Der Weisheit letzter Sch(l)uss ist eine Eigenschaft großer Staatsmänner

Das Problem wird sein, dass es ev. keine „Geschichte“ mehr geben wird, die darüber urteilen könnte, ob es der Weisheit letzter Schluss war.

Da sitzt nämlich ein Präsident in Washington, pendelt mit dem Finger über dem Knopf (egal ob atomar oder nicht), und wir schauen gebannt zu.

Und das Schlimme ist, es gab keinerlei Eignungstest, ob dieser Mann überhaupt für den Posten geeignet ist. Es könnte also sein, dass dort einer sitzt, der ein paar ganz gewaltige Sprünge in der Schüssel hat. Und so ein Mann entscheidet dann über das Schicksal der Welt.

Dabei spricht so Einiges dafür, dass jene „Sprünge in der Schüssel“ tatsächlich existieren. Allein die Tatsache, wie er Politik über Twitter macht, und dabei ständig das letzte Wort haben muss, spricht dafür.

Mich erinnert das phasenweise an Kleinkinder im Sandkasten, die sich gegenseitig anschreien, immer recht haben müssen, und wenn sie damit nicht durchkommen, dann Gewalt anwenden.

Ein weiser Staatsmann würde den Typen dort in Nordkorea ev. EINMAL warnen, verbunden mit dem Hinweis, dass das Thema für ihn damit erledigt sei (vll. nicht einmal das). Und den Typen ansonsten völlig ignorieren.
Ich weiß nicht, ob das der Weisheit LETZTER Schluss ist, aber es ist auf jeden Fall hundertfach weiser, als durch ständige Äußerungen per Twitter die Sache hochzuschaukeln.
Mann erinnere sich, dass der 1.Weltkrieg durch einen einzelnen Schuss ausgelöst wurde. Mehr brauchte es dazu nicht.

Ein weiser Staatsmann wäre sich dessen bewusst, dass man sich durch immer weitere Verlautbarungen letztlich in eine Situation befördern kann, aus der man selbst dann keinen Ausweg mehr findet, ohne völlig das Gesicht zu verlieren. Das ist nicht nur so daher gesagt, denn schließlich gehört schon einiges dazu, um ein Mann zu sein, der sagen kann: „Ok, das war Unsinn von mir …. vergessen wir das Ganze“.
Anders gesagt – ein weiser Staatsmann würde (fast) keinen Wert auf das eigene Bild legen, denn er wüsste, dass es auf ganz andere Dinge ankommt.

Was also ist von einem Mann zu halten, der immer das letzte Wort, immer recht und immer ein perfektes Abbild seiner selbst haben muss?

Oder um (in abgewandelter Form) mit Winston Churchill zu sprechen: Die Welt braucht keine Politiker, die nur auf sich selbst schauen, sondern Staatsmänner, die auf die nächste Generation schauen.

Es grüßt,
das Smamap (www.wkfm.eu – WasKeineFreudeMacht)