Fußball der uninteressante Sport

Der Titel ‚Fußball der uninteressante Sport‘ ist bewusst provokant gewählt.

Zur Zeit findet die Rugby-WM in Japan statt. Mich fasziniert dieser Sport. Aus mehreren Gründen.

Zum einen geht es da stetig vorwärts im Spiel. Zum anderen ist das Spiel getragen vom Respekt …. gegenüber dem Spiel, gegenüber dem Gegner und gegenüber dem Schiedsrichter.

Zudem gibt es dort einen seit Jahren funktionierenden Videoschiedsrichter.

Solche Abläufe, wie Schauspieleinlagen angeblich verletzter Spieler, sucht man dort vergebens. Ebenso wie Rudelbildungen zur Einflussnahme auf den Schiedsrichter. Was der Schiedsrichter entscheidet ist Gesetz, egal ob man jetzt zustimmt oder nicht.

Wenn da einer per gelber Karte für 10 Minuten des Feldes verwiesen wird, dreht sich der Spieler wortlos um, und geht vom Feld. Fertig.

Zudem darf nur der Mannschaftskapitän mit dem Schiedsrichter reden.

Der Schiedsrichter wird dort als jemand gesehen, der Teil des Spiels ist. Jemand, der zusammen mit den Spielern, Teil des Spiels ist. Jemand, der Teil von ihnen allen ist. Im Fußball hat man oft den Eindruck, als sei der Schiedsrichter ein Gegner der Mannschaft.

Ich konnte letztens das Freitagsspiel der Bundesliga im TV ansehen. Ich habe nach 1/2 Stunde weggeschalten. Ich wollte mir das Ballgeschiebe, die ständigen Diskussionen mit dem Schiri, Rudelbildungen, schauspielerische Einlagen, und dergleichen mehr, nicht weiter antun.

Stattdessen habe ich mir eine Aufzeichnung des letzten Rugby-Spiels bei der WM angesehen. Eine Wohltat.

Wenn man sich dann noch ansieht, um wieviel Geld es da im Fußball geht …. Summen zu denen jeder Normalo den Bezug verloren hat. Und noch ein Spieltag hier und ein Wettbewerb dort. Aberwitzige Transfer-Summen, die kein Mensch nachvollziehen kann. Und dann noch ein Verhalten auf dem Spielfeld, das mit dem Sport, den ich schätzen und lieben gelernt habe, nichts mehr zu tun zu haben scheint …. dann braucht man sich nicht wundern, wenn die Zuschauer sich irgendwann abwenden.

Der uninteressante Sport, der da vielfach geboten wird, lässt einen nicht empfinden, dass man Teil davon ist. Auch nicht, dass der Sport an erster Stelle steht, und gleich daneben der Respekt vor allen anderen Beteiligten.

Und nach Ende des Spiels gehen beim Rugby die Verlierer durch ein Spalier der siegreichen Mannschaft und werden mit Applaus seitens der Gewinner verabschiedet.

Das ist Respekt. Vor dem Gegner, dem Sport, den Regeln, dem Schiedsrichter.

Der uninteressante Sport an anderer Stelle ist nicht das, was ich mir erwarte.

Es grüßt, das Smamap

Rugby

Eher zufällig habe ich mir letztens eine Übertragung angesehen, auf Eurosport, anlässlich der aktuell stattfindenden Rugby-Weltmeisterschaft.

Wer mich kennt, weiß, dass ich Sport, so ganz generell, durchaus zugetan bin. Ich gehöre allerdings zur Mehrheit derer, die viele Sportarten nicht selbst aktiv betreiben, sondern sie eher betrachten.

Nachdem mir Rugby bisher eher fremd war, sah ich mir also mal so ein Spiel an, eher aus dem Ansinnen heraus, zu verstehen, um was es überhaupt geht. Neugierde halber quasi.

Und ich muss sagen: Ein sehr interessanter Sport.
AUCH deswegen, weil hier Fairness so hoch angesiedelt ist, und sich so manche Zeitgenossen durchaus eine Scheibe davon abschneiden könnten.

Der Sport ist ja durchweg durch handfesten Körperkontakt geprägt, aber eben auch dadurch, dass oberstes Gebot ist, den anderen zu schützen, zu respektieren und auch die Regeln haben zu allererst dieses Ziel.

Der Schiedsrichter ist dabei unangefochtene Autorität, er wird unterstützt durch einen „Fernseh“-Schiedsrichter, der häufiger im Spiel „angerufen“ wird, und sich bestimmte Szenen aus verschiedensten Blickwinkeln ansieht, um dem eigentlichen Schiri dann zu sagen, wie zu entscheiden ist.
Außer den beiden Kapitänen der Mannschaften, darf kein Spieler mit dem Schiri sprechen.

Nach Ende des Spiels stehen abwechselnd beide Mannschaften Spalier für die jeweils andere Mannschaft, beklatscht diese und deren Leistung. Eine Respektsbezeugung dem Gegner gegenüber, und zwar egal, wie das Ergebnis ausgefallen ist.

Wie gesagt, eine Verhaltensweise, von der sich so Manche eine Scheibe abschneiden könnten: Der Respekt dem anderen gegenüber, sollte stets Vorrang haben. Nicht nur im Sport.

Und AUCH in anderen Sportarten, könnten sich so Manche daran orientieren: Man stelle sich nur vor, ein Fußball-Schiedsrichter bekäme die Unterstützung eines „Kollegen“, der sich Strittiges nochmals am Bildschirm aus allen Richtungen anschauen kann. Und man stelle sich vor, ein Schiri hätte auch deswegen ein ganz anderen Ansehen, weil alles unternommen wird, damit er immer die richtige Entscheidung trifft. Und die Regel, dass nur der Kapitän mit ihm sprechen darf, täte ein Übriges.

JA, ich oute mich als ein Fan, egal in welchem Sport, für den faires Verhalten Priorität hat. Nicht zuletzt deshalb mag ich auch „Snooker“ sehr gerne. Wenn dort einer ein unbemerktes Foul begeht, ist es Ehrensache, von sich aus darauf hinzuweisen; wie überhaupt auch dort Fairness an vorderster Stelle steht.

Es grüßt,
das Smamap