Arztbesuche sind manchmal Erlebnisse

Heute hab ich mal wieder meinen Orthopäden beglückt.

Zunächst war ich eine halbe Stunde zu früh dran, aber ich wollte mich eh nur anmelden, und Auskunft einholen, wie lange wohl die Wartezeit wäre, um dann weiter zum Bäcker zu wandern.

Nach anfänglichen Verständigungsschwierigkeiten an der Anmeldung, weil nämlich oben die Handwerker am Arbeiten waren, einigte man sich auf eine halbe Stunde.

Bei Rückkehr, meldete ich mich artig zurück, und begab mich in den Wartebereich.

Und dann gings los …… ein Handwerker hatte wohl eine neue Hilti bekommen. Jedenfalls legte er da oben los (unsichtbar, weil der Bereich abgeschottet war), als gäbe es kein Morgen. Der Kollege wollte sich nicht lumpen lassen, denn sobald Hilti eine kurze Pause einlegte, maulte er mit seinem Baby-Geräte (so hörte es sich zumindest an) zurück.

Das Problem ….. das ganze ist ein Ärztehaus, und es ist dort gut eingeübte Praxis, dass die Sprechstundenhilfen meines Orthopäden (eigentlich sind es drei), von ganz hinten immer lautstark den Namen rufen, damit klar ist, wer den nun kommen soll.

Mangels Ruhephasen, blieben die Rufe aus.

Wenn dann doch mal eine Minipause entstand, war ein kurzer trockener Ruf zu hören, dessen Nachhall schon wieder in der Hilti unterging. Die Patienten waren aber offenbar alle mit gutem Gehör ausgestattet. Hatte aber auch damit zu tun, was ich feststellte, als MEIN Name aufgerufen wurde, dass man auf seinen eigenen Namen akkustisch ganz besonders getrimmt ist.

Jedenfalls saß ich dann im Sprechzimmer, und als mein Arzt kam (ich kenne ihn immer schon als lustigen und humorvollen Menschen), meinte ich nur, wie lange er das denn schon aushalten müsse. Er meinte 2 Wochen. Und das alles nur deswegen, so seine Erläuterung, weil lt. neuer Gesetzeslage jetzt ganz besondere Hygienevorschriften einzuhalten seien, und deshalb müssten jetzt längjährig hervorragend bewährte Verfahren über den Haufen geworfen werden (die machen ambulante Eingriffe), was sich in entsprechenden Umbauten niederschlagen würde. Wer das alles bezahlt, würde natürlich keinen interessieren.

Mein Besuch war ansonsten recht kurz gehalten, und diente nur der Bestandsaufnahme, und der Erstellung einer Verordnung, und anschließend war ich ganz froh, dass ich das Etablissement eilenden Schrittes wieder verlassen könnte. Die Begleitmusik war dann doch etwas stöhrend.

Ich war dann noch kurz bei der Krankenkasse (liegt nur einige Hundert Meter entfernt), um die Vorordnng dort genehmen zu lassen.

Das ging natürlich nicht sofort, sondern erfordert extra Bearbeitung, und man würde es mir zusenden. Auf dem Weg dorthin, stellte ich fest, dass meine Sonnenbrille im Eimer ist (Gestell gebrochen).

Auf dem Rausweg traf ich die Patientin wieder, die in der Praxis mir genau gegenüber gesessen hatte. Wir waren uns einig, dass es erholsam sei, dort wieder raus zu sein. Auf die Frage, wie lange sie denn dort gewesen wäre, meinte sie „1 Stunde“.

Wäre für mich unvorstellbar gewesen, diesen Lärm 1 Stunde auszuhalten. Die 20 Minuten, die ich dort war, waren für mich schon grenzwertig. Nun gut, ich muss dazu sagen, dass ich, was Lärmmonströsitäten angeht, immer schon sehr empfindlich war.

Und so hatte ich also viel Lärm, eine kaputte Sonnenbrille, keine Verordnung und einen netten Plausch mit jener Dame (vermutlich zu jung für mich), als Ergebnis dieses Nachmittags.

Man könnte auch sagen: Viel Lärm um Nichts.

Es grüßt,
das Smamap

Willkür allenthalben?

