Die Sache mit den Bankgebühren

Viele Menschen machen sich keine Vorstellung, was sie jedes Jahr an Bankgebühren für ihr Girokonto zahlen. Eine Reportage im TV heute, hat das wieder mal bestätigt.

Bankgebühren

Wenn man sich mal hinsetzt, und überschlägig zusammen rechnet, kommt man auf erstaunliche Beträge.
Ich nehm jetzt mal Zahlen, die ich aus meiner Umgebung selbst so kenne, und versuche das nachzuvollziehen.

Der eine hat ein All-inklusive-Paket, und zahlt dafür 13 € im Monat. Macht im Jahr 156 € an Bankgebühren.

Der andere zahlt weniger Bankgebühren für sein Paket, nämlich 5 €, hat darin 5 Buchungsposten enthalten, zwar kein Online-Banking, aber denkt, damit käme er schon klar. Dass unter „Buchungsposten“ ALLES fällt, was auf dem Konto so passiert, also z.B. auch Barabhebungen, darüber macht er sich keine Vorstellung. So kommt er auf 20 Positionen im Monat, also 15 zu zahlende, und dazu kommt noch allerlei Sonstiges, wie Bankkarte, Papierüberweisungen etc etc etc. Die 100 bis 150 €, die er dann pro Jahr zahlt, sind dann keine Überraschung.

Derlei Bankgebühren, die die ach so armen Banken verlangen müssen, sind in meinen Augen horrend bzw. Wucher.

Ich hab jetzt seit Jahren ein kostenloses Konto bei einer Bank ohne Filialen (die DKB), mit allem Drum und Dran. Also auch Online-Banking, kostenlose Geldautomaten und sogar eine kostenlose Visa-Card. Die 150 € Gebühren pro Jahr, die spare ich mir (ist bei mir fast schon eine halbe Monatsmiete). Das Einzige wofür ich dort etwas zahle, ist die Überziehung meines Kontos (Dispo). Und auch dafür zahle ich keine 10-15%, wie anderswo, sondern 7%.

Es gibt eben Banken, die zeigen, was geht. Und es gibt andere Banken, die zeigen, dass derlei absolut unmöglich machbar ist (sagen sie zumindest).

Bleiben 3 Fragen:

  1. Braucht man eine Bankfiliale? Antwort: NEIN
    Was macht man überlicherweise mit seinem Konto? Überweisen, Dauerauftrag, Geld abheben. Die ersten beiden Dinge gehen online, Geld kann ich mit meiner Visa-Card überall kostenlos vom Geldautomaten holen (die Karte wird am Monatsende, über mein Bankkonto, ausgeglichen) und selbst wenn ich das nicht möchte, mit Visa-Card Geld abheben, dann kann ich beim Einkaufen (z.B. Netto oder Rewe) an der Kasse Bargeld mitnehmen (kostenlos).
  2. Was mache ich, wenn ich mal Geld einzahlen möchte?
    Antwort: Diesen höchst seltenen Fall erledige ich dadurch, dass ich das Geld einem nahen Verwandten oder sehr engen Freund in die Hand drücke und darum bitte, es mir zu überweisen. Wie gesagt, ein absoluter Seltenst-Fall, denn zum einen tritt das eben nahezu niemals auf, und wenn doch, wieso soll ich Geld einzahlen, wenn ich es demnächst ohnehin wieder abhebe. Und größere Beträge erhalt man üblicherweise nicht bar, sondern ohnehin als Überweisung.
  3. Was ist zu tun, um zu einer kostengünstigeren Bank zu wechseln?
    Antwort: Das ist seit ein paar Monaten höchst einfach, weil die neue Bank von der alten Bank alle Daten erhält, was so Daueraufträge, Lastschriften etc. angeht, so dass der frühere Aufwand, dass man Gott und die Welt informieren musste, wegfällt. Das ist mittlerweile Gesetz, und die Banken MÜSSEN das so machen.

Es gibt also absolut keinen Grund mehr, sich ergeben in sein Schicksal zu fügen, und bei der bisherigen Bank zu bleiben, die einem Jahr für Jahr erhebliche Beträge an Bankgebühren aus der Tasche leiert.

Wer es dennoch tut, hat zuviel Geld, und dem ist nicht zu helfen.

