Ein Weg mit Hindernissen

Wie angekündigt, hier ein „kurzer“ Abriss, wie sich mein Umzug zum neuen Provider gestaltete. Es sollte ja damit erreicht werden, dass mein WordPress-Blog nicht mehr über Strato läuft, sondern über All-inkl.com.

Es war zunächst notwendig, mir einen Überblick zu verschaffen, was alles getan werden musste. Ich maße mir dabei nicht an, alles im Detail verstanden zu haben, und bitte deshalb „Fachleute“ um Nachsicht, falls das ein oder andere ungenau beschrieben wäre.

Es war 3-erlei notwendig:

  1. Die Inhalte des Webspace übertragen.
  2. Die Datenbank übertragen.
  3. Die Domain übertragen (also quasi die Internet-Adresse zum neuen Provider).

Die ersten beiden Punkte wären, so las ich, sehr einfach zu bewerkstelligen über das WordPress-Plugin „Duplicator“.
Dabei stellte sich allerdings heraus, dass Strato mit einem Timeout die Funktion verhinderte. Dies bedeutet, vereinfacht gesagt, dass der ausführenden Software vom Server mitgeteilt wird, dass das Ganze zu lange dauere, und deshalb abgebrochen wird.
TOLL dachte ich mir.

Also auf die Suche gemacht, nach einer anderen Möglichkeit.

Der neue Provider informierte mich, dass es dort über die „Accountübertragung“ möglich wäre, diese beiden Punkte zu erledigen.
Also frisch an´s Werk gemacht! Diese Accountübertragung funktionierte einwandfrei, was den ersten Teilpunkt angeht, nämlich die Übertragung der Inhalte des Webspace. Man muss sich das vorstellen, wie den eigenen PC, dessen Festplatteninhalte auf eine andere Festplatte, also den neuen PC, übertragen werden.

Blieb, um die Accountübertragung abzuschließen, noch der zweite Teilpunkt, also die Übertragung der Datenbank. Dabei warf Strato aber leider den nächsten Knüppel zwischen die Beine. Strato lässt keine externen Datenbankverbindungen zu, und verhinderte somit die Datenbankübertragung.

Nach dem o.g. Timeout, also der 2. dicke Hals.
Aber ich zwang mich dazu, die Ruhe zu bewahren.

Beim Stöbern in meinem Strato-Account entdeckte ich dann die Möglichkeit, die Datenbank zu exportieren. Ich führte diesen Export durch, und erhielt auf meinem Rechner, genauer gesagt, auf meinem Tablet, eine SQL-Datei (nichts anderes also, als z.B. eine Datei namens „DB12345.sql“).

Diese konnte ich dann doch mittels der o.g. Accountübertragung beim neuen Provider einlesen, und somit war also (fast) alles dort, wo es sein sollte.

Was noch fehlte, war die Domainübertragung. Eine Domain ist ja nichts anderes als eine Internet-Adresse (in meinem Fall also WKFM.EU). Bei der zentralen Registrierungsstelle ist für jede Domain hinterlegt, wem sie gehört und wo sie beheimatet ist.

Ich hatte wohlweislich beschlossen, diese Domain-Übertragung zum neuen Provider erst ganz zum Schluss zu veranlassen, denn sonst hätte es passieren können, dass ich zu meinen Daten beim alten Provider keinen Zugang mehr gehabt hätte. Gottseidank hatte mich ALL-INKL.COM informiert, dass ich hier vorsichtig sein sollte, um genau dieses Szenario zu verhindert, nämlich dass ich die Domain übertrage, und dann feststelle, dass Strato sagt „April, April, wir lassen dich nicht mehr auf deine Daten zugreifen“.

Ich führte also die erstgenannten beiden Punkte durch, und überprüfte das Ergebnis, sprich, ob alle Daten auch wirklich vorhanden sind beim neuen Provider. Dies war möglich dadurch, dass mir dort eine „Übergangsdomain“ zur Verfügung gestellt wurde, über die meine Inhalte aufrufbar sein würden, solange die Domain noch nicht übertragen wäre. Die nannte sich in meinem Fall so ungefähr „WKFM.EU.xyz.kasserver.com“.

Nachdem ich über Aufruf dieser Übergangsdomain gesehen hatte, dass alle Inhalte da waren, ging ich daran, meine eigentliche Domain zu übertragen.

