Seriöser Journalismus ist was anderes

Da war es gestern wieder einmal so weit, dass seriöser Journalismus um sich gegriffen hat.

Ich war grad dabei mir das Qualifying der Formel 1 auf RTL anzusehen (JA, ich oute mich, als ein Fan davon (einer in Maßen)).

Mittendrin hieß es, es habe in Münster einen Anschlag gegeben, und man werde in Kürze zu den Nachrichten umschalten.

Ja, das tat man dann auch.

Aber nicht, ohne vorher nochmal eine ausführliche Werbung dazwischen zu schalten.

Dann kam eine Moderatorin zu wort, der das ausfließende Bedauern und die Traurigkeit ins Gesicht geschrieben war.

Ich hörte mir nur kurz die wesentlichen Sätze an, um zu erkennen, was grundsätzlich geschehen war, und um zu erkennen, dass noch nicht viel mehr bekannt sei. Dann schaltete ich um, denn ich wollte es mir nicht antun, wieder mitzuerleben, wie eine absolut dünne Nachrichtenlage ausgequetscht wird, um dann, unter dem Strich, auch nur das kund zu tun, was in den paar Eingangssätzen bereits berichtet worden war.

Mal ganz abgesehen davon, dass ich es nicht mag, mich am Schmerz und Tod anderer zu laben.

Wie ich heute lese, haben sich wieder DIE 2 Parade-Sender des deutschen Fernsehens als wunderbare Vertreter ihrer Zunft hervorgetan, die GENAU DIES praktizieren.

Die Rede ist von n-TV und von WELT (vormalsN24).

Was dort, in solchen Fällen, als seriöser Journalismus verkauft wird, ist hahnebüchern. Da wird aus NICHTS etwas aufgeblasen. „Dünn“ ist schon maßlos übertrieben.

Da wird „fast nichts“ durch ewige Wiederholungen und Formulierungen in anderen Worten, wieder und wieder über den „Äther“ geblasen. Man versucht Interview-Partnern etwas aus der Nase zu ziehen, was diese gar nicht hergeben können. Deren Informationslage ist schließlich ebenso dünn.

Und selbstverstständlich wolle man nicht spekulieren, und schon gleich gar nicht das Wort „Terror“ in den Mund nehmen …. um dann postwendend und immer wieder GENAU DAS zu tun.

Seriöser Journalismus ist was anderes.

Heute, da die Nachrichtenlage klarer ist, müssten diese Herrschaften 3/4 des gestern gesagten, mit Bedauern und Entschuldigung, zurücknehmen. Da wurde in einer Art und Weise formuliert und befragt, um Sensationsgier zu befriedigen. Zu befriedigen mit dem, was es ja wahrscheinlich sein müsse.

Tatsächlich hätte es gereicht, das wirklich Gewusste per Laufschrift einzublenden, so wie man das ja ohnehin ständig tut. In 3 Sätzen wäre alles gesagt gewesen.

Wie gesagt …. seriöser Journalismus ist was anderes.

Ich, für meinen Teil, werde die beiden Sender aus meiner Programmliste streichen. In der heutigen Zeit, in der man das Programm über seinen Streaming-Anbieter bezieht, sind die Programmlisten einfachst zu pflegen.

Es grüßt …. das Smamap (www.wkfm.eu – WasKeineFreudeMacht)

Missachtung ist der beste Weg?

Gelegentlich hatte ich das ja schon praktiziert, und ganz guten Erfolg damit gehabt …. die Missachtung.

Ich meine damit, DAS nicht mehr zu beachten, was einen aufregt, und pausenlos in den Medien rauf und runter gebetet wird.

Z.B. die Berichterstattung über Terroranschläge.

Ich höre von anderen, dass sie das so furchtbar aufregt, sie Angst haben und dergleichen mehr. Nachdem es mir teilweise so ähnlich ging, hatte ich beschlossen, die Berichterstattung darüber zu ignorieren.