Bleibt noch das Thema Bargeld (deshalb, weil es eine Rolle spielen könnte, wie oft man Bargeld braucht, was für Manche ein Argument ist, eine Filiale haben zu müssen).
Wozu braucht man heute noch Bargeld? Gut, für den Bäcker, die Eisdiele oder z.B. den Obst-Laden oder die Einzel-Busfahrkarte. Überall sonstwo kann man mit seiner Girokarte zahlen. JA, es gibt Gewohnheiten. Genügend Menschen gehen zur Bank, heben dort Geld ab, um es dann im Supermarkt an der Kasse abzugeben. Den Weg zur Bank, können sie sich genausogut sparen. Ob sie die Karte jetzt dem Banker/Geldautomaten in die Hand drücken oder der Kassiererin im Supermarkt, das ist Jacke wie Hose.

Wenn man es darauf anlegt, dann genügen einem im Monat 50 € Bargeld (wenn überhaupt nötig). Man nimmt also 1x im Monat an der Discounter-Kasse 50 € in bar mit, und gut is. Etwas anders mag es in der Familie mit Kindern sein. Aber selbst da hält es sich in Grenzen. Es mag dann sogar so sein, dass einem die Kinder zeigen, wie es ohne Bargeld auch geht.

Ich behaupte, dass wir in 10 Jahren kaum noch Bankfilialen haben werden. Teils deswegen, weil die Bankkunden keine mehr brauchen, aber noch mehr deswegen, weil die Banken die Kosten dafür einsparen wollen/müssen. Ob wir Kunden dann beizeiten dafür gesorgt haben werden, uns von Filialen unabhängig zu machen, liegt allein an uns. Die Vergangenheit zeigt jedenfalls, dass die Banken keinerlei Problem damit haben, die Kunden vor vollendete Tatsachen zu stellen.

Es grüßt,
das Smamap

Ehrlichkeit währt am Längsten

Die europäische Zentralbank hat ja jetzt den Leitzins auf NULL gesenkt.

Das zu bewerten, dazu habe ich nicht das Wissen.

Was ich allerdings bewerten kann, ist das Verhalten unserer Banken gegenüber dem Privatkunden.

Da wird schamlos hingelangt bis die Schwarte kracht.

Dispozins und Kontogebühren sind nur 2 Beispiele.

Sich das Geld anderswo zum Nulltarif holen, und dann noch satt beim Kunden für dasselbe Geld abkassieren, was den Dispo angeht.

Kontogebühren ….. dasselbe Spiel: Beim Kunden satt abkassieren, und gleichzeitig mit dem Geld, das sich auf dem Konto befindet, arbeiten.

Gleichzeitig den Service direkt am Kunden immer weiter reduzieren. Alles Mögliche ist über Automaten zu erledigen.

Das, was da alles kassiert wird, wird damit verargumentiert, dass man ja schließlich ein Filialnetz unterhalte. Alles nur vorgeschobene Argumente, wie ich finde. Die Bilanz muss halt stimmen.

Und so habe ich mir gedacht ….. wozu brauche ich eigentlich eine Filiale?
Ich hatte immer schon parallel ein Konto bei einer Online-Bank, zum NULLTARIF. Und kürzlich stellte ich überrascht fest, dass alles das, was ich bisher bei meiner Filialbank (Sparkasse) erledigte, auch ohne Probleme Online zu machen ist.
Das Einzige, was SO halt nicht geht, ist Geld abheben bzw. einzahlen. Nun ja, so ganz stimmt das auch nicht, denn die Onlinebank stellte mir schon vor geraumer Zeit eine VISA-Card zur Verfügung, mit der ich deutschlandweit (fast) überall kostenlos Geld abheben kann. Die VISA-Card kostet ……. NICHTS.
Es kann natürlich so 2-3 Mal im Jahr passieren, dass ich was einzahlen muss. Aber da gibt’s auch Möglichkeiten. Die Einfachste wäre sicherlich, das Geld jemand in die Hand zu drücken, mit der Bitte, es auf mein Konto zu überweisen.

Warum ich für das alles 60 € im Jahr an Kontokosten und -gebühren zahlen soll, wenn ich gleichzeitig ausgenommen werde, wie eine Weihnachtsgans, und die Bank immer weniger zahlt für die Geldbeschaffung, das vermochte sich mir nicht mehr zu erschließen.

