Was uns Corona gibt

Freilich ist das Virus eine enorme Bedrohung, aber wenn man das Unabänderliche akzeptiert, dann kommt automatisch die Frage, was uns Corona bringen bzw. hinterlassen wird.

Zunächst wird man diese Frage beantworten müssen mit … Infektion, Krankheit, Schädigungen und Tod.

Jedoch ist da mehr!

Zunächst ermöglicht diese Bedrohung es uns, zu erkennen, was uns wichtig ist. Denn wenn man Vieles aktuell nicht machen kann, wird einem klar, wie sehr uns diese Dinge fehlen. Oder auch nicht. Anders gesagt, wie wichtig oder unwichtig sie für uns sind.

Jeder von uns kann all diese Dinge betrachten und entscheiden, ob sie ihm fehlen.

Nehmen wir als willkürliches Beispiel die Frau, die früher jede Wochen zum Shoppen fuhr. Das geht in der derzeitigen Situation nicht. Und diese Frau mag feststellen, dass ihr diese Einkaufstouren gar nicht fehlen. Ev. war das nicht von Beginn an so. Denn anfangs fehlte ihr das, um dann aber festzustellen, dass es ihr nicht als Inhalt fehlte, sonder als Zeitvertreib.

Und so suchte sie sich eine andere Beschäftigung. Fand eine, und das Shoppen fehlte plötzlich gar nicht mehr. Was, im angenommenen Fall den angenehmen Nebeneffekt haben würde, dass am Monatsende plötzlich sehr viel mehr Geld zur Verfügung steht. Wieder etwas, was uns Corona gibt.

Und so ließen sich wohl viele Beispiele finden, bei denen sich herausstellt, dass Dinge, die nicht getan werden können, eigentlich gar nicht fehlen.

Und dann gibt es da noch die Dinge, die einem zwar fehlen, die aber dadurch, dass man sie nicht tun kann, einen positiven Nebeneffekt bringen.

Als gutes Bsp. mag dienen, dass viele sehr viel weniger Auto fahren. Und plötzlich stellt man fest, dass die Luft viel besser ist. Und auch die Sicht. Ein Bekannter wohnt an einem Ort, von dem aus er früher an 2 oder 3 Tagen die Alpen sehen konnte. Jetzt ist es auf einmal so, dass er sie jeden Tag sehen kann. Etwas, was uns Corona gibt.

Er fragt sich, ob derlei positive Nebeneffekte es nicht wert wäre, ein (zwangsweise) geändertes Verhalten auch nach Corona beizubehalten. Zumal es der Gesundheit dienlich ist.

Und so gäbe es viele Dinge, die man derart sehen und/oder hinterfragen könnte.

Auch die Sache mit der Rücksichnahme bekommt ganz andere Dimensionen. Ich wage zu behaupten, dass gelebte Rücksichtnahmen durch Corona sehr zugenommen haben. Dadurch könnte Achtsamkeit gegenüber dem Mitmenschen eine bleibende Dimension erfahren haben. Nämlich durch die Erkenntnis, dass Rücksichtnahme und für den anderen dasein, manchmal sogar eine Frage auf Leben und Tod ist.

Bliebe nocht die Betrachtung, was wir daraus an Konsequenz ziehen, wenn dann einmal felsenfest fest steht, wie das Virus entstanden ist.

Es scheint ja heute bereits unstrittig, dass es entstand durch menschliches Fehlverhalten gegenüber der Natur, in Form der „Verwertung“ tierischen Lebens. Erste Untersuchungen in China deuten dies an.

Wobei es wenig Sinn macht, mit dem Finger nach China zu zeigen. Denn wenn überhaupt, so ist das nur ein Bsp. dafür, was passieren kann, wenn wir die Natur nicht achten. Und es gibt Beispiele zu hauf, was in unseren Breiten alles wider die Natur gemacht wird. Von jedem Einzelnen.

Man könnte dies als „Schuss vor den Bug“ sehen. Als Hinweis darauf, was noch alles passieren kann, wenn wir so weitermachen, wie bisher. Insofern könnte „Corona“ nur ein müder Abklatsch dessen sein, was da sonst noch kommen könnte.

Und so liegt es wieder einmal nur an uns selbst, die wir bestimmen, was sein wird. Und „Corona“ hat uns gezeigt, dass wir ab einem bestimmten Punkt nur Passagier sind und uns das Heft des Handelns vollständig aus der Hand genommen wird.

Deshalb sollte die „Krone der Schöfpung“ echt zum Nachdenken anfangen. Und die hier gestellten Fragen können ein echter Ansatz dazu sein.

Ein Weiteres, was uns Corona gibt!