Weniger ist Mehr

Wer mich kennt, weiß, dass das ein Lebensmotto von mir ist.

Das war nicht immer so.

Es gab Zeiten, da hatte MEHR für mich mit MEHR HABEN zu tun. Manche hätten mich sicherlich als (materiell) reich bezeichnet.
Heute ist „reich“ für mich ein relativer Begriff.

Zu allen Zeiten war es mein Lebensziel, das Leben zu genießen, was immer schon etwas damit zu tun hatte, das Leben als schön zu empfinden.

NUR – damals da meinte ich, ein schönes Leben habe etwas damit zu tun, materiell etwas zu besitzen. Vielleicht hatten mir das auch meine Eltern so mitgegeben, insofern, als sie der ersten Generation entstammten, die sich (nach dem Krieg) etwas aufbauen konnte. Doch je mehr ich materiell besaß, umso unzufriedener wurde ich. Schließlich hatte ich den Verdacht, dass irgendwas an diesem Lebensplan nicht passte.
War dem aber so?
Und wenn ja, wie den bisherigen Lebensplan umgestalten?
Und wohin?

Da aber kam mir etwas zu Hilfe, was andere wohl als Schicksal bezeichnen würden.
Ein einschneidendes Ereignis führte nämlich dazu, dass ich meinen bisherigen Lebensplan nicht mehr weiterverfolgen konnte.

Ich musste, ob ich wollte oder nicht, mein Leben anders gestalten. Ich musste meinen materiellen Besitz aufgeben, denn ihn weiterhin zu erhalten oder gar zu mehren, war fortan unmöglich.

Das war freilich ein Prozess, denn von jetzt auf dann war es nicht umzuwerfen. Und so besaß ich im Lauf der Zeit (materiell) stückweise weniger. Und je weniger ich hatte, umso mehr wuchs meine Zufriedenheit.

Ich lebe heute nicht als Einsiedler. Nein, weit davon weg. Ich habe eine kleine Wohnung, mein Rad, gewisse Annehmlichkeiten des Lebens, die ein jeder hat. Gemeinhin sagt man wohl, alles das „was man zum Leben braucht“.

Heute ist es schön, kleine Dinge zu genießen. Egal ob das jetzt die Arbeit ist, die Stunde in der Sonne, ein Spaziergang im Schneefall, die kleine Radtour, jemandem zu helfen, der Einkauf mit dem Cappuccino hinterher oder das Gespräch mit einem Freund.

Heute weiß ich, was ein schönes Leben ist, und die obigen Fragen, die haben sich fast von selbst beantwortet. Selbst, von mir aus, hätte ich dies wohl nicht erreicht. Ich würde heute immer noch dem hinterherhecheln, was mal mein Lebensziel war. Es bedurfte eines Umbruchs von außen, um etwas zu erkennen, und zu erreichen.

Und das führte auch ganz automatisch dazu, all den Ballast zu beseitigen, der mich früher unnötig beschäftigt hat. Man kann das an ganz einfachen Fragen festmachen, wie etwa: Wozu brauche ich 5 Töpfe, 10 Jeans, 2 Fernseher und ein Auto?

Nein, Weniger ist Mehr. Und heute ist auch nicht mehr ein Ziel vorhanden, das ich erreichen möchte, sondern der Weg, auf dem ich lebe, ist das Wesentliche.

EINES allerdings fehlt auch mir. Aber das ist ein anderes Thema.

Es grüßt,
das Smamap

Manches ändert sich nie ….

Gottseidank möchte man sagen!!!

Weil solche „Dinge“, die einem also unverändert auffallen, in der Regel solche sind, die man mit schönen Gedanken verbindet. Andere Dinge, die nicht schön sind, die schiebt man normalerweise sofort zur Seite.

Nun ja …. solche „schönen“ Dinge, die erinnern einen an vergangene Tage, in denen man sich wohl fühlte. Und das sind ja die Tage, die man in Erinnerung behält. Tage, wie z.B. jener, als man einen Schlaganfall erlebte, an die möchte man ohnehin nicht so gerne denken.

Und so ging ich hier in Hof kürzlich durch das Volksfest und sah

2015-08-01 14.40.05 2015-08-01 14.36.40

2 Fahrgeschäfte also, die gab es schon in meiner Jugend.

Sie erinnern mich an eine Zeit, in der das Leben noch relativ ungezwungen war. Eine Zeit, in der man sich um fast nichts kümmern musste, denn da waren die Eltern, die das für einen übernahmen.

Und darum ist das immer was Besonderes, wenn man solche Dinge aus vergangenen Tagen sieht. Sie erinnern einen, wie gesagt, an solche Tage. Und sie zeigen einem, dass Manches (scheinbar) Bestand hat, in einer Welt, in der sich so Vieles ändert, und oft nicht zum Besseren.

In diesem Sinne grüßt,
das Smamap