Das gestoert(e) Land ?

Kürzlich traf ich auf einen Mitbürger, der von Deutschland als dem Land sprach, das gestoert ist.

Er erzählte, er käme grade aus Dresden, und dort würden starke Polizeikräfte zusammengezogen wegen der Demonstrationen und Menschenmassen anläßlich des Tages der deutschen Einheit.

Ja, und auf der Autobahn, so meinte er, da wären auch so etliche Gestörte unterwegs, wenn man sich ansieht, wie die sich da verhalten.

Nun, so dachte ich, ob sich daraus wohl schließen ließe, dass jener Mitbürger jemand sei, der nicht zum Kreis der „Gestörten“ zu zählen sei.

Hinterher, als ich mir beim Bäcker eine Tasse Tee und ein Gebäck gönnte, da dachte ich mir so, dass es sicher notwendig sei, dass so manche, die sich über andere aufregen, auch ihre eigenen Verhaltensweisen einmal hinterfragen.

Das freie Land, und eher nicht gestört?

Auch, so dachte ich, wäre es doch als positiv zu sehen, dass wir in einem Land leben, in dem die Menschen die Freiheit haben, ihrer Meinung Ausdruck zu verleihen, auch wenn diese Meinung von anderen nur schwerlich akzeptiert würde oder es gar vorbeugende Maßnahmen der Sicherheitskräfte bedürfe.
Jedenfalls ziehe ich dies jener Situation vor, in der eine allgegenwärtige Staatsmacht jede freie Meinungsäußerung kritisch betrachtet oder gar unterdrückt. Selbstverständlich wäre dann Ruhe, und es gäbe keine „Gestörten“.
Ob jener Mitbürger dies vorzöge, kann ich allerdings nicht sagen.

Jedenfalls meine ich auch, dass das angebliche Übel von Leuten, die sich so verhalten, wie andere das nicht als ok empfinden, bei weitem dem vorzuziehen ist, dass Freiheiten, wie sie für uns selbstverständlich sind, nicht gegeben wären.

Gleichwohl kann und soll man über vermeintliche Mißstände diskutieren. Auch z.B. indem man bespricht, ob es notwendig ist, dass sich die Politoberen an kritischen Orten versammeln und Reaktionen derer, die grundsätzlich „dafür sind, dass wir dagegen sind“, geradezu provozieren.

An manchen Orten, egal ob in der Politik oder bei manchen Mitbürgern, würde man sich so Manches mal etwas mehr gesunden Menschenverstand wünschen.

Es grüßt,
das Smamap

Anonym bleiben

Ich bin jetzt mal dran gegangen, mich zu anonymisieren, was meine PC-Nutzung angeht.

Das betrifft natürlich v.a. meine Aktivitäten im Netz.

Startpunkt war ein entsprechender Beitrag in der aktuellen CHIP.

Was mir immer schon ein Dorn im Auge war, war die Nutzung meiner Daten durch Google. Meine tatsächlichen Daten, und auch die Daten zu meinem Surfverhalten (z.B. besuchte Webseiten), wurden dazu genutzt, um mir Werbung einzublenden.

Damit hört es natürlich nicht auf. Denn Hacker verwenden Daten, die über mich im Netz verfügbar sind, um mir, auf mich zugeschnittene, Pishing-Mails zuzusenden.

In besagtem Artikel heißt es „es ist an der Zeit, dass sich die User ihre Anonymität zurückerobern“. Dem kann ich mich nur anschließen.

Es gibt höchst interessante Veröffentlichungen, was mit meinen Daten alles angestellt, und v.a., was aus meinen Daten alles heraus gelesen wird.
Dies hört natürlich nicht mit meinem PC auf.
Noch gravierender ist dies bzgl. meines Smartphones.

Ich kann nur jedem empfehlen, mal so einen Artikel zu lesen (vor nicht allzulanger Zeit gab es dazu auch eine Doku im TV; wenn ich die mal wieder finde, veröffentliche ich dazu einen Link in meinem Blog).

Wie auch immer, ich habe gestern damit begonnen, meinen PC anonymer laufen zu lassen (wer das nachmachen möchte, wie immer, auf eigene Verantwortung).

Begonnen habe ich damit, dass ich meinen Firefox anonymisierte.
Man kann ja jeden Browser so einstellen, dass keine Daten beim Surfen mitgeschrieben, bzw. keine Cookies abgespeichert werden (also jene Kleindateien, die alles Mögliche sich merken, und den Seitenbetreibern/Google mitteilen).
Im Firefox geht das am Einfachsten dadurch, dass man über „about:config“ in der Adresszeile, die Zeile „browser.privatebrowsing.autostart“ per Doppelklick auf „true“ stellt.
Damit wird der Feuerfuchs künftig dann automatisch immer im Privatmodus gestartet. Das ginge zwar auch anders einzustellen, aber damit wird das automatisiert.