Ich erzähle eine Geschichte. Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten, wären natürlich rein zufällig.

Stellen wir uns einen Menschen vor, nennen wir ihn Felix, der in einer Stadt in unserem Land lebt.

Felix hat in den letzten Monaten bis Jahren so einige Dinge erlebt, die ihm zu denken geben.

Er gehört sicherlich nicht zu den Menschen, die grundsätzlich gegen Alles sind, und von Berufs wegen notorisch nur das Schlimmste sehen bzw. wegen allem und jedem einen Streit vom Zaun brechen. Eigentlich führt er ein relativ ruhiges Leben, darauf bedacht, sich in die Gemeinschaft einzufügen, und es weitgehend jedem recht zu machen.

Allerdings stößt er immer wieder auf Dinge, geben die er nichts ausrichten kann, ihnen quasi machtlos gegenüber steht, diese häufig als völlig unsinnig empfindet, sich aber dennoch danach richtet.
Meist deswegen, weil diese Dinge „von oben“ kommen, und er nichts daran ändern kann, so sehr ihn Manches davon oftmals ärgert.

Erst kürzlich hatte er sich einen neuen Personalausweise beantragt, weil nach seinem letzten Umzug, sich die Meldebehörde geweigert hatte, die geänderte Adresse auf seinem alten Ausweis einzutragen. Der Ausweis wäre ungültig, so sagte man ihm, weil er rundherum den Rand abgeschnitten hatte.
Nun, das hatte er schon vor Jahren gemacht, damit er den Ausweis in seiner Geldbörse unterbringen konnte. Seltsamerweise hatte sich nie jemand daran gestört. Er war schon mehrmals umgezogen, und keine Meldebehörde hatte das bisher beanstandet. Er hatte damals ja auch sehr darauf geachtet, dass er bei seiner Schneideaktion keine Daten verletzte oder gar entfernte.
Jetzt plötzlich erklärte man seinen Ausweis für ungültig. Den dies sei im Gesetz festgelegt. Also musste er einen Neuen beantragen. Trotz aller Steuern, die er täglich zahlte, ob jetzt über die MWST. oder irgendwelche sonstigen Abgaben, über Lohnsteuer oder was auch immer, musste er den neuen Ausweis selbst bezahlen. Also legte er dafür 30 € auf den Tisch. Selbstverständlich musste er den Betrag im Voraus zahlen, ohne jegliche „Ware“ dafür zu bekommen.

Seit er Unterstützung vom Staat bezog, einen Zustand, den er sich niemals in seinem Leben hatte vorstellen können, musste er jeden € 3x umdrehen, bevor er ihn ausgab. Man hatte die staatliche Unterstützung, die man erhalten konnte, auf das kleinstmögliche vorstellbare Maß heruntergerechnet, so dass es eig gar nicht möglich war, mal eben 30 € für einen Ausweis auszugeben. Aber das interessierte natürlich niemanden.

Also ging er zur Bank, hob 30 € von dem Geld ab, von dem er eig Lebensmittel kaufen müsste, um damit seinen Ausweis zu bezahlen.

Das würde beim Amt, von dem er monatliche Unterstützung erhielt, natürlich niemanden interessieren. Was dort interessierte, waren allein die Paragraphen. Und diese wurden sehr willkürlich ausgelegt, und immer in die Richtung, dass möglichst nichts bezahlt werden müsste. Schließlich war das ja alles das Geld des jeweiligen Sachbearbeiters.

Bisher war es in nahezu allen Fällen so gewesen, dass wenn er etwas beantragte, dieser Antrag zunächst einmal abgelehnt wurde. Felix hatte es sich angewohnt, nachdem er so Einiges dazu gelesen hatte, wie Behörden so verfahren, alles in Frage zu stellen, was von Behörden kam, und mit Geld zu tun hatte, das er zu bekommen hätte.
Seltsamerweise stellte sich heraus, dass immer dann, wenn „das Amt“, wie er es nannte, einen Antrag abgelehnt hatte, und er dann Widerspruch einlegte, diesem dann in aller Regel stattgegeben wurde. Und im Lauf der Zeit erkannte er dahinter ein System.
Viele würden den Widerspruch auf sich beruhen lassen, und das Amt somit Geld sparen. Felix aber hatte herausgefunden, dass er auf ein paar Sachen Anspruch hatte, und diesen wollte er durchsetzen. Zumal er im Netz erlesen hatte, dass es wohl häufig so sei, dass das Amt erstmal versuche, etwas abzulehnen, und sich so 50% aller Dinge von selbst erledigen würden.