Dazu hatte ich mir von Strato zuvor den sog. AUTHCODE geben lassen, mit dem man sich als Eigentümer der Domain ausweisen kann. Diesen Code übergab ich an den neuen Provider und innerhalb weniger Stunden, war die Domainübertragung erledigt (genauer gesagt, über Nacht), und ich konnte meine Inhalte beim neuen Provider über die gewohnte Adresse aufrufen.

Bevor ich die Domainübertragung anstieß, hatte ich mir überlegt (schlauerweise, wie ich fand), beim alten Provider noch einen kleinen Testbeitrag zu veröffentlichen, der folglich auch nur dort zu sehen war (die Inhalte meines Blogs waren ja, wie oben beschrieben, schon zuvor übertragen worden, womit jegliche Veränderungen beim alten Provider natürlich beim neuen Provider keinen Niederschlag finden würden).

Wenn ich dann also am nächsten Morgen meine Adresse im Browser aufrufen würde, würde ich am Nichtvorhandensein dieses Testbeitrags erkennen, dass die Domainübertragung tatsächlich schon stattgefunden hatte.

Und genau SO war es dann auch.

Und ich muss sagen, ich war ein klein wenig stolz auf mich, und klopfte mir geistig auf die Schulter.
Für jemanden, für den solche Dinge wie das Einmaleins aussehen, ist das sicherlich keine große Sache, aber für einen Neuling in solchen Dingen, finde ich zumindest, ist das schon eine kleine Leistung.

Damit war alles im großen und Ganzen erledigt. Ich hatte meine Inhalte zur Verfügung, meine Domain war übertragen, und ich konnte meinen Blog einwandfrei nutzen.

Mehr als das, denn die Probleme, die ich bei Strato gehabt hatte, waren verschwunden.

Gut, die ein oder andere Kleinigkeit wird es sicher noch geben. Gab es auch schon. So stellte sich plötzlich heraus, dass es nicht möglich war, Bilder in die Beiträge einzufügen. Da kam dann eine Fehlermeldung, dass das Bild nicht gespeichert werden könne.
Dank des Supports bei ALL-INKL.COM war die Ursache schnell gefunden, und ich stellte die Schreibrechte eines Ordners um, und das Problem war behoben.

Bei Strato hätte es bestimmt wieder geheißen, ich solle mich an den Support von WordPress wenden, weil es MEINE Aufgabe sei, mich um die Funktion der installierten Software zu kümmern (so wurde mir dort zumindest gesagt).

Ich durfte mittlerweile erfahren, dass es in der Service-Wüste Deutschland doch schon einige Oasen gibt 😉

Es grüßt,
das Smamap

Strato und Kundenservice

Wie hier kürzlich berichtet, kämpfe ich mit ein paar Kleinigkeiten in WordPress.

Ich hatte dabei, vereinfacht gesagt, Kontakt zum Support von WordPress aufgenommen, und zum Support von Strato, wo ich, wieder vereinfacht, den Webspace für mein WordPress gemietet habe.

Die Leute von WordPress waren da sehr aufgeschlossen und unkompliziert. Kommunizierten sehr hilfreich, und fanden schließlich heraus, dass Strato da software-technisch das Jetpack-Plugin von Worpress teilweise blockiert.

Also flugs mich an Strato gewendet.
Reaktion: Wir leisten keinen Support für WordPress. Zitat: Für Problemlösungen bei installierter Software, sind sie selbst verantwortlich ….. Service-Wüste Deutschland.

Dieselbe Antwort bekam ich bei Nachhaken dann nochmal, wenn auch in etwas höflicherer Form.

Erst als ich den Strato-Leuten die Nachricht aus den Staaten von WordPress unter die Nase hielt, und darauf verwies, dass sie ja einen Teil ihrer Produkte mit der Aussage verkaufen, dass automatisch WordPress installiert sei und sofort verwendet werden könne, da wurde die Einstellung auf einmal etwa differenzierter.

STRATO

Heute hieß es dann, dass das Produktmanagement die Auskunft erteilt habe, man arbeite Strato-seitig an einer Lösung.

Das hört sich dann doch schon etwas anders, als die Auskunft (sinngemäß), dass ich mich doch selbst um meine Probleme kümmern solle.

Der Kunde ist König !!!!!!

So richtig verinnerlicht scheinen das Manche immer noch nicht zu haben.
In Deutschland zumindest. Ich mache allerdings immer wieder die Erfahrung, dass, egal was auch immer man von den Amerikanern hält …… in Sachen Höflichkeit und in Sachen Kundenpflege sind sie uns meilenweit voraus.

