müsste sich damit auseinandersetzen, seinem Leben Sinn zu geben, und etwas zu schaffen. Etwas, das bleibt. Er könnte sich nicht mehr dahinter verstecken, dass alles in dem Ziel endet, dass da ein Leben nach dem Tod sei, wie auch immer dieses „Paradies“ in den unterschiedlichen Glaubensrichtungen aussieht.

Und sicherlich müssten sich die ganzen Kirchen, Glauben, Religionen, und was auch immer, fragen lassen, was sie all die Jahrhunderte mit den Menschen getrieben haben. Wobei es natürlich schon so wäre, dass es die Entscheidung jedes Einzelnen gewesen wäre, ob er glaubt oder nicht.

Sicherlich wäre dieser Wegfall der Religionen nicht so einfach zu verkraften, weil viele Menschen auf der Welt darin einen Lebenssinn sehen, den es dann plötzlich nicht mehr gäbe. Die möglichen Reaktionen ließen sich nicht so einfach voraussagen.
Ev. würden sich viele auch selber in die Tasche lügen wollen, um weiterhin etwas zu haben, woran sie sich festhalten können. Wer weiß das schon, was in einer solchen Situation dann passieren würde.

Wie gesagt …. mal angenommen ……

Mein „Glaube“ sieht so aus, dass ich nicht glaube. Zumindest nicht an das, was mir per Geburt verordnet wurde. Und auch nicht an eine der sonstigen Religionen, die, unter anderem Namen, das Gleiche predigen.
In meinen Augen gibt es zuviele Argumente, die dagegen sprechen. Aber das würde diesen Beitrag hier sprengen.

Jedenfalls sollte sich, so meine ich, jeder mal mit dem Gedanken auseinandersetzen, was dann wäre, wenn die Annahme zuträfe. Denn die verschiedenen Religionen haben alle einen Knackpunkt: Sie geben per Definition vor, dass es so ist, wie sie sagen. Einen Beleg, dass es tatsächlich so ist, wie sie vorgeben, bleiben sie alle durch die Bank schuldig. Dem damit zu begegnen, dass sie vorgeben, „Glaube“ brauchen keinen Beleg, ist zwar eine Möglichkeit, die allerdings nichts damit zu tun hat, ob all das real ist, was vorgegeben wird.

Und so gibt es, zumindest für mich, noch den „Glauben“, der da sagt, dass es keinen „Gott“ gibt. Wobei das für mich kein „Glauben“ ist, sondern eine Annahme, die durch ziemlich viele Argumente gestützt wird.

Was meint ihr dazu?

Es grüßt,
das Smamap

Mein Austritt aus der Kirche

Ich bin Katholik. Von Geburt an.

Dass ich noch immer dieser Kirche angehöre, hat nicht mit meinen Glaubensüberzeugungen zu tun, sondern einzig allein damit, dass ich vor ein paar Jahren, als ich schon mal aus der Kirche austreten wollte, dies nicht getan habe, weil man bei der Gemeindeverwaltung damals noch nicht bargeldlos zahlen konnte, und ich kein Bargeld einstecken hatte.

Mein Vorhaben damals, war ausgelöst worden durch die Berichte über Priester, die sich an Kindern vergangen hatten. Auch dadurch, wie die Kirche darauf reagierte.

Aber das war nicht das erste Mal, dass mich die Kirche auf die Palme brachte.

Das erste Mal war, soweit ich mich erinnere, meine Empörung darüber, wie sich die Kirche vehement gegen Empfängnis-Verhütung in der 3. Welt aussprach, wissentlich dabei in Kauf nehmend, dass viele Kinder die ersten Jahre nicht überleben würden, und die Geburtenraten ständig zunehmen, und das Problem verschlimmern.

Es gab noch andere „Ereignisse“, aber das würde den Rahmen hier sprengen.

