Foul ist, wenn der Schiedsrichter pfeift

Der Spruch „Foul ist, wenn der Schiedsrichter pfeift“, ist sicherlich jedem geläufig.

Nicht etwa deswegen, weil jetzt jeder Fußball-Fan wäre. Nein, aber er gilt in vielen Sportbereichen, und wurde so zu einem geflügelten Wort.

Jüngst aber scheint er, im Fußball zumindest, in Vergessenheit geraten zu sein.

Seit dieser Saison gibt es nämlich den Video-Schiedsrichter. Der schaltet sich ein, wenn eine offensichtliche Fehlentscheidung des Platzschiedsrichters vorliegt, oder er von Letzterem „angerufen“ wird.

Dieser Videoschiedsrichter hat ständig sämtliche Kamera-Perspektiven zur Verfügung, und kann so in strittigen Situationen helfen. Etwas, das es in anderen Sportarten schon lange gibt. Man denke an American-Football oder an Rugby. Oder etwa an Tennis (dort ist es eine autom. Linienkontrolle).

Nun sollte man meinen, dass mit diesem Videoschiedsrichter endlich Ruhe in die all-wöchentliche Diskussion eingetreten ist, welche eklatanten Fehlentscheidungen der Platzschiedsrichter wieder einmal getroffen hätte.

Doch weit gefehlt …. es wird eifrig auf dem „Videobeweis“ herumgehackt. Sei es wegen angeblicher Fehlinterpretation, sei es wegen Nichtanruf des Videoschiedsrichters.

Selbstverständlich ist es dabei so, dass immer alles durch die eigene Brille betrachtet wird. Und schuld sind natürlich immer die anderen.

Vergessen wird dabei jedoch (schon immer), dass es darum geht, zwischen allen vereinbarte Regeln anzuwenden. Anzuwenden, durch Menschen. Dass dabei immer mal wieder Fehler unterlaufen (wohl gemerkt, unabsichtliche Fehler), liegt in der Natur der Sache. Jedoch versucht man mit dem Videobeweis die Fehlerhäufigkeit so weit als möglich zu reduzieren. Eine Restfehlerquote, mit welchen Mitteln auch immer erzielt und wie gering auch immer, wird bleiben.

Was diejenigen vergessen, die sich da echauffieren, ist, dass es noch nie darum ging, fehlerlose und perfekte Entscheidungen zu erreichen. Dort wo Menschen beurteilen, wird es immer Fehler geben. Und deshalb wird es immer darum gehen, dass Fehler zwar möglichst vermieden werden, aber zwangsläufig eben doch vorkommen.

Der „Unparteiische“ (JA, der heißt so), wendet ein von allen vereinbartes Regelwerk an, damit es fair zugeht, und niemand sich einen ungerechtfertigten Vorteil verschafft.

Foul ist, wenn der Schiedsrichter pfeift

Es liegt in der Natur der Sache, dass DAS, was der Unparteiische entscheidet, schlicht und ergreifend gilt. Es muss nämlich einen geben, der bestimmt, was in einer Situation aus dem Regelwerk folgt. Im Sport muss das, in aller Regel, sofort entschieden werden, bzw. zumindest innerhalb sehr kurzer Zeit.

Und deswegen ist „Foul“ nicht dann, wenn ein Spieler dies meint oder ein Zuschauer oder die Kamera, sondern „Foul ist, wenn der Schiedsrichter pfeift“. Es liegt ebenso in der Natur der Sache, dass er, weil Mensch, auch mal daneben liegen kann. Egal ob mit oder ohne Videoschiedsrichter.

Es wär schon viel gewonnen, wenn diejenigen, die auf den zur Verfügung stehenden Mitteln rumhacken, einfach die Klappe halten, und das akzeptieren, was vereinbart ist, nämlich die Regeln. Und in denen steht auch, dass DAS gilt, was der Schiri entscheidet. Dort steht NICHT, dass das in jedem Fall zu 100% objektiv korrekt ist. Es wird zwar versucht, das möglichst nahe zu erreichen, ohne das es aber je erreichbar sein wird.