Ich erinnere mich da immer wieder an jeden Beamten bei der Einreise in Atlanta, am Flughafen, vor etwa 20 Jahren, der mich fast auf Knien um Entschuldigung dafür bat, dass er mich ziemlich schroff hinter die Wartelinie geschickt hatte, und aber nicht realisiert hatte, dass die Dame, die er gerade „bearbeitete“ meine damalige Frau war, und wir also zusammen gehörten.
Ein Verhalten eines Staatsbediensteten, das man in Deutschland wohl vergeblich sucht, und das ich nie vergessen habe.

Es grüßt,
das Smamap

Service-Wüste Deutschland

Rundherum wird einem von den heutigen Firmen und Konzernen gerne vermittelt, dass im Zeitalter des Internet, in Sachen Service alles nur noch wunderbar ist, weil man stets (d.h. 24/7) erreichbar wäre, immer den korrekten Ansprechpartner hat, und Probleme in NullKommaNichts gelöst sind.

Die Realität sieht leider etwas anders aus. Ich sage „leider“ nicht deshalb, weil das alles so sein müsse, sondern weil etwas versprochen wird, von dem jeder weiß, dass es nicht zu halten ist.

Die Dinge werden immer günstiger (obwohl man in so manchen Fällen ganz bewusst sagen müsste „billiger“), so dass nicht gleichzeitig die Qualität hoch bleiben und der Service immer toller und umfangreicher werden kann. Das schließt sich gegenseitig aus.

Außerdem müssen die wenigen Leute dort auch irgendwann mal frei haben, essen und schlafen. Zudem fragt man sich, wie von dem wenigen Geld, die ständig wechselnden Leute auf einem hohen Qualitäts-Level gehalten werden.

Und weil das alles so ist, kommen folgende Effekte zustande:

  • Stelle A schreibt einem, dass man noch einen Rückstand auf dem Konto habe, woraufhin man diesen ausgleicht.
  • Stelle A schreibt einem 2 Tage später, die Zahlung wäre da, und das Konto  ausgeglichen.
  • Stelle B schreibt einem tags darauf, man solle jetzt doch endlich sein Konto ausgleichen.
  • Stelle C schreibt wieder tags darauf, die Zahlung sei jetzt eingegangen
  • Wer auch immer, bestätigt einem dann, dass das Konto ausgeglichen sei.

oder

  • Man schildert per Kontaktformular ein technisches Problem
  • Darauf erhält man irgendwelche FAQs per eMail. Wenn das Problem damit nicht gelöst sei, solle man auf die Mail nochmals antworten, um dann eine persönliche Antwort zu erhalten. Genau DAS wollte man eig. von Anfang an.
  • Man erhält dann eine persönliche Antwort, in der die Vorzüge des Produkts geschildert werden, und wo man irgendwelche Einstellungen vornehmen könne. Selbstverständlich stehe man stets für Rückfragen zur Verfügung.
  • Die Rückfrage besteht dann darin, dass man höflich darum bittet, auf die konkrete Fragestellung einzugehen.
  • Wenn man dann doch mal anruft, um dann nach 10 Min. Warten, und entsprechender Problemschilderung einen Lösungsvorschlag zu hören, diesen nach dem Telefonat ausprobiert, um festzustellen, dass das SO nicht funktioniert, dann hat man mal wieder 1 Std. mit dem Thema sinnlos zugebracht (was genau das ist, was man eig. vermeiden wollte).

oder

  • Nachdem man von der Online-Bank, bei der man sein Konto hat, dreimal eine Antwort erhalten hat, in der einem Platitüden unterbreitet wurden, verbunden mit der Auskunft, man könne das Geschilderte nicht nachvollziehen, gibt man entnervt auf.

Letztlich steht der Eindruck, der vermittelt wird, im krassen Gegensatz zum Ergebnis.

Fairerweise muss man sagen, dass von den 5 Dingen, die da im Monat auflaufen, sicherlich 4 gelöst werden. Der Aufwand, der dahinter steht, ist enorm, und könnte, wenn man das wollte, um 50% reduziert werden. V.a. auch deswegen weil das Meiste der überflüssigen Aktionen genau NICHTS bringt.

Da denke ich immer an den Mitarbeiter in jenem Supermarkt in den USA, der einem das Eingekaufte hinter der Kasse verpackte und einem das Ganze noch zum Auto brachte. DAS nenne ich Service.

