Snooker bis zum Abwinken

Es ist wieder Snooker Zeit. 3 Wochen lang.

Deshalb bin ich hier desöfteren nicht mehr anwesend, weil mich eben die Snooker-WM absolut fordert.

Der Höhepunkt der Saison.

Snooker

Stuart Bingham im Stoß

Nun bin ich jemand, der aus bestimmten Gründen, relativ viel Zeit hat. D.h. die 2-3 Sessions, die täglich laufen, sehen mich immer als Zuschauer.
Für mich ist dieser Sport Snooker…. ich erwähnte es früher schon …. absolut faszinierend. Spannend, fair, technisch und taktisch hochstehend.

Anderen mag Snooker ev. nichts geben, aber für mich eben faszinierend

In der Ruhe liegt die Kraft !!!

Jetzt im Achtelfinale habe die Matches jeweils max. 25 Frames. Wer also als erster 13 Frames gewonnen hat, geht als Sieger vom Tisch.
Wenn ein Match 13:12 ausgeht, dann dauert das schon seine Zeit. Noch dazu, wenn die Führung über diese lange Zeit dann mehrmals wechselt, und man nie sicher ist, wer denn wohl gewinnen wird. Dass das nicht im Stück geht, versteht sich von selbst. Und so starten manche Matches am Vormittag, werden Nachmittag fortgesetzt, und enden Abends.

Wenn ich mich recht erinnere, geht das Finale am 1.Mai über max. 37 Frames.

Wie auch immer …. für Spannung pur wird bis dahin reichlich gesorgt sein, aber auch als Zuschauer muss man entsprechend Stehvermögen mitbringen.

Bis die Tage ….

Es grüßt,
das Smamap

Ali Carter siegt !!!

Da wird jetzt mancher sagen ….. WER soll denn das sein.

Nun, wer ab und an meinen Blog liest, weiß, dass ich Snooker-Fan bin. Also Fan jenes Billard-Sports, nicht unähnlich dem Pool-Billard, aber doch ganz anders.

Und einer der Weltklasse-Spieler dort, ist Ali „the captain“ Carter.

Er hat heute das Weltklasse-Turnier in China (bitte frage mich nicht, wo genau; das kennt eh niemand) gewonnen. Im Finale mit 10:8

Nun ist Ali nicht an vorderster Stelle der Weltrangliste.

Das liegt einfach daran, dass er schon 2x gegen den Krebs gekämpft, und gewonnen hat.Wie man sagt ….. er hat seine größten Kämpfe nicht am Tisch ausgefochten.

Es zeitigt mir den höchsten Respekt ab, mit welcher Energie und Willenskraft er diese Kämpfe durchgefochten hat.

Mit seinem Sieg heut liegt er auf Platz 16 in der Weltrangliste. Die besten 16 sind die Spieler, die normalerweise bei Turnieren gesetzt werden. Und da gehört er auch hin. Hätte er nicht immer diese langen Pausen zwangsweise haben müssen, wäre er vermutlich noch sehr viel weiter vorne.

DER Snooker-Spieler für den ich am meisten die Daumen drücke, ist ein anderer.
Aber Ali kommt gleich danach. ER ist der Spieler, vor dem ich am Meisten den Hut ziehe.

Ich hätte auch viel darum gegeben, seinen Bruder im Geiste noch medial gekannt zu haben, nämlich Paul Hunter, jenen Spieler, der heute sicherlich im selben Atemzug genannt werden würde mit Ronnie O´Sullivan oder Stephen Hendry. Aber leider kam es nicht so weit.


(Paul Hunter, der David Beckham des Snooker, gest. 2006)


Und so spielt heute weiterhin „der Captain“ sein Snooker, nachdem ihm das Leben eine weitere Chance gegeben hat.

Hut ab vor dieser Willensstärke.

Es grüßt,
das Smamap

In den letzten Zügen

Wie schon mehrfach beschrieben, neigt sich „meine“ Snooker-WM dem Ende entgegen.

