Der Störenfried – weil wir ihn brauchen

Heute einen interessanten Beitrag gelesen, in dem sich der Philosoph Dieter Thomä über die Demokratie und den Störenfried auslässt, wie wir ihn in Person von Trump und Petry erleben.

Ich finde den Beitrag jetzt leider nicht mehr, sonst hätte ich ihn hier verlinkt.

Thomä interpretiert die Demokratie als etwas (wenn ich ihn richtig verstanden habe), was ständig in Unruhe ist. Es liegt im Wesen der Demokratie, dass Veränderung ein Teil von ihr ist.

In ihr gibt es Außenseiter, jeder ein Störenfried. Eine völlig normale Sache. In gewisser Weise braucht die Demokratie solche Außenseiter. Thomä nennt sie positive Außenseiter, die Veränderungsansätze bringen. Aber es gibt auch die negativen Außenseiter, die sich die Ruhe wünschen, die ihnen die Demokratie nicht bringen kann, weil sie keinen Stillstand kennt.

Und solche negativen Außenseiter wollen sich diese Ruhe dann quasi herbeibomben. Wobei ich den Herrn Philosophen so verstanden habe, dass „herbeibomben“ ein Ersatzwort ist, für jegliches Zerstörerische.

Störenfried

Sie nutzen dann die sozialen Medien, um sich eine Blase der Selbstbezogenheit zu schaffen, und andere zu finden, durch die sie sich selbst bestätigen. Denn wenn andere auch so denken, dann hat man ja recht.

Ein interessanter Ansatz, wie ich finde. Störenfried versus Demokratie

Trump und die AfD als negative Störenfriede zu sehen, die, so sehe ich das, am Liebsten wieder einen Status quo hätten, der Stillstand bedeutet. Einen Status quo, der nichts verändert, und ihnen somit auch nichts nehmen kann. Weder Materielles noch Immaterielles.
Wenn man diesen Gedanken weiterspinnt, so könnte man denken, dass für diese Menschen die DDR in gewisser Weise ein Paradies war: Nichts veränderte sich; es gab auch keine Meinungsvielfalt, keine Entwicklung. Vll ist das der Grund, warum der Zulauf im Osten so stark ist. Das bedeutet natürlich nicht, dass es nur dort Anhänger gibt. Es liegt im Wesen der Demokratie, dass es für Meinungen überall Anhänger gibt. Aber am meisten natürlich dort, wo von vorneherein eine Basis dafür vorhanden ist.

Und so scheint die Demokartie die falsche Heimat für jene Menschen. Die Trumps und Petrys unserer Zeit benötigen Stillstand.

Bleibt nur die Frage, was jene Störenfriede tun, wenn sie merken, dass sie die Gegebenheiten nicht so verändern können, wie sie sie gerne hätten. Ja, die Demokratie braucht Köpfe auf Abwegen, aber wohl nicht Köpfe, die eine Demokratie nicht akzeptieren können. Eine Demokratie könnte solche Köpfe aushalten …. muss sie wohl auch.

Aber nicht um jeden Preis.

Es grüßt,
das Smamap