Viel wollte er ja nicht. Und nach Möglichkeit versuchte er immer, die Dinge, die er brauchte, sich selbst anzuschaffen. Aber Manches überstieg einfach seine Möglichkeiten.
Er war ja völlig unverschuldet und ohne Absicht in diese Situation geraten. Er wollte niemals Unterstützung vom Staat haben. Aber jetzt nach 25 Jahren Berufstätigkeit war dies nicht zu vermeiden gewesen, und, so sah es zumindest aus, würde sich wohl auch nicht mehr ändern lassen.

Und so hatte er also dann beim Amt einen gebrauchten Kühlschrank beantragt. Abgelehnt.
Und eine gebrauchte Waschmaschine. Abgelehnt.
Kurz danach hatte er einen Kleiderschrank und einen eHerd beantragt. Auch gebraucht. Abgelehnt.

All diese Sachen, hatte er selbst nie gehabt, weil es stets in den Wohnungen drin war, in denen er gewohnt hatte.

Auf all die Dinge, die er da beantragt hatte, hatte er einen Anspruch lt. Gesetz. Das interessierte aber dort niemanden. Man führte einen Paragraphen an, wonach das abzulehnen sei.
In allen Fällen hatte er mit seinem Widerspruch Erfolg. Er musste sich dazu ausgiebig mit dem Thema auseinandersetzen, und seinerseits Paragraphen wälzen. Und selbstverständlich ließ sich das Amt mit der Bearbeitung seiner Angelegenheiten regelmäßig sehr viel Zeit. Wehe sie forderten irgendwas von ihm. Sofort war von Mitwirkungspflicht die Rede, und wenn man dieser nicht nachkomme, würden Sanktionen ausgesprochen (was immer hieß, es würde Geld gestrichen). Aber wenn Felix etwas vom Amt zu bekommen hatte, dann ließen sich die Herrschaften dort immer massenweise Zeit. Einmal ging es sogar soweit, dass er Untätigkeitsklage erheben musste …. und plötzlich ging’s und er bekam sein Geld.
Dass er das Geld z.B. für den Kleiderschrank schon 1/2 Jahr zuvor verauslagt hatte, und wieder einmal ein paar Monate lang das Geld für’s Essen nicht reichte, das interessierte dort natürlich niemanden.
Und regelmäßig wurde letztlich dann Geld zugesprochen, von dem z.B. die Waschmaschine nicht zu erhalten war. Er musste dann jeweils 30 € selber drauflegen, um ein einigermaßen sinnvolles gebrauchtes Gerät zu bekommen. Wovon er das Geld nehme würde, interessierte wiederum niemanden.
Hinter all dem schien Kalkül zu stehen. In irgendeiner Verordnung stand, für wieviel man z.B. eine Waschmaschine bekäme. Das stand eben dort. Dass das mit der Realität nichts zu tun hatte, das – man wird es sich denken – interessierte niemanden.

Wie so manche Sachen, die dort niemanden interessierten. Hauptsache man konnte mit Paragraphen um sich werfen.

Stets war er Bittsteller, der dann noch dankbar dafür sein musste, dass er etwas erhielt.
Selbstverständlich war dann allenthalben zu lesen, dass so manche Mitmenschen solche Leute, die Geld vom Staat bekommen, als „Schmarotzer“ und sonstnochwas bezeichneten.

Dabei ging es ihm nur darum, irgendwie über die Runden zu kommen. Dass er anfänglich alles das, was er sein Leben lang mit seiner Hände Arbeit aufgebaut hatte, und wofür er schon mehrfach seine Abgaben entrichtet hatte (AUCH die Sozialabgaben), dass er all das erstmal vernichten durfte, bevor er auch nur einen Cent vom Sozialstaat erhielt, das interessierte natürlich auch keinen.