Dh., was man im Sport zu erreichen versucht, ist das Optimum dessen, was erreichbar ist, wenn es um Gerechtigkeit geht.

100% davon kann und wird es nie geben.

Ich gehe noch weiter ….
DAS, was man im Sport versucht (Fairness), ist Musterfall bzw. ein Testlauf dessen, um was es auch im „wirklichen“ Leben geht.

Auch DA gibt es ein Regelwerk (nennt sich „Gesetz“), zwischen allen vereinbart und an das sich alle zu halten haben. Ist das nicht der Fall, so greift ein Schiedsrichter ein (nenn sich „Richter“).
Nirgendwo steht, dass Letzterer immer zu 100% objektiv recht hat. Jedoch es wird, durch allerlei Maßnahmen, versucht, dieses Optimum möglichst zu erreichen.

Der Unterschied zwischen Sport und wirklichem Leben:
Eine Fehlentscheidung im Sport, damit kann jeder leben (auch wenn es manchmal nicht den Anschein hat). Eine Fehlentscheidung eines Richters, zumal wenn unkorrigiert, kann erhebliche persönliche Auswirkungen haben.

Aus diesem Grund, würde ich mir manchmal wünschen, dass das Gesetz nicht nur sich selbst kennt, sondern auch andere Dinge berücksichtigt, sprich den Einzelfall, persönliche Lebenssituationen, und dergleichen mehr. Wobei ich nicht beurteilen kann, in welchem Maße dies die Schiedsrichter des wirklichen Lebens, ohnehin tun. Aber das ist jetzt ein anderes Thema.

Ich denke da zB. an den Fußballschiedsrichter, der, mit zusätzlichen Informationen versorgt, seine Entscheidung revidiert, weil offensichtlich der Situation nicht gerecht werdend.

An einer Stelle übertrage ich auch in die andere Richtung:
Wenn ein Richter ein Urteil spricht, so hat das (zunächst) bestand. Die Verhandlung ist dann geschlossen, Diskussion ausgeschlossen).
Etwas Ähnliches fehlt mir im Sport, insbesondere im Fußball …

Im Rugby gibt es die Regel, dass NUR der Mannschaftskapitän mit dem Schiedsrichter sprechen darf. Niemand sonst.

Ev. gibt es eine entsprechende Regel auch im American-Football. Vll geht die sogar noch weiter (ich kann es allerdings nicht mit Bestimmheit sagen, weil ich das dortige Regelwerk nur peripher kenne). Jedenfalls sehe ich dort nie eine Diskussion mit Schiedsrichtern (allenfalls eine zwischen Trainer und Nebenschiedsrichter).

Im Fußball wäre viel erreicht, wenn es dort auch so eine Regel gäbe. Nur EINE Person spricht mit dem Schiri …. und jegliche Rudelbildung um den Schiri herum wäre Vergangenheit. Warum die Fußball-Regelhüter derlei noch nicht verankert haben, ist mir ein Rätsel.

Es grüßt,
das Smamap (www.wkfm.eu – WasKeineFreudeMacht)

Eingriff in die Grundrechte?

Heute hat der Bundestag ein Gesetz verabschiedet, mit dem die Behörden die Möglichkeit erhalten sog. „Staatstrojaner“, also Software zum Abgreifen von Informationen, auf Smartphones zum Einsatz zu bringen, und zwar v.a. bzgl. sog. Messenger wie WhatsApp; ein, wie ich meine, schwerer Eingriff in die Grundrechte der Bürger unseres Landes, wie sie im Grundgesetz verbrieft sind.

Das Ganze ist HIER nachzulesen.

Nun gehöre ich beileibe nicht zu jenen, die grundsätzlich gegen jegliche Maßnahmen sind, die die Rechte der Menschen einschränken. V.a. auch dann, wenn es darum geht, schwere Verbrechen oder gar Terror zu verhindern.

Jedoch müssen sie Sinn machen, und Mißbrauch absolut ausschließen.

Aber das, was hier jetzt auf den Weg gebracht wurde, geht in meinen Augen eindeutig zu weit, weil damit die Möglichkeit gegeben ist, einmal mehr in die Grundrechte einzugreifen.

