Busfahren leicht gemacht :)))))

Er stand an der Bushaltestelle und wartete.

Lt. Plan sollte der Bus um 17:42 kommen.

Er war froh, dass er die zu erledigenden Dinge rechtzeitig zuende gebracht hatte. SO rechtzeitig, dass er sogar schon 20 Minuten vor der „planmäßigen Abfahrt“ (wie das immer so schön hieß), an der Haltestelle eintraf.

Die Busverbindungen hier auf dem Land waren dünn gesäht, aber immerhin, es gab sie. Und so war er froh, dass er die 5 KM nicht zu Fuß gehen musste, noch dazu bei der Kälte, sondern der Bus ihn zumindest bis zu seinem Wohnort fahren würde. Die verbleibenden 500 Meter bis zu seiner Haustüre, würden dann keine große Sache mehr sein.

Und so wartete er, an die Stange des Haltestellenschildes gelehnt, ohne sich vom Fleck zu bewegen. Minute um Minute verrann. Es wurde 17:30, dann 17:35, dann 17:40, und schließlich 17:45.

Na ja, dachte er sich …. etwas Verspätung ist ja kein Thema.

Als es schließlich 17:50 wurde, begann er sich Gedanken zu machen. Um 17:55 glaubte er nicht mehr so recht daran, dass der Bus noch kommen würde.

Und so machte er sich zu Fuß auf den Weg, und ging die Straße entlang, die der Bus normalerweise fahren würde. Doch an diesem Tag tat er das nicht.

Abends, als er dann so gegen 19:00 Uhr zuhause angekommen war und dann was gegessen hatte, schrieb er eine eMail an den Busbetreiber, um sich zu erkundigen, ob er ev. den Plan falsch gelesen hatte. Er hatte nämlich vor, künftig das ein oder andere Mal diese Buslinie zu nutzen, und da wäre es schon sinnvoll gewesen, sich sicher zu sein, was den Busfahrplan anbetraf.

Die Antwort, die er dann erhielt, erstaunte ihn sehr. Ihm wurde erläutert, dass der Bus sehr wohl an der Haltestelle vorgefahren wäre. Das sei auch mittels der aufgezeichneten GPS-Daten nachweisbar. Nachdem die Daten nicht manipulierbar seien, stünde fest, dass der Fehler nicht beim Busbetreiber liege.

Und so stand er also da, und musste sich sagen lassen, dass nur noch das zählt, was datenmäßig festgehalten ist, und dass das eigene Erleben nicht mehr zählt.

Er empfand es zudem als traurig, dass man nicht einmal den Versuch gemacht hatte, auf seine Schilderung einzugehen, und SO eine Möglichkeit zu finden, dass DOCH sein kann, was nicht sein darf.

Er hoffte, dass dies ein Einzelfall bleiben würde, denn schließlich hatte er versprochen, in der Winterzeit bei einer Freundin Schnee zu räumen, wenn dies erforderlich wäre, um dann hinterher mit genau dieser Buslinie wieder nach Hause zu fahren. Zu Fuß nach Hause zu gehen, wäre dann unmöglich. Da würde ihm, genauso wenig wie jetzt, auch kein GPS weiterhelfen.

Eine Geschichte, wie aus dem richtigen Leben.

Es grüßt,
das Smamap