Im Moment findet grade das Finale statt. Heute der erste Teil, und am morgigen Montag (traditional) der zweite Teil.

Das gestrige Halbfinale war mal wieder ohnegleichen.

Der Weltranglisten-Erste Mark Selby, und sein Gegner, Marco Fu, lieferten sich ein Match über 32 Frames, das an Kampf, Konzentration, Beharrlichkeit, Taktik und Spannung kaum noch zu überbieten war.

Und wie dann kurz nach Mitternacht endlich der letzte Ball fiel, und die Menschen die Spieler mit Standing Ovations verabschiedeten, da stand auch ich vor dem Bildschirm und applaudierte.

In den letzten Jahren hatte ich schon viel gesehen. Auch Dramatik pur. Aber das gestern, so scheint es, kennt wohl keine Steigerung mehr.

Aber das dachte ich schon öfter, und immer kam etwas, das dem noch eins drauf setzte, und wo ich mir dann mittendrin dachte, ich sollte jetzt wohl lieber mal umschalten, und meinen Blutdruck wieder etwas runter bringen.

Man muss gerechter Weise hinzufügen, dass es schon auch immer wieder Matches gibt, die dann eher langweilig daher kommen.
Genauso, wie es nicht immer nur Endspiele im Fußball gibt.

Jedoch der Anteil der Matches, in denen über Stunden die Spannung unmerklich nach oben geschoben wird, ist doch erheblich.

Und wie ich immer wieder beschrieb, geht es in DIESEM Sport absolut fair zu. Ein unbemerktes „Foul“ (z.B. Kugel berührt), egal in welcher Situation, wird vom jeweiligen Spieler immer sofort selbst dem Schiedsrichter angezeigt.
Man stelle sich vor, ein Fußballer würde zugeben, dass er den Ball im Strafraum mit der Hand berührt habe.

Die Fairness in diesem Sport geht soweit, dass ein Spieler jüngst auf einen Vorteil verzichtete, den er dadurch erhielt, dass der Gegner infolge eines lauten Geräusches aus dem Zuschauerraum, unmittelbar beim Stoß, denselben verriss. Jener Spieler spielte nicht den Ball, der sich ihm dadurch einlochbereit darbot, sondern einen anderen. Und er machte dies auch nicht publik. Es war für ihn eine selbstverständliche Verhaltensweise. Wenn sein Gegner dies nicht erzählt hätte, wäre sein faires Verhalten gar nicht bekannt geworden.

Man würde sich wünschen, dass es SO auch in anderen Sportarten zuginge.

Oder ev. sogar im wirklichen Leben.

Es grüßt,
das Smamap

Der Fluch des Crucible II

Jetzt hat es den 2. erwischt, nachdem GESTERN schon der 1. die Segel streichen musste.

Nachdem gestern der amtierende Weltmeister ausschied, traf es heute den anderen letztjährigen Endspiel-Teilnehmer, namens Shaun Murphy.

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(Shaun Murphy)

Und wieder ging es hin und her. Mal der eine in front, mal der andere.

Und letztlich hieß es am Ende 8:10, aus der Sicht von Shaun.

Nicht leicht für einen der besten Snooker-Spieler der Gegenwart. Zumal er letztes Jahr lange wie der sichere Weltmeister aussah, in jenem denkwürdigen Finale, und dann doch verlor, und lange nicht darüber hinweg kam.

Ich möchte ihm nur wünschen, dass er die jetzige Niederlage besser verdaut.

Warum ich hier darüber schreibe? Nun – ich fand, das gestern und heute sind Geschichten, wie sie das Leben schreibt.

Aber ich denke, damit schließe ich meine Beiträge über die Snooker-WM ab. Das Interesse der geneigten Leserschaft hält sich sicher in Grenzen, und so verlagere ich die Inhalte meiner Beiträge wieder auf andere Themen. Es sei denn, es geschieht wieder Bemerkenswertes.

