Social Media

Heute einen interessanten Beitrag zu Twitter auf einem ZDF-Kanal gesehen.

Es ging um die Entwicklung, die Twitter genommen hat. Also um jene Dinge, die sich in Obama´s damaligem Wahlkampf abgespielt haben, und die Twitter so wirklich nach vorne katapultiert hat (offen gesagt, wußte ich das gar nicht).

Es ging darum, wie Twitter damals im Iran die Entwicklung beeinflußt hat. Wobei es einen gewaltigen Unterschied zwischen den beiden Ereignissen gab: Im ersten Fall saßen die Leute von Twitter mit im Boot und an den Hebeln, und im zweiten Fall geschah das, was geschah, durch die Tweets der Menschen.

Jedenfalls wurde in dem Beitrag auch darüber gesprochen, welche Macht den sozialen Medien innewohnt. Etwa dem Wahrheitsgehalt der Meldungen, im Vergleich zu einer Agentur wie dpa.

So sehr Tweets auch den Moment abdecken, und sofortige Benachrichtigung ermöglichen, so sehr steckt auch die Gefahr darin, dass Falschmeldungen verbreitet werden. So eine Meldung braucht nur ein paar Mal re-tweeted zu werden und schon ist ein Selbstläufer entstanden.

Was ein solcher anrichten kann, erfuhr man beim Bombenanschlag des Boston-Marathon. Da wurden dann Menschen gejagt, die zur falschen Zeit am falschen Ort waren, und den falschen Rucksack trugen, und SO als die Bombenleger in Twitter gekennzeichnet wurden.
An dieser Stelle meine Versicherung, dass ich mit den damaligen Ereignissen nichts zu tun habe, wenn die NSA all diese Stichworte gelesen hat, die ich in meinem Beitrag verwende.

Ein Wissenschaftler, der sich mit dem Twitter-Phänomen beschäftigt hat, sprach denn auch von „Nachrichten-Stakkato“, weil eine Twitter-Nachricht nur maximal 144 (?) Zeichen umfassen kann, und somit eine genauere Beschreibung, oder im Falle einer Diskussion, eine Auseinandersetzung, gar nicht möglich ist, und somit der Ungenauigkeit Tür und Tor geöffnet ist.

Wir erkaufen uns also die sofortige Nachricht mit der Gefahr der Falschheit.
Im Fall der Einladung zum Pizzaessen wäre das noch kein Problem, weil man die (falsche) Adresse nochmal nachfragen kann.
Wenn der Falsche als der Täter bezeichnet wird, und ihm dann Leid widerfährt, ist das schon ein anderes Kalliber.

Was also tun?

Ganz einfach: Nicht alles glauben, was man liest. Immer daran denken, dass sich für JEDE Behauptung im Internet IMMER auch eine Bestätigung finden lässt, egal wie falsch sie auch immer ist.
UND…..
IMMER auch den gesunden Menschenverstand mit einschalten!!!

Ich, für meinen Teil, ziehe WhatsApp vor, einen Dienst, der mich 1:1 mit EINEM Menschen direkt sprechen lässt, und zwar (fast) OHNE Begrenzung der Textlänge.

Deshalb bin ich zwar Mitglied bei Twitter, nutze es aber so gut wie nicht (hab es nur deswegen, weil es dort eine Community gibt zu Snooker). Denn unter einer echten Unterhaltung verstehe ich etwas anderes, und ungenaue/fehlerhafte Zusammenfassungen mag ich nicht.
Und ich bin auch Mitglied bei Facebook (wurde ich mal neugierdehalber), ohne es wirklich aktiv zu nutzen. Was ich daran nicht mag, ist das Verhalten, dass sich da dann viele Leute auf meinem Account tummeln, dazwischendrängen, die ich gar nicht kenne, und dort auch nicht haben möchte.

Und aus diesen Gründen findet mein „social media“ eben über WhatsApp statt. Und wenn man das etwas erweitern möchte, dann gibt es dort auch Gruppen, in denen man die Leute zusammenfassen kann, die einem etwas bedeuten.