Das brachte mir eine gewisse Beruhigung. Ändern konnte ich ohnehin nix daran, und zudem gibt es verantwortliche Stellen in unserem Land, die sich darum zu kümmern haben. Wieso sollte ich mein ohnehin nicht einfaches Leben noch damit belasten.

Genauso verfuhr ich mit den Themen AfG und US-Wahlkampf.

Ich frage mich im Moment, ob ich mit Mister T nicht genauso verfahren soll. An dem, was dieser Idiot macht (sorry, aber ich seh das so; meine Meinung), kann ich erst recht nichts ändern.

Diejenigen, die etwas ändern können, also Politiker dort drüben, Menschen, die Einfluss haben (z.B. Show-Größen) oder die Leute auf der Straße, sind aufgerufen.

So sehr ich auch eine Bedrohung darin sehe, was dieser Typ da macht, so wenig kann ich es beeinflussen. Warum sollte ich mir also mein tag-tägliches Leben davon versauern lassen?

Missachtung als bester Weg?

Ich bin mir unschlüssig.

Heute las ich, man könne auch Bürgerrechtsorganisationen durch Spenden unterstützen und könnte also sehr wohl etwas bewegen. Dazu müsste ich dann aber weiter auf dem Laufenden bleiben, um mitreden zu können. Sich über das informieren und aufregen, was da drüben passiert.

Andererseits, wie gesagt, ich habe entschieden genug damit zu tun, mit meinem eigenen Leben klar zu kommen.

Die Meldungen dazu also genauso ignorieren, wie die Werbung im TV?

Was meint Ihr?

Es grüßt,
das Smamap

Irrsinns-Spirale

Und wieder hat der Terror zugeschlagen.

In Brüssel diesmal.

Und der Irrsinn daran ist, dass völlig Unschuldige ihr Leben lassen mussten.

In Gedanken bin ich bei Jenen. Und auch bei deren Angehörigen. Es gibt jetzt viele Väter, Mütter, Ehefrauen, Ehemänner, Freunde, Brüder, Schwestern und was weiß ich noch alles, die einen ihnen nahestehenden Menschen verloren haben.
Mit diesem heute oder gestern noch gesprochen haben, und ihn nie mehr wieder sehen werden.
Er wurde mitten aus dem Leben heraus gerissen.

Und wieder wird die Spirale sich zu drehen anfangen.

Die Behörden und die Vertreter der Länder in Europa werden die Schuldigen zu fassen versuchen, was selbstverständlich ist.

Gleichzeitig wird sich die Spirale der Gewalt wieder ein Stück weiter drehen. Vorzugsweise in jenen Ländern, aus denen die Attentäter stammen.  Es wird noch mehr Bomben geben, mehr Flugzeuge, mehr Gewalt. Dabei spielt es keine Rolle, ob das jetzt der IS war oder irgendwelche sonstigen Fanatiker oder wer auch immer.
Immer wird es irgendwo Menschen geben, die Angehörige verlieren. Und so wird immer weiterem Hass und weiterer Gewalt Vorschub geleistet.

Als Reaktion wird es anderswo Attentate geben.

Und so wird diese Irrsinns-Spirale (Betonung auf „Irrsinn“) sich immer ein Stück weiter drehen. Jede Gewalt wird Gegengewalt erzeugen.

Wann, so frage ich, wird endlich jemand den Mut aufbringen, diese Spirale zu durchbrechen?
Aufzuhören mit Gewalt?
Sich dem scheinbaren Automatismus entziehen, dass es auf derlei nur die Reaktion der Gewalt gibt?

Es steht nicht zu erwarten, dass Fanatiker zu einer solchen Einsicht fähig sind.

Bleibt also die Frage, ob vernunftbegabte Staatenlenker diesen Mut aufbringen. Den Mut, denjenigen, die Tod und Vernichtung predigen, eine Zukunft anzubieten, die auf der Basis von Frieden, Gleichberechtigung und Koexistenz basiert.