Und weiter geht’s im Text ….. ähhhh mit den Matches.

Es grüßt,
das Smamap

Der Fluch des Crucible

Und wieder einmal hat er zugeschlagen !!!

Wer sich jetzt fragt „von was spricht der denn“, dem sei erläutert, dass für mich als ausgewiesenem Fan, seit gestern wieder eine eigene Jahreszeit angebrochen ist:
In Sheffield/England findet im Crucible-Theatre die alljährliche Snooker-Weltmeisterschaft statt, wie IN DIESEM BEITRAG schon beschrieben.

Und wieso „Fluch“?

Nun, es gibt das ungeschriebene Gesetz, dass niemals ein amtierender Weltmeister seinen Titel im nächsten Jahr unmittelbar verteidigt.

Der Name jener Austragungsstätte lädt natürlich geradezu dazu ein, solch eine Redensart zu schaffen.

Und auch diesmal wieder, 2016, kann der amtierende Weltmeister, Stuart Bingham, seinen Titel nicht verteidigen, denn er ist gestern ausgeschieden. Und wieder einmal in einem Match ohnegleichen.

Hin und her hat es gewogt, über einen Zeitraum von mehreren Stunden und letztlich hat sein Gegner, Ali „The Captain“ Carter, das Ganze mit 10:9 für sich entschieden.

(Stuart Bingham und Ali Carter)

Beides sind begnadete Spieler:
Stuart ist ein Ausbund an Beharrlichkeit, und Ali die Willenskraft in Person.

Nun mag man sich fragen, wie es denn sein kann, dass diese beiden Weltklassespieler im ersten Match auf einander treffen?

Es ist Tradition, dass der Weltmeister im ersten Match einer jeden WM diese eröffnet. Genauso, wie das im Fußball auch der Fall ist.

Und Ali musste sich dieses Jahr qualifizieren. Für einen Spieler seiner Klasse ist es normalerweise kein Problem unter den ersten 16 der Welt zu sein, also jenen, die automatisch für die WM qualifiziert sind.
Aber Ali hatte bis vor nicht langer Zeit wieder mal den Krebs niedergekämpft (daher vermutlich auch seine Willenskraft), und war deshalb in der Rangliste entsprechend weit nach hinten gefallen. Zwar hatte WorldSnooker seinen Platz eingefroren, aber schließlich kam es doch zum Tragen, dass er längere Zeit nicht gespielt hat, somit keine Preisgelder gewinnen konnte, und er deshalb auf Platz 31 abrutschte.
Somit musste er sich für die WM qualifizieren (über Qualifikations-Matches), was kein Problem war. Qualifikanten werden anschließend ihren Gegnern (in diesem Fall Stuart Bingham) zugelost. Und SO kam es zur gestrigen Paarung.

Es war eines jener Matches, die man so schnell nicht vergisst. Und gestern, das war etwa so, als würde Deutschland bei der Fußball-WM im Eröffnungsspiel, in einem an Spannung kaum zu überbietenden Spiel, im anschließenden Elfmeterschießen schließlich dann doch noch gewinnen, nachdem man als Zuschauer sämtliche Herzinfarkte gestorben ist.
Noch dazu in einer Begegnung, wo man nicht so recht weiß, wem die eigenen Sympathien denn nun eigentlich gehören. Wobei ich zugebe, dass ich doch eher zu Carter neigte, nachdem, was ihm in seinem Leben schon so widerfahren ist, und er überwinden musste.

Nun – den Meisten hier, wird das alles nicht so sehr viel sagen, weil sie vermutlich mit der Sportart nicht allzu viel anfangen können.

Und so hoffe ich, dass ich meine Begeisterung dafür, zumindest ansatzweise, rüber bringen konnte.

Allen ein schönes Wochenende. Es grüßt,
das Smamap

Snooker – World Championship 2016

Ab morgen (Samstag, 16. April / 11 Uhr) ist es also wieder soweit:
Die Snooker-Weltmeisterschaften beginnen in Sheffield, im „Crucible“.