Da wird den Behörden theoretisch die Möglichkeit eingeräumt, jedes mobile Gerät auszuspionieren. Wenn ich recht verstanden habe, muss zwar jeweils ein Richter das beschließen, aber welcher Richter wird im Ernstfall sich verweigern, wenn ihm versichert wird, dass Gefahr im Verzug ist, und ev. Menschenleben bedroht sind.

Wo ist die Barriere, dass nicht unbescholtene Bürger ins Fadenkreuz geraten? Erst recht, wenn ich lese, dass auch Fälle von Computerbetrug oder Steuerhinterziehung mit der Maßnahme abgedeckt werden sollen.

Wie schnell ist einer da im Verdacht, wird mit allen Mitteln ausgehorcht, und letztlich ist der Ruf dahin.

Wo bleiben da die grundgesetzlichen Rechte?

Und wenn man dann den Prozentsatz der durch solche Maßnahmen verhinderten/aufgeklärten Verbrechen betrachtet, und auch die Tatsache, dass Verbrecher den Behörden immer einen Schritt voraus sind …. wo ist da die Verhältnismäßigkeit?

Ich bin SOFORT dabei, wenn Maßnahmen Sinn machen, und nicht den Rechtsstaat aushöhlen, nur damit einer der hohen Politiker Sicherheit propagieren kann, und mit Blick auf die nächsten Wahlen auf Stimmenfang geht.

Ich habe den Eindruck, es wird durch die Hintertür das Grundgesetz und die Grundrechte ausgehebelt.

Nicht mit Absicht …. das gestehe ich den Herrschaften gerne zu. Ich gestehe ihnen auch zu, dass sie beste Absichten verfolgen (auch wenn im Hintergrund an die nächsten Wahlen gedacht wird).

Was aber mit so plakativen Beschlüssen dann in der Praxis geschieht, wenn ein jeder, einmal mit dem Makel einer „schweren“ Straftat behängt, mit allen Mitteln ausgehorcht werden darf, das mag ich mir nicht vorstellen. Denn wenn das einmal geschehen ist, dann kann es nicht mehr zurückgenommen werden, wie unschuldig auch immer jemand wäre.

Der Abgeordnete Hans-Christian-Ströbele, der nun absolut nicht dafür bekannt ist, den Realitätssinn zu verlieren meinte denn auch dazu: „Dieses Gesetz darf so nicht durchkommen. Dieses Gesetz muss spätestens in Karlsruhe fallen“.

Fazit:
Der Punkt ist, dass solche Maßnahmen viel zu viel Schaden anrichten können, v.a. auch dann, wenn Behörden umfangreiche Möglichkeiten eingeräumt werden, und dann dennoch nur einzelne Verbrechen verhindert werden. Und dass Behörden stets sorgsam und verhältnismäßig agieren, das wäre mir neu. Erst recht dann, wenn es um nachrichtendienstliche Vorgänge geht. Darüber hinaus sind Einschränkungen von Grundrechten etwas, wogegen wir alle eintreten sollten. Was passiert, wenn wir darauf vertrauen, dass mit Grundrechten schon pfleglich umgegangen wird, in der Praxis aber etwas anderes passiert, das haben wir in der Geschichte und auch in anderen Ländern der Gegenwart zur Genüge erlebt.
Wenn ich mich recht erinnere, sind die Persönlichkeitsrechte und die Privatsphäre lt. Grundgesetz höchste Werte.
Warum mir in diesem Zusammenhang einfällt, das kürzlich ein Gesetz beschlossen wurde, wonach soziale Medien dazu verpflichtet werden, offensichtlich gesetzwidrige Inhalte zu löschen, dass kann sich jeder denken.
Wenn jene soziale Medien in vorauseilendem Gehorsam löschen bzw. vorsichtshalber, um nicht gesetzlich belangt zu werden ….. was das dann noch mit freier Meinungsäußerung lt. Grundgesetz zu tun hat, das mögen mir jene Parlamentarier beantworten, die diese beiden Gesetz durchgewunken haben. Ob sie dabei an das Grundgesetz dachten?

Es grüßt,
das Smamap (www.wkfm.eu)