Hinterher habe ich dann noch in den Einstellungen unter „Datenschutz“ die gesamte bisherige Chronik gelöscht (da ist ein Link dort vorhanden), um eben nicht nur nichts mehr zu speichern, sondern auch das, was bisher schon gespeichert war, zusätzlich zu beseitigen.

Seit gestern läuft das jetzt also so, und ich komme weiterhin wunderbar klar.
Es ist natürlich so, dass mir der Browser keine Seitenvorschläge/Autovervollständigungen mehr macht, aber ich weiß auch so, welche Seite ich aufrufen will, und die paar zusätzlichen Buchstaben, um z.B. „wordpress.com“ auszuschreiben, die bringe ich zustande.

Nachdem ich seit ein paar Wochen einen Passwortmanager benutze, sind im Browser auch meine Passwörter nicht mehr abgespeichert. Somit musste ich mir DAZU schon gleich gar keine Gedanken mehr machen.

Als Nächstes habe ich meinen Suchanbieter von Google auf DuckDuckGo umgestellt.
Der macht das Gleiche wie Google, also mir Vorschläge unterbreiten, auf das, was ich suche, aber eben ohne mich zu verfolgen. Auf deren Seite heißt es sinngemäß „was Sie suchen, ist Ihre Sache, und das soll auch so bleiben“ ….. „we don’t track you“.Ich kann also suchen, ohne befürchten zu müssen, dass dabei meine Daten/Surfverhalten aufgezeichnet/übermittelt werden.

Um also künftig DuckDuckGo zu verwenden, statt Google, wenn ein Link eine Suchmaschine anfordert, habe ich im Firefox die Standardsuchmaschine umgestellt. Das geht über die Einstellungen und dort über den Hauptpunkt „Suche“.

Damit wird dann auch über DDG gesucht, wenn man im Browser-Fenster oben in der Suchleiste etwas eingibt.

Worauf ich zu Beginn etwas achten musste, war, nicht gewohnheitsgemäß die Google-Seite aufzurufen, wenn ich etwas suche, sondern eben meinen Suchbegriff oben in der Suchleiste einzugeben.
Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier.

Bis hierher bin ich zunächst einmal vorgedrungen, und arbeite jetzt damit. Wie gesagt, bisher ohne Probleme.

Völlige Anonymität gibt es natürlich nie, aber man kann eben schon so einiges Tun, um nicht Big-Brother ständig die eigenen Daten hinterher zu werfen, und sich immer weiter ein Stück gläserner zu machen.

Ich hätte alternativ auch dazu übergehen können, zum Surfen den Cliqz-Browser zu verwenden (spezielle Firefox-Version mit anonymisierter Suche), aber den gibts für Linux noch nicht (und von Linux, sprich Ubuntu, gehe ich keinesfalls mehr weg, AUCH aber nicht NUR wegen dem Datenausspähen; in o.g. Beitrag ist allein ein längerer Abschnitt zu Windows10 enthalten, wie man die diversen „NachHauseMeldenFunktionen“ abschaltet).

Zudem hätte ich noch mit AntiBrowserSpy dafür sorgen können, dass die sog. „Browser-Fingerabdrücke“ nicht mehr übermittelt werden (z.B. eine Kombination aus den installierten PlugIns, der Browser-Version und der Betriebssystemversion). Aber das wäre eine kostenpflichtige Sache gewesen.

Und zum guten Schluss hätte ich auch noch ein virtuelles System installieren können, um mein Browsen völlig gegen Hackerangriffe abzuschotten. Aber man muss es ja nicht übertreiben.

Oft hilft schon der gesunde Menschenverstand weiter, der nichts damit zu tun hat, dass sämtliche Seiten, Links und eMail-Anhänge schonungslos angeklickt werden.

Mit dem anonymisierten Surfen, und einer Suchmaschine, die meine Daten bei mir lässt, habe ich schon sehr viel verbessert. Es ist ja schon ein gravierender Unterschied, wenn ich kein Postpaket mit Adressaufkleber mehr schnüre, um meine Daten freiwillig an Google und Sonstige Interessenten zu senden, um dann überrascht zu sein, was damit alles getrieben wird.

Das aber wird nur der erste Schritt sein, denn es steht noch das Smartphone an, das ich ebenso vom Paketeschnüren abhalten möchte. Und wenn man sich so ansieht, was man alles akzeptiert, beim Installieren einer App, dann ist das Thema dort noch viel gravierender.

Es grüßt,
das Smamap