Für die Fans dieses Sports sind die nächsten ca. 2 1/2 Wochen verbucht.

In der einzigartigen Atmosphäre des Crucible wird es wieder, so wie jedes Jahr, unvergleichliche Matches geben.

Nicht nur das Finale (das des letzten Jahres, wurde grade eben auf Eurosport nochmal wiederholt). Auch viele andere Matches suchen oft Ihresgleichen.

Zu tun hat das AUCH mit der unvergleichlichen Atmosphäre im Crucible. Dieser Sport wurde in England „erfunden“, und dort ist er auch zuhause; auch wenn er mittlerweile einige bemerkenswerte Ableger in aller Welt gefunden hat (so z.B. das Paul-Hunter-Classic in Fürth); und auch wenn so etliche der Weltklasse-Spieler mittlerweile aus allen Kontinenten kommen.

Und so werde ich so etliche Stunden und Abende vor dem Fernseher verbringen oder aber vor dem PC. Letzteres, wenn so einige Partien nur per Stream empfangbar sind.

Und wenn es dann am 1./2. Mai zum Finale kommt, das über maximal 35 Frames gespielt wird, dann werde ich wieder hier sitzen, obwohl ich viel lieber DORT sitzen würde.
Aber man kann nicht alles haben.

Alles, was es braucht, ist Bild, Ton, Getränk, Knabberei und Spannung.

Wer es noch nicht erlebt hat, bzw. keinen Sinn dafür hat (was ja durchaus auch völlig normal ist, weil Geschmäcker und Vorlieben halt nun mal verschieden sind), dem möchte ich es doch wünschen, einmal die hin- und herwogende Spannung erlebt zu haben, wenn über viele Stunden das Geschehen mal zur einen Seite, mal zur anderen Seite pendelt.
Und das dann verbunden mit der Atmosphäre in jener Halle, das zieht mich jedes Jahr wieder in seinen Bann. Seit damals vor 3 Jahren, als ich es das erste Mal aus der Ferne miterlebte.

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(eine Szene von den German Masters in Berlin)

Und was mich am Meisten fasziniert, das ist die Fairness, mit der dort miteinander umgegangen wird. Eine Fairness, die ich uns allen manchmal wünschen würde.

Ich werde mich bemühen, den ein oder anderen Beitrag während der nächsten 2 1/2 Wochen zu schreiben. Aber garantieren kann ich dafür nicht.

Es grüßt,
das Smamap

Players Championship

Und wieder einmal zieht mich Snooker in seinen Bann.

Die Players Championship findet statt.

Dass es die Ruhe und die Geradlinigkeit, sowohl des Spiels, als auch des Verhaltens der Teilnehmer, mir angetan hat, das wurde schon mehrfach beschrieben.

Leider hat es Eurosport wieder einmal zustande gebracht, einen erheblichen Teil des Geschehens in den Bezahl-Bereich seines Angebots zu verfrachten.

Also beschränke ich mich darauf, das zu sehen, was frei empfangbar ist, und auf die überragenden Kommentare eines Rolf Kalb, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, nicht einmal den Versuch zu unternehmen, auf das Senderverhalten von ES Einfluss auszuüben, weil er ja schließlich nur freiberuflich tätig ist.
Na ja, auch eine Einstellung!

Ich hoffe, dass Snooker irgendwann einmal eine Akzeptanz und einen Sender findet, so dass man die Übertragungen am Zuschauer orientiert.

Aber heute ab 20.00 Uhr sitze ich davor, und genieße das Spiel.

Es grüßt,
das Smamap

Snooker: Welsh Open – das Finale

Als Fan muss ich natürlich darüber berichten.

Gestern war also das Finale

Neil Robertson gegen Ronnie O’Sullivan

Das Finale, das sich alle erhofft hatten. Die aktuell beiden stärksten Spieler auf der Welt trafen aufeinander.

