Heimat – was ist das?

Was Heimat ist – eine Frage, die sich mir immer wieder mal stellt. Ob es darauf eine allgemeingültige Antwort gibt?

Mal sehen.

Früher war das wohl keine Frage, denn die meisten Menschen lebten zeitlebens am Ort ihrer Geburt. Heute befinden sich die Menschen oft an unterschiedlichen Orten im Lauf ihres Lebens.

Heimat

Ich nehme jetzt mal meinen Fall als Bsp.:

Die ersten 3 Jahre meines Lebens verbrachte ich in meiner Geburtsstadt München. Freilich habe ich an diese Zeit keine Erinnerung. Dennoch hat diese Stadt eine große Bedeutung für mich. Zum einen war ich selbst später ein paar Jahre nochmal dort, zum anderen lebten meine Eltern, wiederum später, etliche Jahre in München, und letztlich strahlt, für mich, die Stadt eine Atmosphäre aus, die mir entspricht. Dies hat wohl auch damit zu tun, dass ich auch Zeiten dort erlebte, die 50 Jahre zurück liegen, Zeiten also, die die Atmosphäre dieser Stadt begründeten, und die sich bis heute erhielt.

Anschließend zogen meine Eltern nach Ingolstadt. In dieser Stadt wuchs ich auf, verbrachte dort etwa 25 Jahre, somit den größten Teil meines Lebens. Ich wuchs mit dieser Stadt, kannte sie in- und auswendig, durchlebte dort meine Schullaufbahn, machte mein Abi, machte eine Lehre und lernte die erste große Liebe meines Lebens kennen.

Ich liebte diese Stadt, auch wenn sie atmosphärisch mit München nicht mithalten konnte. Heute ist diese Stadt enorm viel größer, und in großen Teilen nicht mehr vergleichbar mit der Stadt, wie sie in den 70-er Jahren war. Die Verbindung blieb, rein emotional, auch wenn sie, was die Personen angeht, fast nicht mehr besteht.

Wiederum anschließend verschlug es mich nach Niederbayern, in den Raum Straubing. Ich wollte jetzt fast auch „Regensburg“ schreiben, weil das nicht weit von dort weg ist, aber R ist dann ja schon Oberpfalz, deshalb in der Hinsicht nicht in einem Atemzug zu nennen. Dort war ich grob 20 Jahre. Hier ist die Bindung emotional ebenso stark. Dort wurden meine Kinder geboren, wuchsen dort auf, ich arbeitete viele Jahre dort, lernte Land und Leute kennen, und konnte mich innerlich mit diesen beiden Elementen verbinden. Es entsprach mir. Und wer dann noch das „Gäubodenfest“ kennt, etwas, was solche Elemente ganz besonders ausdrückt, der weiß, was ich meine.

Den Rest meines bisherigen Lebens verbrachte ich dann in Oberfranken, in der Nähe von Hof. Oberfranken gehört nominell zu Bayern, und ist auch ganz eindeutig, von der Lebensweise her, und von dem, was den Menschen wichtig ist, dazugehörig. Ich erhielt auch hier meine Bindung zu Land und Leuten, wenn auch intensitätsmäßig nicht vergleichbar zu meinen Lebensmittelpunkten bis dahin. Ganz eindeutig ist dieser Regierungsbezirk meinen bayrischen Wurzeln entsprechend, aber eben doch nochmal ein Stück anders.
Um keinen Zweifel aufkommen zu lassen …. ich lebe gern hier.

Den krassen Gegensatz erlebte ich einmal für kurze Zeit, als ich in Bremen lebte. Für kurze Zeit ging das. Aber letztlich war es für mich unvorstellbar, dort zu bleiben. Ohne es im Detail benennen zu können, fehlte mir dort Vieles von dem, was ich in meiner bayrischen Heimat emotional ganz selbstverständlich vorfand. Am ehesten könnte ich das noch an der Sprache festmachen oder an Lebensweisen bzw. Selbstverständlichkeiten. Wobei das umgekehrt sicherlich genauso ist. Ebenso ist es keine Frage, dass diese Stadt wunderschön ist, und ebenfalls sehr viel Atmosphäre bietet. Und allein auch die Nähe des Meeres bietet so enorm viel.
Jedoch allein wenn ich wählen sollte, zwischen dem Meer und den Bergen …. es wär keine Frage.

Wie ist das nun also mit der Heimat?

Es hat, so meine Überzeugung, sehr viel mit Gefühl zu tun. Mit der emotionalen Bindung an einen Ort. Wobei diese Bindung nicht nur durch Personen entstehen kann. Ein gutes Bsp. scheint mir Regensburg zu sein. Obwohl ich dort nie gelebt habe (nur hie und da die Stadt besucht), wär es ein Traum von mir, dort leben zu können. Die Stadt hat eine Ausstrahlung ohnegleichen (dem muss sich niemand anschließen), und sich dabei doch den Charme einer Kleinstadt bewahrt.

Heimat ist wohl etwas, wo man sich zuhause fühlt. Aufgehoben. Zugehörig. Verbunden.