In D (ich weiß nicht, wie es anderswo ist), ist der Kunde mit seinen Problemen allein gelassen, und darf sich selber um eine Lösung kümmern. Ich möchte nicht wissen, welche Horden von Anwendern täglich wieviele Mann-Stunden damit beschäftigt sind, am Telefon und am PC, zu reden, zu schreiben und zu warten. Und sehr häufig vergeblich.

Es grüßt,
das Smamap

DAS nennt man SERVICE

Ein Kunde geht zu seiner Bank, um dort am Automaten eine Überweisung einzutippen.

Er sieht dabei die allerorten aufgestellten Schilder, dass ab 01.02.2016 auch die Übergangszeit für Bankleitzahl und Kontonummer vorbei wäre und Überweisungen ab dann nur mehr per IBAN angenommen werden können.

Nun, denkt er, das ist ja kein Problem, weil am Automaten kann ich ja schön BLZ und Kt.Nr. eingeben, und der macht dann die IBAN draus. So kann ich die Bankdaten, die ich im Kopf habe weiterhin nutzen.

Sicherheitshalber fragt er anschließend am Bankschalter nach. Doch die Dame dort teilt ihm mit, dass auch das dann nicht mehr möglich sein wird.

Er versucht mit ihr in eine Diskussion einzusteigen, dass das schon unsinnig sei, weil es keinen Grund gäbe, dem Kunden diese Möglichkeit zu nehmen. Für die Bank sei es ein relativ geringer Aufwand in Form einiger Programmzeilen in der Software, und zudem würde ohnehin letztlich die IBAN erzeugt und weitergereicht.

Aber die gute Dame wehrt sich mit Händen und Füßen gegen die Annahme, dass das ein guter Service sein könnte. Denn irgendwann müsse ja schließlich Schluss sein mit dem alten System. Zudem würde das zentral gesteuert und sowas würde ja auch nur Kosten verursachen. Außerdem kämen nur noch relativ wenige Kunden, die keine IBAN verwenden.

Der Kunde hat die Diskussion letztlich mit den Worten beendet: Lassen wir es an dieser Stelle dabei bewenden, bringt nix. Es ist nur nicht schön, dass wieder ein Service gestrichen wird.

Meine Meinung dazu: Mit solchen Verfahrensweisen werden es die Banken nie schaffen, ihren Ruf zu verbessern. Auf der einen Seite wird der Service immer mehr reduziert bzw. auf unpersönliche Automaten verlagert, und auf der anderen Seite einem das Geld aus der Tasche gezogen. Ich erinnere nur an den Dispozins von 10% und mehr, der in meinen Augen staatlich legitimierter Betrug ist, wenn man sich ansieht, zu welchen Konditionen die Banken sich heute ihr Geld beschaffen können. Gleichzeitig werden für die Konten Gebühren kassiert, und auch noch an dem Geld verdient, dass sich zeitweise auf den Konten befindet, indem man damit arbeitet.
Aber mit einem Banker darüber zu diskutieren, das wäre so hoffnungslos wie der besagte Kampf gegen Windmühlen. Letztlich zählt nur die Bilanz.

Ich stamme, im Grunde genommen, aus einer Bankerfamilie. Will sagen, mein Vater und auch mein Großvater waren beide in Banken beschäftigt und haben es dabei einigermaßen weit gebracht.
Wenn man sich heute ansieht, wie Bankkunden behandelt werden, und welchen Service sie erfahren, das war früher absolut unvorstellbar. Und heute verstehe ich meinen Vater, warum er sich aus der Mühle irgendwann mal verabschiedet hat, mit den Worten: Die Entwicklung, die das Ganze nimmt, mache ich nicht länger mit.

Der o.g. Kunde wird vermutlich sein Konto bei besagter Bank auflösen. Das ist SEINE Möglichkeit, auf die Verhältnisse zu reagieren. Er wird wohl seine Bankgeschäfte künftig nur noch über sein Online-Konto einer bekannten Großbank abwickeln. Dort kostet das Konto nichts, eine Kreditkarte ist inbegriffen und der Dispozins beschränkt sich auf etwa 7%. Und dort kann er auch weiterhin BLZ und Kt.Nr. eingeben. Und er muss auch keine Diskussion führen, in der sein Gegenüber sich nicht die Mühe macht, Verständnis zu zeigen (auch wenn er nur so täte).

So geht Service.

Es grüßt,
das Smamap