Tage der Ausgangsbeschränkung

Mal wieder ein paar Zeilen zu den letzten Tagen der Ausgangsbeschränkung. Der geneigte Leser mag erkennen, dass ich beschlossen habe, nur noch alle paar Tage dazu zu schreiben … jeden Tag darüber zu schreiben, es gäbe nicht viel zu sagen.

Die Menschen halten sich daran. Man merkt, wenn jemand auf einen zukommt, wie jeder kurz darüber nachdenkt, wie man jetzt den Abstand herstellt. Der eine wartet dann an einer günstigen Stelle, der andere weicht vom Gehsteig über die Straße aus und der Nächste bleibt einfach vor dem Bäckerladen stehen, und wartet ab, bis die Kundenzahl unter 3 gesunken ist.

Überhaupt ist das zwar die Zeit der Ausgangsbeschränkung, aber noch viel mehr eine Zeit der Rücksichtnahme. Etwas, was ansonsten eig auch so sein sollte, aber oft nicht ist. JETZT funktioniert das. Nicht immer, aber immer öfter. Man sieht wieder einmal, dass dann, wenn es auch um das eigene Wohlergehen geht, dann Rücksichtnahme praktiziert wird, eben WEIL es dem eigenen Wohlergehen dient. Eine Rolle spielt dabei sicher auch, dass es Vorschrift ist. Aber ich sehe den größeren Anteil darin, dass jeder erkennt, dass es zu seinem Nachteil sein könnte, wenn er keine Rücksicht nimmt

Wieder etwas, was wir als Essenz mitnehmen könnten, für die Zeit nach Corona oder zumindest für die Zeit, wenn die Ausgangsbeschränkung etwas gelöst wird. Zumal es das Leben doch einigermaßen vereinfacht, entschleunigt, stressfreier macht, SO wie das jetzt läuft.

Es zeigt sich AUCH, dass die Menschen auf so einiges verzichten können. Also nicht daran sterben, wenn sie nicht täglich bzw. regelmäßig bestimmte Dinge bekommen. Nehmen wir das tägliche Bier in der Kneipe. Oder mehrmalige Shopping-Touren jede Woche. Oder die Kurzfahrten mit dem Auto irgendwohin, weil man ‚eben noch kurz‘ was besorgen muss (zB die Steaks vom Metzer für’s Abendessen).

Man stellt plötzlich fest, es geht öfter auch ‚ohne‘. Ev. führt das auch dazu, dass man die Dinge DANN, wenn man es wieder mal machen kann bzw. wirklich will, dann auch mehr als etwas Besonderes zu sehen vermag.

Die Frage „brauche ich das wirklich?“ scheint wieder etwas mehr Gewicht zu bekommen.

… to be continued

Liebe Autofahrer

NEHMT RÜCKSICHT !!!!!!!!

Warum ich das schreibe?
Na ja, heute scheint der besondere Tag zu sein, an dem einzelne Autofahrer es nicht so genau nehmen, wenn es darum geht, Rücksicht auf Radfahrer zu nehmen ….. im speziellen Fall auf meinereiner.

Phase 1: Mein Rad läuft bergab, auf eine Einmündung zu. Ich fahre in der Mitte der Fahrspur, da ich „unten“ links abbiegen will. Ich zeige dies per Hand an, so dass es jedem klar sein muss. Ungefähr 5 Meter vor der Haltelinie überholt mich ein Van und scheert vor mir wieder ein (die durchgezogene Linie ist für ihn selbstverständlich nicht vorhanden). Ich habe es grade noch so eben erbremst, um dem Kameraden nicht hinten auf´s Heck zu knallen. Es war ein Balance-Akt zwischen „auf´s Heck knallen“ und „Fahrrad-Überschlag“.

Phase 2: Endlich am Heimatort angekommen, schiebe ich mein Rad über den Platz, an der Häuserfront entlang. Wie ich da so am Schieben bin, kommt mir rückwärts ein Van entgegengerollt. Ich bleib stehen, um ihn vorbeirollen zu lassen. Kann eh nicht weiter, weil mir kurz darauf ein Werbeaufsteller die Weiterfahrt verwehrt. Als die Fahrerin auf meiner Höhe ist, bleibt sie stehen, steigt aus, und schaut mich an. Ich darauf „…. und jetzt?“. Antwort: „Ja ich muss jetzt hier einladen!“.
Spricht´s, und schreitet von dannen. Mein Einwurf „Sie hätten mich ja schon vorher durchlassen können“, ist wohl zu hochstehend formuliert, als dass man darauf reagieren könnte.
Ich steh da, und weiß nicht so recht, ob es jetzt an der Sonne liegt, an der Luftfeuchtigkeit am HIRN oder an was sonst.
Ich nehme also mein Rad, schieb wieder zurück, und nehm die andere Straßenseite.

Ich denke, ich habe heute genug vom Radfahren.

Es grüßt,
das Smamap