Ich finde, so praktisch social media ansonsten ist, so gefährlich ist es gleichzeitig. Und wenn es 99 mal toll ist, dann reicht, so finde ich, dieses EINE Mal aus, an dem das nicht der Fall ist.

Es grüßt,
das Smamap

Die Sache mit dem Shitstorm

Fast täglich liest man darüber.

Irgendwer hat wieder was vom Stapel gelassen, worüber sich die beruflichen Moral-Apostel des Landes zu Hauf meinten auslassen zu müssen.

Das ist dann etwa so, wie wenn die Nationalmannschaft spielt, und Tausende von Bundestrainern vor dem Bildschirm sitzen, und dessen Fähigkeiten besitzen.

Was da dann, in diesen sog. „Shitstorms“ kommt, ist unglaublich, nicht zu fassen, eine Frechheit, bodenlos, menschenverachtend und was man sonst so sagen könnte.

Nun – man könnte das alles auf sich beruhen lassen, als die Ergüsse von Menschen, deren Möglichkeiten eben zu mehr nicht reichen.

Wenn ….. ja wenn es nicht so wäre, dass Vieles davon absolut unter die Gürtellinie geht, Menschen beschädigt, manchmal sogar zerstört.

Gut – oder vielmehr Schlecht …. das wird immer so sein, wenn man Menschen ein anonymes Medium zur Verfügung stellt. Es gibt immer eine Gruppe von Menschen, die so etwas brauchen, und sich dann darauf als Lebensinhalt konzentrieren.
Von außen hat man dann den Eindruck, als wären alle so. Was natürlich nicht wahr ist. Deshalb, weil im Fußballstadion lauter Fußballbegeisterte sind, die ihrem Anliegen lautstark Ausdruck verleihen, ist es noch lange nicht so, dass es nur solche Menschen gibt.

Die Frage, die ich mir stelle, ist, warum das Beschriebene in den sozialen Medien zugelassen wird?

Es gibt ein sehr einfaches Mittel, derlei Einhalt zu gebieten: Jeder Teilnehmer muss sich zuvor per persönlicher Legitimation mit Namen und Adresse ausweisen. Nicht nur ist es normal, zu seiner Meinung zu stehen, nein, auch wenn man damit jemanden schädigt, muss es ebenso normal sein, dafür Verantwortung zu übernehmen.

Aber so wie ich das sehe, hat niemand ein Interesse daran, dieses Mittel einzusetzen (abgesehen von denen, auf die solche Menschen abzielen). Zuallererst sind da die Betreiber solcher Medien zu nennen, die den „Hatern“ und „Trollen“ das Podium bieten, auf dem sie sich anonym bewegen können.
Ich war mal angemeldet auf T-Online, um dort auch Kommentare zu Meldungen abgeben zu könne. Das Ganze verkam dann immer mehr zum Spielfeld dieser Hater und Trolle. Das ging so weit, dass T-Online schon darüber nachdachte, das einzustellen. Es wurde vielfach an die Seitenbetreiber herangetragen, man solle doch einführen, dass die Teilnehmer sich legitimieren müssen. Passiert ist absolut nichts. Ich bin diesem „Medium“ dann einfach ferngeblieben.

Wenn sich jeder persönlich zu erkennen geben muss, der Unverschämtheiten und Böswilligkeiten vom Stapel lässt, wäre dem Ganzen sehr schnell ein Ende gegeben.
Und ich muss ganz ehrlich sagen, ich verzichte sehr gerne auf die jederzeitige Möglichkeit mich irgendwo sofort anmelden zu können. Wenn eine Legitimation 1 Woche dauert, dann ist das halt so.

Eine solche Legitimation wäre heute kein Aufwand mehr. Entweder die Leute gehen zur Post und füllen ein Formular, wozu sicherlich jeder, der da ernsthaft mitmachen möchte, gerne bereit wäre. Oder man legitimiert sich heute direkt am PC mit seinem Personalausweis (Online-Funktion).

Aber wie gesagt …. scheinbar hat niemand ein Interesse daran, diese Dinge abzustellen. Auch der Gesetzgeber nicht, der doch eig für unser aller Schutz zuständig wäre.

Oder übersehe ich da was in meiner Argumentation?

Es grüßt,
das Smamap