Die Geschichte ist jetzt etwas abgeglitten …… ah ja …… wie schon gesagt, holte sich also Felix die 30 € vom Bankautomaten, um seinen Ausweis im Voraus zu bezahlen.

Dabei las er, dass in Kürze nur noch die IBAN-Nummern für Überweisungen gelten würden, man also BLZ und Kt.Nr. nicht mehr verwenden könne. Am Bankschalter sagte man ihm dann, dass es dann auch nicht mehr möglich sei, BLZ und Kt.Nr. am Automaten einzugeben, damit dieser das dann, so wie bisher auch, in eine IBAN einfüge.
Er verlieh seiner Meinung Ausdruck, dass das doch doof sei, weil das ja nur ein paar Programmzeilen seien, die man unverändert lassen könne, um dem Kunden den Service zu bieten, dass er die Daten, die er im Kopf habe, weiterhin benutzen könne.
Er wusste da schon, was kommen würde … und das kam auch: Lt. Paragraph soundso von der EU sei das nicht mehr zulässig. Punkt.

Mit einem etwas dickeren Hals, als er bei Betreten der Bank noch gehabt hatte, verließ er die Bank wieder.

Sein Weg führte ihn anschließend noch zum Arzt, um dort das Rezept für den Physiotherapeuten abzuholen. Das erinnerte ihn an die Sache mit der Krankenkasse dazu. Er hatte nämlich seinerzeit ein Problem mit diesen Rezepten gehabt, und war zur Krankenkasse gegangen. Dort erhielt er eine Auskunft, die er – Erfahrung macht klug – im Netz gegenprüfte, wo sie sich prompt als möglicherweise falsch erwies. Nachfrage bei der Krankenkasse bestätigte dies. Er erhielt also dann die „richtige“ Auskunft. Ein zufälliges Gespräch mit dem Arzt, ein paar Tage später, ergab dann wiederum, dass auch diese Auskunft nicht ganz stimmig sein konnte. Jetzt machte Felix Nägel mit Köpfen und wandte sich schriftlich an die Krankenkasse, da er jetzt praktisch 3 verschiedene Auskünfte vorliegen hatte. Die Krankenkasse schrieb ihm dann doch tatsächlich, dass er die gewünschte Auskunft nicht schriftlich erhalten könne. Felix schrieb zurück, dass er darauf bestehe, und schickte das Schreiben zu Händen der Geschäftsleitung. Und plötzlich ging alles sehr schnell: Man entschuldigte sich eingehend bei ihm, stellte eine Antwort der Zentrale in Aussicht, und von dort erhielt Felix dann schriftlich einen Bescheid, mit dem er endlich definitiv etwas anfangen konnte. Hätte er sich auf die erste Auskunft verlassen, hätte er nur einen Teil der Behandlungsmaßnahmen erhalten, die ihm tatsächlich zustanden.

Er nahm sich von da an vor, mit „Behörden“ künftig alles nur noch schriftlich abzuhandeln, und niemals eine Auskunft von vorne herein als faktisch korrekt anzusehen . Es schien ihm nämlich zunehmend so, dass sich zum einen niemand mehr so wirklich auskannte, zum anderen so manche Ämter ihre Existenz als Selbstzweck verstanden, und in vielen Amtsstuben es scheinbar immer noch die Ansicht gäbe, als wäre man kein Dienstleister, der für den Bürger da ist, sondern dieser müsse vielmehr dankbar dafür sein, dass man sich mit ihm abgebe.
Felix hatte zwischenzeitlich manchmal Punkte erreicht, wo er für Diejenigen Verständnis aufbrachte, die es auch ihrerseits mit ihren Verhaltensweisen nicht mehr so genau nahmen.

Felix sieht sich aber auch als jemand, der fair ist. Und so weiß er: Es gibt immer wieder Menschen, AUCH in Ämtern, die sich wirklich für einen einsetzen bzw. für einen da sind. Und je kleiner so eine Einheit ist, umso eher ist das der Fall.
Wenn man also in einer kleinen Gemeinde, in der noch fast jeder jeden kennt, in’s örtliche Rathaus geht, kann man fast immer damit rechnen, als das gesehen zu werden, was man ist: Mensch, Nachbar, jemand dem man helfen will.
Wenn er allerdings mit Wasserköpfen zu tun hat, dann ist das oftmals so gut wie nicht vorhanden.
Und Felix wüsste auch von Begebenheiten zu erzählen, in denen es um Mitmenschen geht, die es den Ämtern gleich zu tun versuchen, und einen über den Tisch ziehen wollen. Aber das wäre eine andere Geschichte.