Was aktuell auslöst, meinen Entschluss jetzt in die Tat umzusetzen, ist der Bericht vom Outing jenes homosexuellen Priesters, wozu der Kirche nichts anderes einfällt, als ihn rauszuwerfen, und sinngemäß davon zu sprechen, dass es schlimm wäre, dass jener Priester dies ausgerechnet vor Beginn der Synode zu Ehe und Familie tun würde, und damit die Kirche einem medienmäßigen Druck aussetze.

Haben die noch alle Tassen im Schrank? Ist es nicht die Kirche, die anderen Lebensarten einem Druck ohnegleichen aussetzt?
Wenn sich die Kirche beizeiten die Themen zu eigen gemacht hätte, um die es heute geht, dann wären jegliche Synoden und jegliche Rauswürfe absolut kein Thema.

Aber nein, da sitzen diese uralten Männer in Rom, in einem Vatikan, der zu den reichsten Institutionen der Welt gehört, schreiben den Menschen vor, wie sie zu leben hätten, ohne Rücksicht auf irgendwelche Verluste. Verluste, die in aller Regel die Menschen zu erdulden haben.

Ich will niemandem seinen Glauben nehmen. Wer einen Glauben hat, wie auch immer er heißen möge, der soll ihn leben.

Soweit ich den Glauben der katholischen Kirche verstehe, hätte ein Jesus diese Dinge niemals für gut geheißen, wie sie heute von den Kirchenoberen gefordert werden.

Mein Vater sagte immer, dass er mit dem Glauben als solches, schon so manches anfangen könne, aber „das Bodenpersonal kannst in der Pfeife rauchen“.

Es hört für mich dort auf, wo die Verfechter eines Glaubens die Menschen dazu zu zwingen versuchen, den Glauben SO zu leben, wie diese Verfechter es sich vorstellen, dass es zu sein habe. Noch dazu, wenn diverse sog. „Glaubensgrundsätze“ auf nichts anderes hinauslaufen, als dass menschliches Leben gebrochen oder gar zerstört wird.
Das Schlimme daran, finde ich, ist, dass so ein Glauben einem per Geburt zugewiesen wird, und man eine ganze Weile im Leben nicht die Möglichkeit hat, sich dem zu entziehen, oder, anders gesagt, frei zu entscheiden, ob man diesen Glauben möchte.
Bei mir war es lange Jahre so, dass ich zunächst als Kind oder gar Jugendlicher gar nicht die Möglichkeit hatte, frei zu entscheiden. Später wollte ich es dann nicht, meiner Kinder wegen. Und wie ich es dann endlich konnte, da war ich teilweise zu faul oder unentschlossen. Und dann, als mein Vater starb, und er beerdigt werden sollte, da war es plötzlich ein Problem, weil er schon Jahre vorher aus der Kirche ausgetreten war. Es war nicht möglich, einen Pfarrer ein paar Worte am Urnengrab sprechen zu lassen.
Wieder zögerte ich, mich zu entscheiden.

Aber das mit dem schwulen Priester, das hat dem Fass jetzt endgültig den Boden ausgeschlagen.

Solange der sich schön brav und artig verhalten hätte, wäre alles wunderbar gewesen. Ob der dabei drauf geht, das wäre der Kirche sch….egal gewesen.

Aber kaum steht er dazu, wird sein Leben zerstört.

Ich kann die Probleme eines homosexuellen Menschen nur ansatzweise nachvollziehen, weil ich heterosexuell bin. Aber selbst das, WAS ich nachvollziehen kann, ist schon schlimm genug.

Ich möchte einer Gemeinschaft nicht mehr weiter angehören, die nach dem Motto handelt „Friss Vogel oder stirb“.

Dies muss niemand so sehen, wie ich das sehe. Jeder muss das für sich selbst entscheiden. Ich habe entschieden, dass ich durch meine „Mitgliedschaft“ es stillschweigend mittragen würde, was „die da oben“ machen oder auch nicht.

Der Gipfel ist ja, dass ich, um austreten zu können, beim Standesamt hier in Bayern 31 € berappen darf. Das war sicherlich auch etwas, was mich bisher davon abgehalten hat.
Aber jetzt ist Schluss.

Es grüßt,
das Smamap