Gedanken beim Spargelschälen

Wie zu der Jahreszeit üblich, hatte ich mir auf dem Wochenmarkt Spargel mitgenommen; heute am Sonntag ging es nun ans Spargelschälen

Nun ist Spargelschälen nicht eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Genauso wenig wie etwa Pilze putzen oder Bügeln.

Aber Spargelschälen mach ich dann doch noch am Ehesten, zumal für einen Single-Haushalt die Zahl der Spargelstangen überschaubar ist.

Spargelschälen
Pilze putzen fällt in aller Regel aus, zumal ich Pilze zu wenig kenne, um mich an´s Sammeln zu wagen. Und Bügeln, da weigere ich mich prinzipiell, und bin heilfroh, dass ich die Notwendigkeit von Hemden nicht kenne …. aber das nur nebenbei.

Als ich da heute so beim Spargelschälen saß, da fiel mir ein, dass nächste Woche Muttertag ist.

Nun habe ich zwar keine Mutter mehr, und man kann nicht behaupten, ich hätte ein ungetrübtes Verhältnis zu meiner Mutter gehabt. Dennoch denke ich manchmal an sie. Welcher Sohn, würde das auch NICHT tun.

Nun – jedenfalls dachte ich mir so, dass meine Mutter für einen 4-Personen-Haushalt nicht 10 Spargelstangen zu schälen gehabt hätte, sondern eher 50. Und ich habe sie bei dem Gedanken nicht beneidet. Mehr noch, es gab damals viele Dinge, die ein Vielfaches von dem ausmachten, was ich heute für mich selber zu tun habe.

Ich könnte da jetzt eine lange Liste schreiben, aber das kann sich jeder problemlos selber vorstellen.

Und so dachte ich heute an meine Mutter, und bin ihr dankbar, für all das, was sie für uns getan hat, damals vor 30 Jahren und mehr. Und es ist schade, dass ich die Möglichkeit nicht gesehen habe, den Dank für diese „Selbstverständlichkeiten“ auszudrücken.

Weder tatsächlich, noch innerlich.

Man kann den Kindern heutiger Zeit nur raten, diesen Dank auszudrücken, solange es möglich ist. Es kommt der Zeitpunkt, an dem es nicht mehr möglich ist, und zu dem man sich wünschen würde, man hätte es getan/tun können.

Es grüßt,
das Smamap

Muttertag

Heute war Muttertag.

Leider habe ich keine mehr.

Auch als ich noch eine hatte, da war dieser Tag nicht immer nur pure Freude.
Denn meine Mutter und ich, wir hatten kein allzu gutes Verhältnis. Genauer gesagt, wir hatten eigentlich gar kein Verhältnis.

Ich kann auch nicht wirklich sagen, dass ich mir vorwerfen würde, ich hätte etwas versäumt. Denn dieses nicht verhandene Verhältnis war ja durchaus beidseitig.

Und dennoch: Meine Mutter war meine Mutter. Und als sie ging, da tat das weh. Trotz allem, was uns (nicht) ausgemacht hat.

Ich denke heute noch so manches Mal an sie. Und erst jüngst hab ich ein Foto gefunden, da war sie wohl so 45 Jahre alt. Saß da auf dem Telefon-Sessel (ja sowas gab es damals), telefonierte, und streckte mir die Zunge raus.

Es war nicht immer so, wie es dann mal wurde. Und Manches würden wir beide wohl ungeschehen gemacht haben wollen, auch wenn wir es nicht konnten, weil wir keinen Einfluss darauf hatten.

Trotz allem, habe ich sie geliebt, wie ein Sohn seine Mutter liebt. Ich konnte es ihr in späteren Jahren, aus Gründen, die hier keine Rolle spielen sollen, nicht mehr zeigen, genauso wenig, wie meine Mutter es mir noch zeigen konnte.

Was bleibt, ist die Erinnerung.

Es grüßt,
das Smamap