 

Und man kann doch in einen rein schauen !!!

Heute war ich mal wieder beim Radiologen.

MRT war angesagt.

Diesmal nicht vom Kopf, sondern vom Rücken.
Das was der Orthopäde/Chirurg letztens auf der Röntgenaufnahme sah, verhieß nichts Gutes. Aber erstmal MRT machen, um die Sache genauer zu beäugen, hieß es.

Früher, nach meinem Schlaganfall, war es immer so gewesen, dass man nach Erstellung der Aufnahmen, noch ins Sprechzimmer des Radiologen gebeten wurde. Der Facharzt erläuterte einem dann, anhand der Aufnahmen, die Sachlage, die Veränderungen oder die Nicht-Veränderungen, und man konnte auch noch Fragen stellen.

Mittlerweile ist es so, dass diese Nachbesprechung nicht mehr stattfindet. Der Radiologe schreibt einen Bericht an den überweisenden Arzt, und das war’s. Der überweisende Arzt hat in aller Regel, zumindest kenne ich es nicht anders, keinerlei Möglichkeit, sich die Aufnahmen anzusehen, weil er die EDV-Ausstattung, und im Speziellen, die Software gar nicht hat, um die CD, die man beim Radiologen in die Hand gedrückt bekommt, anzusehen.

Der überweisende Arzt muss sich auf das verlassen, was der Radiologe auf den Aufnahmen sieht oder auch nicht sieht, und was er dann im Bericht widergibt.

Es ist also mittlerweile so, dass der überweisende Facharzt die weitere Diagnose und Behandlung auf einen Bericht abstellt, dessen Grundlage, nämlich die Aufnahmen, er niemals gesehen hat. Er also gar nicht beurteilen kann, ob der Radiologe alles das, was es zu sehen gab, seinerseits richtig beurteilt hat.

Und ich habe das dumpfe Gefühl, dass das DESWEGEN so gehandhabt wird, weil auf Grund des Kostendrucks auf die Ärzte, diese die Aufwendungen, die sie haben, immer mehr zurückfahren.

Wie gesagt: Früher war da zumindest noch ein Gespräch mit dem Radiologen, nach Erstellung der Aufnahmen. Und so konnte man sich, als derjenige, der mit der eigenen Gesundheit am besten Bescheid weiß, noch ins Bild setzen lassen. Ich habe ohnehin den Eindruck, als wüsste ich so manches Mal mehr, als die Ärzte.

Am besten aufgehoben fühle ich mich noch bei meiner Hausärztin. Die gibt sich echt Mühe, und nimmt sich zeit. Sie hat mir letztens erzählt, dass sie pro Quartal eine Pauschale von den Kassen bekommt (ich meine irgendwo in der Gegend von 30 €), und damit muss sie zurecht kommen, egal was ist.

Also werde ich nächstens einen Termin bei meinem Orthopäden haben, der mir dann eine Diagnose zu meiner LWS stellt, auf Grund von Aufnahmen, die er nie gesehen hat.

Halleluja

Es grüßt,
das Smamap

Betrug ?

Letztens sah ich „Scobel“ auf 3sat. Vielleicht kennt das ja der ein oder andere.
U.a. war da die Rede davon, dass das Zusammenleben der Menschen durch Regeln und Gesetze organisiert wird, damit es auch funktioniert und friedlich sein kann.

Mir kam da ganz spontan der Gedanke, dass so manche dieser Regeln und Gesetze wenig ausgereift sind und eher zu Lasten der Menschen gehen. Dass es da also noch zu tun gibt.

Um das gleich vorweg zu sagen: Ich lebe gerne in diesem Staat und seinem System. Es gibt für mich nichts Besseres. Aber auch Gutes kann immer verbessert werden. Speziell dann, wenn einen bestimmte Dinge immer wieder nerven.