Das ist, auf den Fußball übertragen, etwa so, als würden der FC-Barcelona und der FC Bayern-München das Finale der Champions-League bestreiten.

Zunächst war ich sehr enttäuscht darüber, dass Eurosport mal wieder nur den zweiten Teil übertragen würde. Man muss dazu wissen, dass so ein Finale in zwei Hälften ausgetragen wird, die erste Hälfte ab 14 Uhr, die zweite ab 20 Uhr.

Aber es geschah Denkwürdiges.

Nach der ersten Session stand es 5:3 für Neil Robertson. Ich konnte es zwar nicht miterleben, aber das Netz informierte. Es musste ein Match auf höchstem Niveau sein, wo aber Neil den besseren Start gehabt hatte, und so stand es zwischenzeitlich 5:2, ehe Ronnie, das Snooker-Genie unserer Zeit, noch einen Frame gewinnen konnte.

Und ab 20 Uhr dann, geschah etwas, was es wohl selten gab (ich bin erst ein paar Jahre „dabei“):
Neil sollte keinen einzigen Frame mehr gewinnen. Ronnie gewann somit, ausgehend vom zwischenzeitlichen 5:2, sage und schreibe 7 Frames in Folge, und stellte schließlich auf 9:5 für sich (das Finale wurde „Best of 17“ gespielt; wer also zuerst 9 Frames gewinnen würde, hätte das Finale für sich entschieden).

Er realisierte das, was er schon seit Beginn der Welsh Open praktiziert hatte, und spielte seinen Gegner an die Wand.
Gut – das war natürlich im Finale nicht ganz so sehr der Fall, wie in den anderen Matches, weil das Niveau ein viel höheres war. Und so machte Neil Robertson einige Fehler, die Ronnie O’Sullivan für sich nutzen konnte, und so seinen Gegner nicht mehr zum Zug kommen ließ, und die Welsh Open zum 4. Mal für sich entschied.

Man möge mir meinen Enthusiasmus verzeihen. Mich fasziniert dieses Spiel einfach, und wenn es dann noch auf einem solchen Niveau zelebriert wird, mit einer Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit, die fast schon unvorstellbar ist, dann kann ich mich dem nicht entziehen.

Und so werde ich mir die heutige Wiederholung nochmals ansehen, und einfach nur das Spiel genießen.

Wenn dann in einigen Wochen die Weltmeisterschaft startet, werde ich wieder so etliche Tage bis Wochen nicht so sehr präsent sein, weil das Spiel meine volle Aufmerksamkeit fordert. Sicher wird es dabei auch etliche Matches geben, so wie das normal ist, die nicht so besonders sein werden. Trotzdem sind auch solche Spiele, zumindest für mich, sehr sehenswert, und entspannend, mit der Ruhe, die für mich in diesem Sport liegt. Wenn dann wieder solche Highlights  kommen, wie gestern, dann ist es mit der Ruhe natürlich vorbei. V.a. auch deswegen, weil sich so ein spannungsgeladener Höhepunkt oft über Stunden hinzieht.

Manche vergleichen das auch mit Schach auf dem Billiard-Tisch.

Es grüßt,
das Smamap

Welsh Open – und das TV

Gestern berichtete ich HIER über die Welsh Open, das aktuell stattfindende Snooker-Turnier in Wales.

Häufig werden die Berichterstattungen über derlei Veranstaltungen im frei empfangbaren TV ausgestrahlt (obwohl man heute vom Wortsinn her genau genommen nicht mehr über „Strahlen“ sprechen kann).

Nachdem Eurosport die Exklusivrechte für Snooker für Deutschland besitzt, sind solche Übertragungen dann über Eurosport 1 zu sehen.

Allerdings hat Eurosport auch noch einen 2. Kanal, nennt sich dann eben Eurosport 2, über den Teile dieser Veranstaltungen übertragen werden. Eurosport 2 kann man aber nur empfangen, wenn man Bezahl-TV gebucht hat. Alternativ geht es auch über’s Netz, was genauso kostet.