Und so wäre meine Heimat die Stadt Regensburg; ich könnte dort 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen …. zum einen würde mir dieser Ort sehr viel Wohlfühlen geben, und zum anderen wäre Niederbayern gleich vor der Haustüre, also das Gebiet, mit dem mich wohl am Meisten verbindet.

Und so hat ein jeder den Ort, den Bereich, an dem er sich zuhause fühlt. Für den einen ist es sein Dorf, für den anderen seine Großstadt, für den nächsten ein bestimmtes Gebiet, wieder ein anderer sieht darin New York oder aber die Einsamkeit der Arktis.

Bliebe nur noch die Frage, warum ich nicht dort hin gehe, wo ich gerne sein würde?

Ich gehöre zu denjenigen, die auf unsere Sozialbehörden angewiesen sind. Nicht weil ich das möchte, sondern weil ich keine andere Wahl habe. Und die haben dafür gesorgt, dass ich zum einen nichts mehr habe, und zum anderen auch nur das Nötigste bekomme. Und so scheitert es schon alleine daran, dass ich mir nicht einmal die Umzugskosten leisten könnte. Abgesehen davon gefällt es mir da, wo ich bin, doch reichlich gut.

Der Begriff der Heimat stellt sich für jeden etwas anders dar. Bei den Sozialbehörden existiert er nicht.

Es grüßt,
das Smamap

Alles nur Schwindel

Lt. Donald Trump ist das mit der Klimaveränderung alles ein Schwindel.

Ev. sollte er sich mal mit den Unwettergeschädigten dieser Tage darüber unterhalten. Die wüßten sicher was dazu zu sagen.

Aber das nur nebenbei …..

Es ist schon der Horror, wenn man sich das so ansieht. Vom Fernseh-Sessel aus ;(

Für mich hat es eine spezielle Bedeutung, weil ich lange Zeit nicht weit davon zuhause war, dort in Niederbayern, und weil meine Wurzeln, sprich mein Großvater, von dort stammen.

Zudem gingen meine Gedanken sofort dorthin, wo meine Familie zuhause ist. Auch wenn das ein Stück weit davon entfernt ist.

Und wenn man den Menschen dort zuhört, dann beinhaltet jeder zweite Satz sinngemäß, dass man sowas auch früher schon hatte, aber bei Weitem nicht in dieser Heftigkeit.

Und derlei Sätze wiederholen sich anläßlich solcher Ereignisse mittlerweile in schöner Regelmäßigkeit.

Anders gesagt: Früher waren es Unwetter, heute sind es Katastrophen.

Alles nur Schwindel, gell, Herr Trump.

Es grüßt,
das Smamap

Stadt oder Land

Nachdem ich jetzt AUCH SCHON den Blog von Ilona gelesen habe, der HIER aufzurufen ist, möchte auch ich dazu was zum Besten geben:

Ich bin einer, der hat in dieser Hinsicht schon so einige Lebenssituationen erfahren.

Von Geburt an, war ich ein Stadtmensch, was man von einem geborenen Münchner mit Fug und Recht behaupten kann. Meine Jugend verbrachte ich in Ingolstadt, also auch eine Großstadt (mittlerweile zumindest).

Die nächsten 20 Jahre verbrachte ich in Niederbayern relativ auf dem Land, aber doch in einer Gemeinde (in der Nähe von Straubing), die nicht weit von größeren Städten entfernt war (eben Straubing, und dann auch Regensburg, was ja schon Oberpfalz ist).

Und dann verbrachte ich einige Jahre auf dem blanken Land. Blanker ging’s gar nicht. Das war in der Nähe von Hof in Oberfranken, in einem Dorf mit vll 300 Einwohnern (nun gut, es geht schon noch blanker, nämlich auf einem Einsiedlerhof, aber das wär nicht mein Ding gewesen).

Und jetzt wohne ich immer noch in Oberfranken, in einer Kleinstadt, die es so an sich hat, dass man Vieles in unmittelbarer Umgebung hat, sozusagen ein Mittelding zwischen Stadt und Land.

Um es kurz (???) zu machen: Ich bin in meiner ersten Lebensphase erstmal vom Stadt- zum Landmenschen mutiert. Ich erfuhr es als das, was ich wollte, in unmittelbarer Nähe der Natur zu leben, ohne Großstadthektik. Es war für mich Alltag, aus der Haustüre zu treten und auf dem Land zu sein. Ich entwickelte in dieser Zeit auch eine immer größere Abneigung gegen das Menschen-„Gewusel“, wie es in einer City halt nun mal ist.Trotzdem brauchte ich das mit der Stadt ab und an für einige Tage, und es war z.B. schön, wieder mal in München zu sein, die Biergärten zu genießen, mit den „Öffentlichen“ überall hin zu kommen, alles um’s Eck herum zu finden usw usf

Aber wie froh war ich dann doch jedes Mal wieder, wenn ich zurück war in meiner Land-Idylle. Es gibt nichts Schöneres, als die Laute oder die Stille der Natur zu hören, nicht immer mit diesem immensen Verkehr konfrontiert zu sein, mit Asphalt und Beton um einen herum.

