Stadt oder Land

Nachdem ich jetzt AUCH SCHON den Blog von Ilona gelesen habe, der HIER aufzurufen ist, möchte auch ich dazu was zum Besten geben:

Ich bin einer, der hat in dieser Hinsicht schon so einige Lebenssituationen erfahren.

Von Geburt an, war ich ein Stadtmensch, was man von einem geborenen Münchner mit Fug und Recht behaupten kann. Meine Jugend verbrachte ich in Ingolstadt, also auch eine Großstadt (mittlerweile zumindest).

Die nächsten 20 Jahre verbrachte ich in Niederbayern relativ auf dem Land, aber doch in einer Gemeinde (in der Nähe von Straubing), die nicht weit von größeren Städten entfernt war (eben Straubing, und dann auch Regensburg, was ja schon Oberpfalz ist).

Und dann verbrachte ich einige Jahre auf dem blanken Land. Blanker ging’s gar nicht. Das war in der Nähe von Hof in Oberfranken, in einem Dorf mit vll 300 Einwohnern (nun gut, es geht schon noch blanker, nämlich auf einem Einsiedlerhof, aber das wär nicht mein Ding gewesen).

Und jetzt wohne ich immer noch in Oberfranken, in einer Kleinstadt, die es so an sich hat, dass man Vieles in unmittelbarer Umgebung hat, sozusagen ein Mittelding zwischen Stadt und Land.

Um es kurz (???) zu machen: Ich bin in meiner ersten Lebensphase erstmal vom Stadt- zum Landmenschen mutiert. Ich erfuhr es als das, was ich wollte, in unmittelbarer Nähe der Natur zu leben, ohne Großstadthektik. Es war für mich Alltag, aus der Haustüre zu treten und auf dem Land zu sein. Ich entwickelte in dieser Zeit auch eine immer größere Abneigung gegen das Menschen-„Gewusel“, wie es in einer City halt nun mal ist.Trotzdem brauchte ich das mit der Stadt ab und an für einige Tage, und es war z.B. schön, wieder mal in München zu sein, die Biergärten zu genießen, mit den „Öffentlichen“ überall hin zu kommen, alles um’s Eck herum zu finden usw usf

Aber wie froh war ich dann doch jedes Mal wieder, wenn ich zurück war in meiner Land-Idylle. Es gibt nichts Schöneres, als die Laute oder die Stille der Natur zu hören, nicht immer mit diesem immensen Verkehr konfrontiert zu sein, mit Asphalt und Beton um einen herum.

Heute habe ich einen Kompromis: Ich lebe, wie schon gesagt, in einer Kleinstadt, habe hier alles, was ich benötige (fast), und wenn ich 2-3 Mal um’s Eck gehe, bin ich in der Natur.

Dennoch habe ich einen Traum: Dieser Traum heißt „Regensburg“.
Das ist eine Stadt, die mich von ihrer Art her, von ihrem Flair und von ihrer Größe her immer schon fasziniert hat, und „irgendwie“ zu mir passt. So ähnlich ist auch Bamberg, wenngleich Bamberg dann doch schon zu sehr Richtung Touristen-Hochburg mutiert.
Mein Traum wäre, in Regensburg zu leben, ein klein wenig außerhalb der City, aber doch noch so, dass ich sehr Vieles mit Bus oder Rad erreichen kann. Regensburg ist eine Stadt, die sich, zumindest für mich, ihren kleinen Charakter erhalten hat. Zugleich ist sie Uni-Stadt, und aus naheliegenden Gründen deshalb quicklebendig und jugendlich. Und zugleich eingebettet in die Natur ringsherum.
Aber dieser Traum wird wohl ein Traum bleiben. Denn allein schon meine Finanzen werden es mir niemals erlauben, Dergleichen zu verwirklichen. Und ob meine gesundheitlichen Voraussetzungen da mitmachen würden, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Aber was wäre unser Leben ohne unsere Träume?

Es grüßt,
das Smamap

Funktioniert doch !!!

Ohne Auto, das geht doch gar nicht, heißt es immer.

Jeder Tag ist für mich ein Tag, der zeigt, dass es doch geht.

Heute z.B. musste ich zum Zahnarzt. Machte ich zu Fuß.
Dann wollte ich kurz was im Supermarkt besorgen. Erledigte ich mit dem Rad (das Eingekaufte hatte im Rucksack platz).
Dann brauchte ich noch Pflanzerde. Der Getränkemarkt nebenan hatte einen 20-Liter-Sack für 1,15€ zu verkaufen.
Den größeren Pflanztopf dazu bekam ich 500 Meter weiter im Blumengeschäft.

Noch vor einem halben Jahr hätte ich all das mit dem Auto erledigt. Wäre etwa 6 KM damit gefahren. Die Fahrerei hätte mich ca. 1,80 € gekostet. Vermutlich noch mehr, weil ich für die Pflanzerde dann noch extra zu OBI gefahren wäre. Damit wären es 10 KM geworden, und ca. 3 €.
SO hab ich dabei auch was für meine Gesundheit getan, für die Umwelt, und für einen Teil der 3 € hab ich mir heute eine halbe Stunde Zeit genommen, und mir einen Cappuccino gegönnt. Draußen …. in der Sonne.

Einzige Voraussetzung für das Alles heute: Ich lebe in einer Kleinstadt.

Ich behaupte, dass jeder das so handhaben könnte, der in einer Stadt wohnt, noch dazu, wenn dort, im Gegensatz zu hier in Oberfranken, die „Öffentlichen“ sehr viel besser ausgebaut sind.
Aber solange die Politik den Individualverkehr derart fördert, wie das bisher der Fall war und ist, wird sich an der Einstellung der Meisten wohl nichts ändern.

Somit bleibt nur die eigenverantwortliche Entscheidung.

In diesem Sinne grüßt,
das Smamap