Und so habe ich gestern mein Konto aufgelöst. Das wurde mir noch am selben Tag bestätigt, und das Restguthaben war heute bereits auf meinem Online-Konto.

Fall erledigt.

Es grüßt,
das Smamap

DAS nennt man SERVICE

Ein Kunde geht zu seiner Bank, um dort am Automaten eine Überweisung einzutippen.

Er sieht dabei die allerorten aufgestellten Schilder, dass ab 01.02.2016 auch die Übergangszeit für Bankleitzahl und Kontonummer vorbei wäre und Überweisungen ab dann nur mehr per IBAN angenommen werden können.

Nun, denkt er, das ist ja kein Problem, weil am Automaten kann ich ja schön BLZ und Kt.Nr. eingeben, und der macht dann die IBAN draus. So kann ich die Bankdaten, die ich im Kopf habe weiterhin nutzen.

Sicherheitshalber fragt er anschließend am Bankschalter nach. Doch die Dame dort teilt ihm mit, dass auch das dann nicht mehr möglich sein wird.

Er versucht mit ihr in eine Diskussion einzusteigen, dass das schon unsinnig sei, weil es keinen Grund gäbe, dem Kunden diese Möglichkeit zu nehmen. Für die Bank sei es ein relativ geringer Aufwand in Form einiger Programmzeilen in der Software, und zudem würde ohnehin letztlich die IBAN erzeugt und weitergereicht.

Aber die gute Dame wehrt sich mit Händen und Füßen gegen die Annahme, dass das ein guter Service sein könnte. Denn irgendwann müsse ja schließlich Schluss sein mit dem alten System. Zudem würde das zentral gesteuert und sowas würde ja auch nur Kosten verursachen. Außerdem kämen nur noch relativ wenige Kunden, die keine IBAN verwenden.

Der Kunde hat die Diskussion letztlich mit den Worten beendet: Lassen wir es an dieser Stelle dabei bewenden, bringt nix. Es ist nur nicht schön, dass wieder ein Service gestrichen wird.

Meine Meinung dazu: Mit solchen Verfahrensweisen werden es die Banken nie schaffen, ihren Ruf zu verbessern. Auf der einen Seite wird der Service immer mehr reduziert bzw. auf unpersönliche Automaten verlagert, und auf der anderen Seite einem das Geld aus der Tasche gezogen. Ich erinnere nur an den Dispozins von 10% und mehr, der in meinen Augen staatlich legitimierter Betrug ist, wenn man sich ansieht, zu welchen Konditionen die Banken sich heute ihr Geld beschaffen können. Gleichzeitig werden für die Konten Gebühren kassiert, und auch noch an dem Geld verdient, dass sich zeitweise auf den Konten befindet, indem man damit arbeitet.
Aber mit einem Banker darüber zu diskutieren, das wäre so hoffnungslos wie der besagte Kampf gegen Windmühlen. Letztlich zählt nur die Bilanz.

Ich stamme, im Grunde genommen, aus einer Bankerfamilie. Will sagen, mein Vater und auch mein Großvater waren beide in Banken beschäftigt und haben es dabei einigermaßen weit gebracht.
Wenn man sich heute ansieht, wie Bankkunden behandelt werden, und welchen Service sie erfahren, das war früher absolut unvorstellbar. Und heute verstehe ich meinen Vater, warum er sich aus der Mühle irgendwann mal verabschiedet hat, mit den Worten: Die Entwicklung, die das Ganze nimmt, mache ich nicht länger mit.

Der o.g. Kunde wird vermutlich sein Konto bei besagter Bank auflösen. Das ist SEINE Möglichkeit, auf die Verhältnisse zu reagieren. Er wird wohl seine Bankgeschäfte künftig nur noch über sein Online-Konto einer bekannten Großbank abwickeln. Dort kostet das Konto nichts, eine Kreditkarte ist inbegriffen und der Dispozins beschränkt sich auf etwa 7%. Und dort kann er auch weiterhin BLZ und Kt.Nr. eingeben. Und er muss auch keine Diskussion führen, in der sein Gegenüber sich nicht die Mühe macht, Verständnis zu zeigen (auch wenn er nur so täte).

So geht Service.

Es grüßt,
das Smamap