Heute habe ich einen Kompromis: Ich lebe, wie schon gesagt, in einer Kleinstadt, habe hier alles, was ich benötige (fast), und wenn ich 2-3 Mal um’s Eck gehe, bin ich in der Natur.

Dennoch habe ich einen Traum: Dieser Traum heißt „Regensburg“.
Das ist eine Stadt, die mich von ihrer Art her, von ihrem Flair und von ihrer Größe her immer schon fasziniert hat, und „irgendwie“ zu mir passt. So ähnlich ist auch Bamberg, wenngleich Bamberg dann doch schon zu sehr Richtung Touristen-Hochburg mutiert.
Mein Traum wäre, in Regensburg zu leben, ein klein wenig außerhalb der City, aber doch noch so, dass ich sehr Vieles mit Bus oder Rad erreichen kann. Regensburg ist eine Stadt, die sich, zumindest für mich, ihren kleinen Charakter erhalten hat. Zugleich ist sie Uni-Stadt, und aus naheliegenden Gründen deshalb quicklebendig und jugendlich. Und zugleich eingebettet in die Natur ringsherum.
Aber dieser Traum wird wohl ein Traum bleiben. Denn allein schon meine Finanzen werden es mir niemals erlauben, Dergleichen zu verwirklichen. Und ob meine gesundheitlichen Voraussetzungen da mitmachen würden, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Aber was wäre unser Leben ohne unsere Träume?

Es grüßt,
das Smamap

Der Herbst

Hab vorhin noch eine kleine Runde gedreht, nachdem man heute nicht so recht rauskam. Aus Wettergründen.

Aber dann riss es plötzlich auf, und die Sonne kam raus. Flugs die Schuhe in die Hand genommen, und auch alles andere, und raus zur Haustüre.
Und wie ich da so unterwegs war, kam eine Wegstrecke, die im Schatten lag, und plötzlich SAH ich ihn, den Herbst: Ich sah meinen Atem. Ich sah die Luft, wie sie zum Ende des Jahres hin, sichtbar wird.

Manche unken, dass es jetzt bald zu schneien anfängt. Nun ja, noch ist etwas Zeit …..

Aber man merkt, die Richtung ist eingeschlagen . Etwa daran, dass man nach einem We auswärts, zurückkommt, und es hat 15° in der Wohnung.
Gut, man muss jetzt schon dazusagen, dass meine Wohnung im Souterrain liegt, was im Sommer den Vorteil bringt, dass es nur selten über 20 – 22 Grad rausgeht.

Und wie ich jetzt grade, nach meiner Rückkehr, vom Herbst schreibe, da zieht es auch schon wieder zu, und ich werde jetzt dann gleich das Fenster wieder schließen, und die Heizung etwas aufdrehen.

Und das erinnert mich einmal mehr an meine Zeit damals in meiner Kindheit/Jugend, als ich bis Mitte September die Zeit bei meiner Großmutter verbrachte, und selten eher als abends um 10 Uhr, ob der Temperaturen, nach drinnen ging.
Und wie oft ging ich damals abends um 8 noch an den See zum Baden. Ein Vergnügen das ich jetzt, einige Jahrzehnte später, nicht mehr habe.

So ändern sich die Zeiten.

Das drückt sich auch darin aus, dass die Menschen im Gäuboden (für Auswärtige: Das ist in Niederbayern; Nähe Straubing) ein zeitliches Maß dafür haben, wann der Sommer zu ende ist:
Dann nämlich, wenn das Gäubodenfest zu ende ist. Und das ist regelmäßig der Fall in der Woche nach dem Feiertag am 15. August. Dann nämlich, so sagt man dort, ist es so, dass unmittelbar der Nebel frühmorgens aufsteigt
Und das konnte man auch immer unmittelbar nachvollziehen: Pünktlich mit diesen Tagen nach dem 15. August, war das Erste, was man in der Früh zu Gesicht bekam, der morgentliche Nebel.
Allerdings habe ich es, wie ich dort noch lebte, immer so gehalten, dass für mich dann der Altweibersommer losging. Der Herbst hatte noch etwas Zeit.

Die Amerikaner haben einen sehr schönen Namen dafür, wie ich finde: Indian Summer.

In Oberfranken, wo ich jetzt lebe, ist der Winter die längste Jahreszeit im Jahr. Normalerweise von Oktober bis einschl. April.
Wie gesagt …. so ändern sich die Zeiten.

Früher war der Sommer die längste Jahreszeit …. heute ist es der Winter.
Zugegeben, das hat viel mit meinem Ortswechsel damals zu tun. Aber es passt halt genau dazu, zu dem Eindruck, der sich mit dem Klimawandel ergibt.

Aber letztlich hat jede Jahreszeit ihre Reize: Angefangen vom Frühlingserwachen, über die lauen Sommerabende, hin zu Farbenvielfalt des Herbstes. Und auch der Winter kann punkten: Für mich sind es die unberührten weißen Landschaften, die man speziell HIER finden kann …. weiße Flächen, nur unterbrochen von den Fährten der Wildtiere.

Es grüßt,
das Smamap