Anonym bleiben

Ich bin jetzt mal dran gegangen, mich zu anonymisieren, was meine PC-Nutzung angeht.

Das betrifft natürlich v.a. meine Aktivitäten im Netz.

Startpunkt war ein entsprechender Beitrag in der aktuellen CHIP.

Was mir immer schon ein Dorn im Auge war, war die Nutzung meiner Daten durch Google. Meine tatsächlichen Daten, und auch die Daten zu meinem Surfverhalten (z.B. besuchte Webseiten), wurden dazu genutzt, um mir Werbung einzublenden.

Damit hört es natürlich nicht auf. Denn Hacker verwenden Daten, die über mich im Netz verfügbar sind, um mir, auf mich zugeschnittene, Pishing-Mails zuzusenden.

In besagtem Artikel heißt es „es ist an der Zeit, dass sich die User ihre Anonymität zurückerobern“. Dem kann ich mich nur anschließen.

Es gibt höchst interessante Veröffentlichungen, was mit meinen Daten alles angestellt, und v.a., was aus meinen Daten alles heraus gelesen wird.
Dies hört natürlich nicht mit meinem PC auf.
Noch gravierender ist dies bzgl. meines Smartphones.

Ich kann nur jedem empfehlen, mal so einen Artikel zu lesen (vor nicht allzulanger Zeit gab es dazu auch eine Doku im TV; wenn ich die mal wieder finde, veröffentliche ich dazu einen Link in meinem Blog).

Wie auch immer, ich habe gestern damit begonnen, meinen PC anonymer laufen zu lassen (wer das nachmachen möchte, wie immer, auf eigene Verantwortung).

Begonnen habe ich damit, dass ich meinen Firefox anonymisierte.
Man kann ja jeden Browser so einstellen, dass keine Daten beim Surfen mitgeschrieben, bzw. keine Cookies abgespeichert werden (also jene Kleindateien, die alles Mögliche sich merken, und den Seitenbetreibern/Google mitteilen).
Im Firefox geht das am Einfachsten dadurch, dass man über „about:config“ in der Adresszeile, die Zeile „browser.privatebrowsing.autostart“ per Doppelklick auf „true“ stellt.
Damit wird der Feuerfuchs künftig dann automatisch immer im Privatmodus gestartet. Das ginge zwar auch anders einzustellen, aber damit wird das automatisiert.

Hinterher habe ich dann noch in den Einstellungen unter „Datenschutz“ die gesamte bisherige Chronik gelöscht (da ist ein Link dort vorhanden), um eben nicht nur nichts mehr zu speichern, sondern auch das, was bisher schon gespeichert war, zusätzlich zu beseitigen.

Seit gestern läuft das jetzt also so, und ich komme weiterhin wunderbar klar.
Es ist natürlich so, dass mir der Browser keine Seitenvorschläge/Autovervollständigungen mehr macht, aber ich weiß auch so, welche Seite ich aufrufen will, und die paar zusätzlichen Buchstaben, um z.B. „wordpress.com“ auszuschreiben, die bringe ich zustande.

Nachdem ich seit ein paar Wochen einen Passwortmanager benutze, sind im Browser auch meine Passwörter nicht mehr abgespeichert. Somit musste ich mir DAZU schon gleich gar keine Gedanken mehr machen.

Als Nächstes habe ich meinen Suchanbieter von Google auf DuckDuckGo umgestellt.
Der macht das Gleiche wie Google, also mir Vorschläge unterbreiten, auf das, was ich suche, aber eben ohne mich zu verfolgen. Auf deren Seite heißt es sinngemäß „was Sie suchen, ist Ihre Sache, und das soll auch so bleiben“ ….. „we don’t track you“.Ich kann also suchen, ohne befürchten zu müssen, dass dabei meine Daten/Surfverhalten aufgezeichnet/übermittelt werden.

Um also künftig DuckDuckGo zu verwenden, statt Google, wenn ein Link eine Suchmaschine anfordert, habe ich im Firefox die Standardsuchmaschine umgestellt. Das geht über die Einstellungen und dort über den Hauptpunkt „Suche“.

Damit wird dann auch über DDG gesucht, wenn man im Browser-Fenster oben in der Suchleiste etwas eingibt.

Worauf ich zu Beginn etwas achten musste, war, nicht gewohnheitsgemäß die Google-Seite aufzurufen, wenn ich etwas suche, sondern eben meinen Suchbegriff oben in der Suchleiste einzugeben.
Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier.

Bis hierher bin ich zunächst einmal vorgedrungen, und arbeite jetzt damit. Wie gesagt, bisher ohne Probleme.

Völlige Anonymität gibt es natürlich nie, aber man kann eben schon so einiges Tun, um nicht Big-Brother ständig die eigenen Daten hinterher zu werfen, und sich immer weiter ein Stück gläserner zu machen.