Aber dann geht es nicht darum, sich da irgendeine Aggression raushängen zu lassen, sondern darum, konstruktiv daran zu arbeiten.

EINE Möglichkeit ist ein Blog.

Was sind das also für Themen, wo mir der Gedanke an „Betrug“ kommt (ob es tatsächlich einer ist, das möge jeder für selbst entscheiden)?

  • Ich geh einkaufen, und steh mal wieder vor einer Wahre, bei der die kleinere Packung, im Vergleich zur großen Packung, auf einen horrenden Kilopreis hinausläuft (der ja Gottseidank immer mit dranstehen muss).
  • Ich geh einkaufen, und steh mal wieder vor einer Wahre, deren Packungsinhalt stillschweigend reduziert wurde.
  • Die Tankstelle nebenan hat den Spritpreis, den sie vor 2 Tagen um 3 Cent erhöht hatte, jetzt um 2 Cent erniedrigt.
  • Die Tankstellen in der Umgebung weißen nach jeder „Preisanpassung“ innerhalb weniger Minuten, denselben Preis auf.
  • Das Barrel Öl kostet aktuell etwa die Hälfte dessen, wo wir schon mal waren. Der Spritpreis ist aber schon wieder fast auf 1,50€, also dort, wo wir auch seinerzeit waren, und das, obwohl das $/€-Verhältnis in etwas gleichgeblieben ist.
  • Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass die Behörden für jegliche Leistung etwas verlangen dürfen, völlig unabhängig davon, dass der Staat an allen Ecken und Enden Steuern kassiert.
  • Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass der Staat bei jeder Preiserhöhung, einer Ware oder Dienstleistung, über die Mwst. mitkassiert, und damit ein Mehr an Steuern vereinnahmt.
  • Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass Behörden und staatl. Institutionen nicht kaufmännisch rechnen müssen (wie sonst bekomme ich einen Bescheid über 2€, dessen Vor- und Nachbearbeitung ein Vielfaches kostet).
  • Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass für Gelder, die von staatl. Seite zum Fenster hinausgeworfen werden, niemand wirklich Verantwortung übernehmen muss.
  • Es ist völlig legal, dass Banken Dispozinsen verlangen dürfen, die in keinerlei Verhältnis stehen, zu den tatsächlichen Kosten (Bsp. eine Bank hier vor Ort verlangt, neben den Kontoführungsgebühren, 12% Dispo, und zahlt selbst einen Bruchteil davon).
  • Es ist völlig legal, dass Krankenkassen heute dem Arzt vorschreiben, wieviel er verschreiben darf, anders gesagt, was er, dem Krankheitsbild entsprechend, für notwendig erachtet. Missachtet er das, sieht er sich Regressforderungen ausgesetzt.
  • Es ist völlig legal, dass Manager Gehälter in 7 oder mehrstelliger Höhe erhalten.
  • Es ist völlig legal, dass ein Mensch mit viel Geld, sich im Ernstfall teure Anwälte leisten kann, und deshalb ein anderes Recht erhält, wie Otto Normalverbraucher.
  • Es ist völlig legal, dass manche Rentner nicht wissen, wovon sie leben sollen, und gleichzeitig wird ein Rüstungsprojekt für Mrd. angeschafft, das sich letztlich als überflüssig oder nicht wirklich funktionsfähig herausstellt, wofür natürlich wieder keiner wirklich Verantwortung übernehmen muss.
  • Es ist völlig legal, zu bestimmen, dass ein Mensch mit monatlich 350€ sein Leben bestreiten kann.

Wenn ich derlei mal wieder sehe/lese/erfahre, dann bekomme ich immer einen dicken Hals.
Das sind so Dinge, die einem nun wirklich „Freude machen“.

Und ich habe noch keinen Politiker erlebt, der handfest dagegen angehen würde. Und das hat meines Erachtens nur damit zu tun, dass unsere Politiker vielfach sehr weit von den Realitäten des kleinen Mannes entfernt sind.

Und bei solchen Themen, da fällt es mir ziemlich schwer, irgendwie Humor in einen Beitrag einfließen zu lassen.

Es grüßt,
das Smamap