Wir sind das Volk

Österreich hat gewählt.

Und ein gemäßigter Kandidat wurde zum Bundespräsidenten gewählt.

Wie immer redet sich jeder das Ergebnis zurecht, und zieht sich das heraus, was ihn am Besten aussehen lässt.

Für mich hat dort die Demokratie gewonnen. Der Kandidat mit den meisten Stimmen erhält das Amt. Denkbar knapp, aber doch. Und der unterlegene Kandidat gratuliert zum Sieg (oder gesteht die Niederlage ein; wie immer auch die Formulierung lautet).

So gehört sich das in einer Demokratie.

Der Souverän, das Volk, hat entschieden.

Und immerhin haben über 50% der Wähler diese Entscheidung getragen.

Man hätte sich vll gewünscht, dass das Ergebnis eindeutiger ausgefallen wäre. Denn SO heißt das immerhin, dass sehr viele mit dem unzufrieden sind, was bisher gelaufen war.

Und z.T. war das deshalb sicherlich auch eine Protestwahl.

Es wird jeder Politiker, jede Partei, alle Institutionen, alle werden sie ihre Konsequenzen daraus zu ziehen haben. Denn das Ergebnis sagt NICHT, dass ein „weiter so“ praktiziert werden kann.

Aber auch DAS nennt man Demokratie. Das Volk sagt den Regierenden Bescheid.

Die Frage ist nur, ob die Regierenden die richtigen Schlüsse daraus ziehen.

Eines, so finde ich, haben diese Wahlen in Österreich gezeigt: Nämlich dass trotzdem ein Rechtspopulist noch sehr viel mehr, als andere, Forderungen und Behauptungen in den Raum stellt, deren Hintergrund/Wahrheitsgehalt unterdimensioniert ist, es dennoch sehr viele Menschen gibt, die, ev. auch aus dem Bauch heraus, wissen, wie sie dies beurteilen. Sprich das Potential gegen Rechts ist immens.

Und noch eines hat die Wahl gezeigt: Trotzdem die Rechten in Österreich mittlerweile Jahrzehnte zugange sind (ich denke zurück an die Hochzeiten eines Jörg Haider), haben sie es nicht geschafft, den Menschen eine andere Realität einzureden, als diejenige, die die Menschen erleben.
Da überlege man sich nur mal, wie es wäre, wenn die sog. „Etablierten“ nur halbwegs ihre Hausaufgaben gemacht hätten.

Wollte man einen Vergleich von der FPÖ zur AfD ziehen, dann müsste man sagen, dass die AfD noch nicht einmal ansatzweise soweit ist, denn eine Diskussionkultur die so aussieht, dass man ein Gespräch abbricht, wenn einem das nicht gefällt, was der andere sagt, das hat mit Demokratie schon gleich gar nichts zu tun.

Es grüßt,
das Smamap

Alles Lüge

Manchmal ist es ganz gut, wenn man Dinge von außen betrachten kann.

So jetzt die Präsidentschaftswahl in Österreich.

Zum Zeitpunkt dieses Beitrags ist diese noch nicht entgültig entschieden, denn es fehlen noch die Briefwähler.
Es ist zu erwarten, dass der Kandidat der Rechten die Wahl gewinnt.

Was einem sehr zu denken gibt, ist das Verhalten der Rechten. Da wird ein ORF der Lüge bezichtigt, weil die präsentierte Hochrechnung nicht dem entspricht, was man sich vorstellt.

Genauso macht es bei uns die AfD. Alles, was einem nicht gefällt oder in das eigene Konzept passt, ist Lüge.

Das, was das Ganze offenbar sein ließe, jetzt in Österreich die Tatsache, dass ORF und das Innenministerium die veröffentlichten Zahlen unterschiedlich bestimmen, nach völlig nachvollziehbaren, für jederman einsehbare Methoden, die beide ihre Berechtigung haben, das wird unter den Tisch fallen gelassen.
Die AfD macht es genauso: Alles, was nicht in die eigene Argumentation passt, wird beiseite gelassen.

Wer etwas nachdenkt, der kommt in Österreich auf den Trichter, dass, egal wie auch immer man das sieht …… sich am Endergebnis genau NICHTS ändert.
Aber man kann das Ganze dazu nutzen, Stimmung zu machen, um es zu einem anderen Zeitpunkt für sich zu nutzen.

Im speziellen Fall stimme ich Bundestagspräsident Lammert voll zu, wenn er sinngemäß sagt, dass wir hielfroh sein können, dass unsere Gründerväter wohlweißlich KEINE Präsidentenwahl durch das Volk vorgesehen haben.
Dieses überparteiliche Amt soll auch ein solches bleiben.

Das Ganze, ob jetzt FPÖ oder AfD oder Front National, ist Ausdruck des Wunsches der Menschen, eine Führung zu haben, die den Menschen Halt und Zuversicht gibt, ob all der Probleme, die vor uns stehen (Globalisierung, EU, Wettrüsten, Zuwanderung, Altersversorgung usw usf).

Dass es auch anders geht, zeigt uns Frankreich: Der junge sozialistische Wirtschaftsminister zeigt dort Mut und fordert eine Erneuerung von Land und EU, und eine Ergreifung der Chancen. Er wirbelt dort alles durcheinander und könnte mittlerweile sogar die Rechten überflügeln (sagen die Prognosen).

Ich frage mich, wo bei uns diejenigen sind, die Mut haben, die ausgetretene Pfade verlassen, und DAS tun, wozu Politik AUCH aufgerufen ist: Das Beste für Land und Leute erreichen, jenseits von Parteibüchern.

Es grüßt,
das Smamap