Höflichkeit – eine Zier der Könige

Gestern im Wartezimmer beim Arzt war da ein Aushang.

Der besagte, dass im Jahr 2015 beim betreffenden Facharzt 716 Mal Patienten einen Termin ausgemacht hatten, und diesen, ohne jegliche Angabe eines Grundes, einfach hatten verfallen lassen.

Auf Deutsch: Sie sind einfach nicht erschienen.

Mal abgesehen davon, dass es ein Akt der Höflichkeit ist, einen Termin, den man, aus welchen Gründen auch immer, nicht einhalten kann, abzusagen, so sollte es auch selbstverständlich sein, anderen Patienten diesen Termin zur Verfügung zu stellen.

Da wird allenthalben gejammert, dass, speziell auf dem Land, die Ärztezahl immer mehr zurückgeht, und es gibt aber nicht Wenige, die sich keinen Deut darum scheren, dass die vorhandenen Kapazitäten auch sinnvoll eingesetzt werden.

Vom Aufwand, den eine Arztpraxis abarbeiten muss, nur deswegen, weil Termine einfach nicht eingehalten werden, davon wollen wir mal lieber gar nicht reden. Auch nicht davon, dass es nicht wenige Ärzte gibt, die ihren Betrieb nur mit Mühe aufrecht erhalten, weil die Bezahlung durch die Krankenkassen/kassenärztlichen Vereinigungen mehr als dürftig ist.

Ich konnte nicht umhin, gestern anzumerken, dass es doch sinnvoll wäre, jedem Patienten, der nicht kommt, 10 € zu berechnen. Denn wenn ein Fehlverhalten Geld kostet, dann ändert sich dieses meist überraschend schnell. Und in der heutigen Zeit des Datenaustausches, ist es kein Problem mehr, solche „Nichteinhaltungsdaten“ bei der Krankenkasse zu sammeln, und am Jahresende eine Rechnung zu stellen.

Zum Schluss las ich dann noch, dass im Jahr 2016, bis einschließlich Februar, in besagter Praxis schon wieder 119 Termine vereinbart und nicht eingehalten worden waren.

The same procedure as last year ……

Es grüßt,
das Smamp