Und damit bin ich bei einer Unart heutiger Tage: Es wird immer mehr versucht, die Menschen zum Bezahlfernsehen zu locken, um nicht zu sagen, zu nötigen.

Es ist z.B. so, dass wesentliche Teile der Endspiele in Wales nur über den Bezahlkanal ausgestrahlt werden. Wenn also jemand die bisherigen Matches in aller Regel sich angesehen hat, und möchte jetzt auch den Rest sehen, dann ist er fast dazu gezwungen, einen Bezahlkanal zu buchen.

Das nenn ich dann Bezahlfernsehen durch die Hintertür.

Das ist etwa so, als würde die Fußball-WM im Öffentlich Rechtlichen übertragen, und für das Halbfinale und das Endspiel muss man dann bezahlen, ohne dass dies groß angekündigt gewesen wäre.

Es kann bei Eurosport auch passieren, dass der Sender plötzlich beschließt, weil ein übertragenes Tennisspiel länger dauert als gedacht, dass das angekündigte Snooker-Match einfach entweder nicht gesendet, später gesendet, gar nicht gesendet oder aber auf den Bezahlkanal umgelegt wird.

Die Sportarten wären dabei natürlich nach belieben austauschbar.

Ich möchte damit nur ausdrücken, dass ich es als ziemlich fragwürdig ansehe, wenn heute Medien den Zuschauer nach Belieben behandeln. Selbstverständlich kann jeder Sender, innerhalb gewisser Grenzen, sein Programm planen. Jedoch sollte dem dort eine Grenze gesetzt sein, wo es darum geht, Zuschauer auszusperren, etwa weil das Programm nur gegen Bezahlung zu sehen ist.

Ich bin nicht gegen PayTV. Wer mehr will, soll auch mehr bezahlen.
Aber es sollte das Motto gelten: Entweder ganz oder gar nicht.
Sonst sind wir irgendwann so weit, dass es Teile bestimmter wesentlicher Informationen nur noch gegen Bares gibt. Also eine X-Klassen-Gesellschaft.

Für mich bedeutet das, dass ich bezahltes Snooker nicht verfolge. Schlicht deswegen, weil ich es mir nicht leisten kann.

Es grüßt,
das Smamap

Snooker – Welsh Open in Cardiff

Es gibt wieder Snooker.

Leser meines Blogs wissen, dass ich ein Fan dieser Sportart bin.

Eurosport 1 überträgt weitgehend die Matches der Welsh Open.

Wie immer, ist es faszinierend, die Weltklassespieler mitzuerleben, allen voran Ronnie O’Sullivan, der ja nicht alle Turniere mitspielt (v.a. die nicht, für die er an’s andere Ende der Welt reisen muss). Er hat jetzt wieder einige Matches dort in Wales zelebriert, mit einer traumwandlerischen Sicherheit, und einer Selbstverständlichkeit in den Bällen, die man als Zuschauer/Laie nur bewundern kann.

Dass solche „Genies“ auch immer ihre Eigenarten haben (andere würden sagen, Genie und Wahnsinn liegen manchmal nahe beieinander), zeigt sich, wenn sie manchmal überreagieren.
So hätte Ronnie diese Tage ein sog. „Maximum“ spielen können, d.h. die maximal mögliche Punktzahl in einem Frame (Satz) von 147, hat das aber am Ende bewusst nicht gemacht und nur 146 gespielt, angeblich weil der ausgesetzte Preis für ein Maximum ihm zu gering erschien. Der lag bei 10.000 Pfund, also etwa 13.000 €.

Man mag davon halten, was man will. Ich finde, man muss das akzeptieren, wenn man andererseits einen solchen Künstler aktiv miterleben will.

Das ist etwa so, wie wenn man die Eigenheiten eines Lionel Messi hinnehmen muss, um andererseits seine Fähigkeiten bewundern zu können.

Sei es, wie es wolle, ich genieße wieder mal ein Paket Snooker.

Es grüßt,
das Smamap