Betrug hoch 10

Greiffe ein schon früher bearbeitetes Thema nochmal auf:

Eher zufällig habe ich heute einen Bericht gesehen, über die Methoden, wie der Spritverbrauch von Autos bestimmt wird. Und das Ganze auf einem Sender, der sicherlich nicht im Verdacht steht, marktschreierisch tätig zu sein.

Nicht nur, dass die bekannten Betrügereien genutzt werden, etwa dass die Lichtmaschine abgehängt wird oder Karosserie-Öffnungen (Spalte, Kühler, Radkästen) verklebt/verkleidet werden, nein, mittlerweile werden auch noch die Verbräuche von Hybridfahrzeugen geschönt. Also von jenen Fahrzeugen, die einen kleinen E-Antrieb haben, der dann, wenn Batterie leer (sagen wir nach 50 km), vom Benzin-Antrieb ersetzt wird.

In diesen Fällen wird nämlich eine trickreiche Berechnungsformel angewandt, die, so der Bericht, davon ausgeht, dass alle 25 KM die Batterie etwas nachgeladen und wieder leergefahren wird. Man muss das nicht verstehen …. es ist schlicht so.

Und das Beste daran: All das, was ich da oben geschrieben habe, ist völlig legal. Der Gesetzgeber läßt das so zu. Es ist auch EU-konform.

D.h. wir werden in einer konzertierten Aktion aus Staat und Konzernen, nach Strich und Faden betrogen.

Und so kommen bei Fahrzeugen Benzinverbräuche von 1,5 Liter auf 100 KM zustande. Jeder normal Denkende sagt sich, dass das schon eine tolle Sache ist, so ein günstiger Verbrauch. Man denkt zwar so im Hinterstübchen, dass das schon erstaunlich wenig sei, aber wohl durch den zusätzlichen Einsatz des E-Antriebs zu erklären sei.
Dass dabei getürckt wird, was das Zeug hält, und zwar mit gesetzlicher Erlaubnis, darauf kommt keiner.

Das Ganze geht allerdings noch weiter.

Es wurde ja beschlossen, dass, um die festgelegten Klimaziele zu erreichen, die Fahrzeughersteller eine bestimmte Reduzierung des CO²-Ausstoßes erreichen müssen, und zwar was den flottenweiten CO²-Ausstoß angeht. D.h. nichts anderes, als dass alle Fahrzeuge eines Herstellers zusammengezählt werden, und die sich so ergebende Reduzierung maßgebend ist.

Nun sind die Hersteller ja nicht blöd. Die bauen einfach einige große Dreckschleudern, statten sie mit einem zusätzlichen E-Antrieb aus, der auf o.g. Weise einen Verbrauch schönrechnet, den es real gar nicht gibt, und erreichen es so, dass zum einen besagte Dreckschleudern plötzlich sehr umweltfreundlich dastehen, weil sie ja relativ viel CO² vermeiden, und so das Energielabel A+ erhalten (vergleichbar mit dem eines modernen Kühlschranks), und zum anderen sinkt damit der Flottenwert bzgl. CO²-Ausstoß erheblich.
Ist ja auch, so denke ich mir, völlig nachvollziehbar: Würde man einen Kleinwagen mit E-Antrieb ausstatten, so würde der, nehmen wir mal an, auf 1/4 der Fahrtstrecke keinen Sprit verbrauchen, eben weil mit E angetrieben.
Macht man das aber mit einem SUV, dann spart der nicht „nur“ 1,5 Liter ein, wie der Kleinwagen, sondern „stolze“ 3-4 Liter. Der CO²-Ausstoß liegt bei einem SUV im Vergleich zum Kleinwagen mutmaßlich nochmals wesentlich höher pro KM, als der Spritverbrauch (relativ gesehen). Somit kann man sich also hinstellen, und davon schwärmen, welche Unmengen an CO² und Sprit man eingespart hat.

Fazit: So kann der Hersteller das eingesparte CO², und um das geht es ja, dadurch schönrechnen, dass er zum einen Batterie-Lade-Zyklen ansetzt, die niemand auf der Welt realisiert, und zum anderen Dreckschleudern baut, die so viel CO², wie nur denkbar, produzieren, um dann eine möglichst hohe Verbesserung darstellen zu können.

Das wär etwa so, als würde Unsereiner den Wasserhahn durchgängig laufen lassen, und dann Durchflussreduzierer einsetzen, um dann sagen zu können, er habe die Hälfte vom Wasser gespart. Wenn er dann noch, per Formel, einrechnet, dass nachts kein Wasser verbraucht wird, weil man ja schläft, obwohl der Wasserhahn real weiterhin durchläuft, dann spart er, rein rechnerisch zumindest, sogar 3/4 ein.