Ich hätte alternativ auch dazu übergehen können, zum Surfen den Cliqz-Browser zu verwenden (spezielle Firefox-Version mit anonymisierter Suche), aber den gibts für Linux noch nicht (und von Linux, sprich Ubuntu, gehe ich keinesfalls mehr weg, AUCH aber nicht NUR wegen dem Datenausspähen; in o.g. Beitrag ist allein ein längerer Abschnitt zu Windows10 enthalten, wie man die diversen „NachHauseMeldenFunktionen“ abschaltet).

Zudem hätte ich noch mit AntiBrowserSpy dafür sorgen können, dass die sog. „Browser-Fingerabdrücke“ nicht mehr übermittelt werden (z.B. eine Kombination aus den installierten PlugIns, der Browser-Version und der Betriebssystemversion). Aber das wäre eine kostenpflichtige Sache gewesen.

Und zum guten Schluss hätte ich auch noch ein virtuelles System installieren können, um mein Browsen völlig gegen Hackerangriffe abzuschotten. Aber man muss es ja nicht übertreiben.

Oft hilft schon der gesunde Menschenverstand weiter, der nichts damit zu tun hat, dass sämtliche Seiten, Links und eMail-Anhänge schonungslos angeklickt werden.

Mit dem anonymisierten Surfen, und einer Suchmaschine, die meine Daten bei mir lässt, habe ich schon sehr viel verbessert. Es ist ja schon ein gravierender Unterschied, wenn ich kein Postpaket mit Adressaufkleber mehr schnüre, um meine Daten freiwillig an Google und Sonstige Interessenten zu senden, um dann überrascht zu sein, was damit alles getrieben wird.

Das aber wird nur der erste Schritt sein, denn es steht noch das Smartphone an, das ich ebenso vom Paketeschnüren abhalten möchte. Und wenn man sich so ansieht, was man alles akzeptiert, beim Installieren einer App, dann ist das Thema dort noch viel gravierender.

Es grüßt,
das Smamap

Deutsche Sprache, schwäääre Sprache

Heute hab ich mal wieder eine klassische eMail bekommen 😉 😉

Sie lautet:
(Zitat)

Ihr a.poet(ät)gmx.net hat die Speichergrenze 1 GB, die vom Administrator definiert wird, überschritten wird, werden bei 99,8 Gigabyte läuft, können Sie keine neuen Nachrichten senden oder empfangen, bis Sie wieder zu validieren Ihre Mailbox.
Um das Postfach zu erneuern,
Klicken Sie auf folgenden Link: Klicken Sie hier
Danke!
Web-Mail-Systemadministrator!
WARNUNG! Schützen Sie Ihre Privatsphäre. Logout wenn Sie fertig sind und vollständig
Ihren Browser zu schließen.
(Zitat ende)
Manche Hack- oder sonstige Versuche, die heutzutage kursieren, sind wirklich rafiniert. Aber DAS HIER entlockt einem mal wieder ein echtes Schmunzeln.
Es grüßt,
das Smamap

Passwort-Manager die 375-ste

Heute mal wieder einen Hinweis vom Hersteller von LastPass erhalten, zum Thema „Sicherheit“.

Wie berichtet, ist die Passwort-Datenbank mit einem langen Master-Passwort verschlüsselt. In meinem Fall hat dieses 10 Stellen.

Um das noch unmöglicher knackbar zu machen, gibt es die 2-Wege-Authentifizierung. Dabei muss man nicht nur den Benutzer und das Masterpasswort eingeben um Zugang zur Datenbank zu bekommen, sondern man kann noch bestimmen, dass eine zusätzliche Identifizierung erfolgen muss.

Da gibt es verschiedene Methoden, etwa per Smartphone oder per Chip-Karte. Oder aber, für diejenigen, die es möglichst einfach handhaben wollen, ohne zusätzliches Gedöns, eine kleine Tabelle mit Buchstaben, aus der man dann á la Schiffe versenken die Inhalte von 4 Feldern wiedergeben muss (also z.B. den Inhalt des Feldes C3).

Und nur wenn das alles stimmig ist, wird Zugang gewährt.

Ich denke, einfacher und sicherer ist die Verwaltung meiner Zugangsdaten zu sämtlichen Internetseiten nicht machbar. Und ich kann nur nochmal sagen, dass es ein absolut entspannendes Gefühl ist, sich um seine Passwörter (fast) keine Gedanken mehr machen zu müssen.
Jedenfalls erzeugen jetzt Nachrichten über Hacker, die Passwörter gestohlen haben bei i-einem Provider, nur noch ein müdes Lächeln. Zum einen habe ich kein Passwort mehr, das doppelt und dreifach existiert, zum anderen haben meine Passwörter keinerlei Bezug mehr zu mir (also etwa Geburtsdatum), und schließlich ist ein Passwort in NullKommaNichts geändert und in meiner LastPass-Datenbank archiviert.

Es grüßt,
das Smamap