Mal angenommen ……

…. und bevor jemand aufschreit ….. nur einfach mal angenommen …..

Also mal angenommen, es stellt sich heraus, dass es keinen Gott gibt (oder welches Wort auch immer wir verwenden wollen).

Was würde sich dann ändern?

Ich denke, nicht viel!

Das, was wir Zwischenmenschliches bisher gelebt hätten, würden wir auch weiterhin praktizieren können, und vermutlich auch wollen.
Unter welchem Dach das geschieht oder wie sich das nennt, das wäre letztlich egal.

Was keinen Sinn mehr hätte, wären bestimmte Glaubensinhalte. Also z.B. der Glauben an ein Leben nach dem Tod.  Oder eben der Glauben daran, dass es da ein Wesen gibt, das das Universum geschaffen hat.

Die meisten Grundsätze würden vermutlich weitergelebt. Also etwa, dass man ehrlich ist. Oder nicht ehebricht etc. etc.
Also alles das, was man als moralisch gut empfindet.

Man hätte allerdings keinen Grund mehr dafür, anderen aus Glaubensgründen den Schädel einzuschlagen. Also so etliche Kriegsgründe auf der Welt würden plötzlich wegfallen.

Und letztlich wäre der Mensch plötzlich für alles selbst verantwortlich. Er könnte sich nicht mehr darauf berufen, dass sein Glauben der Beweggrund für alles Mögliche sei.

Und der Mensch müsste sich damit auseinandersetzen, seinem Leben Sinn zu geben, und etwas zu schaffen. Etwas, das bleibt. Er könnte sich nicht mehr dahinter verstecken, dass alles in dem Ziel endet, dass da ein Leben nach dem Tod sei, wie auch immer dieses „Paradies“ in den unterschiedlichen Glaubensrichtungen aussieht.

Und sicherlich müssten sich die ganzen Kirchen, Glauben, Religionen, und was auch immer, fragen lassen, was sie all die Jahrhunderte mit den Menschen getrieben haben. Wobei es natürlich schon so wäre, dass es die Entscheidung jedes Einzelnen gewesen wäre, ob er glaubt oder nicht.

Sicherlich wäre dieser Wegfall der Religionen nicht so einfach zu verkraften, weil viele Menschen auf der Welt darin einen Lebenssinn sehen, den es dann plötzlich nicht mehr gäbe. Die möglichen Reaktionen ließen sich nicht so einfach voraussagen.
Ev. würden sich viele auch selber in die Tasche lügen wollen, um weiterhin etwas zu haben, woran sie sich festhalten können. Wer weiß das schon, was in einer solchen Situation dann passieren würde.

Wie gesagt …. mal angenommen ……

Mein „Glaube“ sieht so aus, dass ich nicht glaube. Zumindest nicht an das, was mir per Geburt verordnet wurde. Und auch nicht an eine der sonstigen Religionen, die, unter anderem Namen, das Gleiche predigen.
In meinen Augen gibt es zuviele Argumente, die dagegen sprechen. Aber das würde diesen Beitrag hier sprengen.

Jedenfalls sollte sich, so meine ich, jeder mal mit dem Gedanken auseinandersetzen, was dann wäre, wenn die Annahme zuträfe. Denn die verschiedenen Religionen haben alle einen Knackpunkt: Sie geben per Definition vor, dass es so ist, wie sie sagen. Einen Beleg, dass es tatsächlich so ist, wie sie vorgeben, bleiben sie alle durch die Bank schuldig. Dem damit zu begegnen, dass sie vorgeben, „Glaube“ brauchen keinen Beleg, ist zwar eine Möglichkeit, die allerdings nichts damit zu tun hat, ob all das real ist, was vorgegeben wird.

Und so gibt es, zumindest für mich, noch den „Glauben“, der da sagt, dass es keinen „Gott“ gibt. Wobei das für mich kein „Glauben“ ist, sondern eine Annahme, die durch ziemlich viele Argumente gestützt wird.

Was meint ihr dazu?

Es grüßt,
das Smamap