Also gurkt da dann ein SUV durch die Gegend, verbraucht statt der 1,5 Liter lt. Prospekt tatsächlich 4 Liter, und der Käufer des Autos hat keine Handhabe dagegen, weil gesetzlich legal.

Und wenn dann abgerechnet wird, was die CO²-Reduzierungen angeht, dann können die Staaten sagen ….. WIR HABEN DIE REDUZIERUNGEN ERREICHT. Dass die Ausstöße nochmal schnell hochgepuscht wurden, um die Reduzierungen prozentual möglichst hoch aussehen zu lassen, und das Ganze dann auch noch trickreich runter zu rechnen, das hängt natürlich keiner an die große Glocke.

Und dann stellen sich die Politiker hin, und reißen die Klappe auf, weil ein VW-Konzern in ähnlicher Weise betrogen hat. Klar hat das nochmal eine andere Dimension, aber ich bin trotzdem der Meinung, dass die Politiker, nicht nur bei uns, sondern europaweit, ganz leise sein müssten, denn schließlich haben sie alle Ähnliches abgesegnet, und sitzen noch dazu alle in den Aufsichtsräten der Auto-Konzerne.

Abschließend möchte ich noch zweierlei hinzufügen

  • Ich möchte gar nicht wissen, was sonst noch alles in anderen Bereichen der Industrie getrickst wird, und zwar ganz legal.
  • Und trotzdem lebe ich lieber hier als anderswo. Denn aderswo, wo die demokratischen Mechanismen nicht so stark dastehen, würde sowas, wie bei VW, niemals rauskommen.

Ach ja, NOCHWAS fällt mir ein: Das Ganze wär doch mal ein echter Grund, warum PEGIDA auf die Straße gehen könnte. Aber nein, lieber wettert man gegen menschliches Verhalten gegenüber jenen, die grade dem Tod entronnen sind, als gegen offensichtlichen Betrug. Aber dazu müsste man ja das dumpfe Emfinden mal abschalten und zu denken anfangen.

Es grüßt,
das Smamap

Ein X oder ein U ???

Vorhin hab ich mir die Frage gestellt, wie oft ich wohl im Alltag mit etwas konfrontiert werde, das nicht den Tatsachen entspricht.

Ich meine damit nicht nur bewusste Lügen, sondern auch angebliche Tatsachen, die sich dann, warum auch immer, als nicht haltbar erweisen.

Hier mal eine kurze Auflistung, was mir dazu, aus meinem persönlichen Erleben heraus, eingefallen ist:

  • Ein Lebensmittelpreis, der als besonders günstig dargestellt wird, während dabei aber die Packungsgröße reduziert wurde
  • Ein Auto, das im Spritverbrauch als sehr günstig beworben wird, was jedoch über ein Testverfahren ermittelt wird, dass mit der Realität eher weniger zu tun hat
  • Eine Lebensversicherung, in der nur die Hälfte vom monatlich eingezahlten Beitrag tatsächlich ankommt (alles andere sind Gebühren, die vom Versicherer abgezogen werden)
  • Ein Jobcenter, dessen Bescheide sich in der überwiegenden Zahl als falsch erweisen
  • Ein Dispo-Zins von 12%, der rechnerisch absoluter Wucher ist
  • Die Zusage eines Vermieters, von der dieser plötzlich nichts mehr wissen will
  • Ein Wahlversprechen, das Monate später keine Rolle mehr spielt
  • Eine reduzierte Arbeitslosenzahl, in der Diejenigen nicht mehr auftauchen, die sich in Schulungen befinden

Diese Liste ließe sich bestimmt endlos verlängern.

Ich zögere dabei allerdings, wenn ich mir überlege, ob ich eine bewusste Lüge als schlimmer beurteilen soll, als die ev. Schludrigkeit eines Behördenmitarbeiters, dessen nachlässige/falsche Auskunft mir Schaden verursacht. Davon, dass ein Politiker wissentlich ein Versprechen bricht oder etwas tut, was woanders auf der Welt zu Tod und Leid führt, möchte ich lieber mal gar nicht sprechen.

Um das hier nicht zu Negativ werden zu lassen, möchte ich dem das Bsp. gegenüberstellen, wo der mir unbekannte Mitmensch meine Geldbörse mit reichlich Geld und inkl. aller Ausweisdokumente und Karten gefunden hat, nachdem ich es auf dem Autodach hatte liegen lassen, und weggefahren war.
Besagter Mensch fuhr geradewegs zu meiner Privatadresse und übergab mir alles.

Da fällt einem wieder der Spruch ein „Ehrlichkeit währt am längsten“, v.a. dann wenn man aktuell an VW denkt.

Es grüßt,
das Smamap