Das wäre kein einfacher Weg, denn schließlich muss da jemand über seinen eigenen Schatten springen. Auch dem Vorwurf widerstehen, nachzugeben. Es auch ertragen können, dass andere sich zum Sieger ausrufen.

Mahatma Ghandi hat es vorgemacht, wie es auch ohne Gewalt gehen kann.
Ohne Gewalt und mit einer Politik, die sich auf die Menschen und ihr Leben bezieht, würde man auch solchen Organisationen wie dem IS den Boden entziehen.
Welchen Grund hätten Menschen auch, sich dem Terror anzuschließen, wenn alles dafür getan würde, dass es den Menschen gut geht, und nicht ständig der Tod über ihnen kreist oder Angehörige getötet werden.

Die Alternative wären nur wieder viele viele weitere Menschen, die aus dem Leben gerissen werden. Wobei es letztlich keine Rolle spielt, ob dies in Brüssel, Paris, Hamburg, München, Damaskus, Aleppo, Bagdad, Mossul oder Jerusalem geschieht.

Jeder unschuldige Tote ist letztlich nur ein Samen der Gewalt.
Und für Waffenexporte gilt das Gleiche.

Es grüßt,
das Smamap

Schweigen ist Gold ?

Ich hab mir gestern im TV noch einen Auftritt von Dieter Nuhr angesehen.

Der Kabarettist (ob er sich wohl als solchen bezeichnen würde?) ist sicher nicht dafür bekannt, dass er Polemik betreibt oder extreme Züge hätte.
Das Einzige was er hat, ist eine klare Sicht der Dinge, von außen, und was er noch hat, ist, eine ganz eindeutige freie Meinung und eine spitze Zunge.

Und so hatte er wieder Vieles auf der Pfanne, dem man nur zustimmen kann, und das, verbunden mit den Lachattacken, die er dabei reitet, öffnet den Blick auf so Manches verbohrte Tun.

Er brachte so viele gute Sachen, dass es ein langer Beitrag wäre, das hier alles zu bringen (was ich auch gar nicht könnte, weil ich sein Talent nicht habe).

Aber EINES ist mir am Allermeisten hängen geblieben, etwas, was mir SEHR überlegenswert scheint:

Wenn etwas Extremes bei uns passiert (und er spielte natürlich auf den Terror dieser Tage an), dann reiht sich Sondersendung an Sondersendung im TV. 25 Stunden am Tag wird berichtet, auch wenn es nur wenig oder ev. sogar nichts zu sagen gibt. Alles wird immer wieder wiederholt, breitgetreten, mit Angst vermischt dargestellt, und und und …..

Ich stelle mir die Frage (und er stellte sie auch), was denn wohl wäre, wenn die Medien über Derartiges nicht berichten?
Niemand wüsste davon, keine Ängste würden sich verbreiten. Terroristen jeglicher Art hätten keinen Nährboden mehr, auf dem sie ihre Thesen, Ansichten und Greueltaten verbreiten könnten.

Aber so werden die Ereignisse stunden-, tage- und wochenlang widergekäut, zerpflückt und immer und immer wieder die Ängste produziert, die damit einher gehen.

Man darf, so meine ich, die Frage stellen, ob unsere Medien nicht sehr viel dazu beitragen, dass Extremisten sich mit Taten in den Vordergrund drängen, wohl wissend, dass sie die Schlagzeilen und damit auch die Menschen beherrschen werden?

Wäre es nicht vielmehr so, dass viele Dinge von vorne herein im Sande verlaufen würden, wenn man damit rechnen müsste, dass sie keine Beachtung finden?

Ich weiß, eine theoretische Betrachtung, und auch etwas, was ein Stück weit realitätsfern ist. Und doch auch etwas, was, wie so Vieles, einen Kern der Wahrheit in sich tragen könnte?

Was denkt ihr darüber?

Es grüßt,
das Smamap