Das Lockerungsrennen

Ich mache mir Sorgen wegen diesem Lockerungsrennen, das derzeit zum Corona-Virus stattfindet.

Jedes Bundesland scheint zu meinen, dass es bzgl. der Lockerungen, die angekündigt werden, mit bei denen sein muss, die den Bürgern am meisten Lockerungen bieten.

Ich bin mir nicht sicher, was da für eine genaue Motivation dahinter steht. Aber ich finde das, ganz direkt gesagt, als sehr gefährlich.

Man kommt überhaupt nicht mehr mit, mit dem Stakkato an Meldungen, was wo gelockert wird. Wobei es natürlich schon so ist, dass es mich als Bewohner des Bundeslandes Bayern, in keinster interessieren muss, was zB im Saarland oder in Sachsen geändert wird. Aber auch hier in Bayern reicht das schon.

Da werden die Kontaktregeln geändert, mehr Geschäfte dürfen aufmachen, Schüler fangen wieder an, Kitas erweitern die Notbetreuung, die Gastronomen dürfen demnächst wieder ein stückweit öffnen usw usf

Alles natürlich mit Einschränkungen. Mit Abstands- und Hygieneregeln. Ohne Frage.

Aber wenn ich mir das ansehe, was da an Kontakten zwischen den Menschen wieder möglich wird … ich betrachte mit Argusaugen die Entwicklung der Zahlen

Dieses Lockerungsrennen könnte uns wohinführen, wo wir schon mal waren, und keinesfalls wieder hin wollen.

Was mir ganz entschieden fehlt, ist der Versuch, sehr begrenzte Lockerungen durchzuführen, und dann eine längere Zeit zu prüfen, welche genauen Auswirkungen das auf die Zahlen hatte. Ich habe den Eindruck, dass jedes Mal, wenn irgendeine Lockerung durchgeführt wurde, noch nicht einmal ansatzweise ein wirkliches Auswirkungs-Ergebnis ausgewertet wird – sagen wir so nach 4-6 Woche – um DANN zu entscheiden, was man nun sinnvollerweise anschließen kann.

Alles behutsam und langsam.

Von „behutsam und langsam“ ist aber weit und breit nichts zu sehen.

Am 20. April hatte man die Öffnung von Geschäften unterhalb 800qm Fläche eingeführt. Ich habe nicht den Eindruck als wäre die Wirkung dieser Maßnahme gründlich untersucht worden. Schon ab Anfang Mai wurden die nächsten Lockerungen hinterhergeschoben. Also kaum 2 Wochen später.

Die Menschen scheinen ein Gespür dafür zu haben, dass das gefährlich sein könnte. Umfragen, die allenthalben gemacht wurden, sagen, dass reichlich mehr als 70% der Menschen diese ganzen Lockerung als „zu früh“ empfinden.

Und noch ein Punkt, den ich bei diesem ganzen Lockerungsrennen als äußerst bemerkenswert empfinde:

Wir haben eine Steigerungsrate bei den Toten von über 2%. D.h. es kommen zu den derzeit ca. 7.000 Toten, die wir schon haben, jeden Tag ca. 140 Tote hinzu.

Was ist das … Kollateralschaden? … etwas, das man billigend in Kauf nehmen muss?

Ich habe ein enormes Problem damit, dass diese Gesellschaft der Wirtschaft, den Familien, den Kindern, allem dem, was in der jetzigen Zeit große Probleme hat(te), den absoluten Vorrang einräumt, vor denen, die sterben.

In all den Diskussionen, die zweifelsohne geführt werden müssen, um die Probleme in den Griff zu bekommen, die bestehen, kommen die Toten einfach nicht vor. Die Zahl der Toten wird täglich im TV genannt. Und das war’s dann.

Es muss halt so sein, dass viele ihr Leben verlieren? Es muss halt so sein, dass all die anderen Probleme absoluten Vorrang haben, davor, dass tausende von Menschen sterben?

Und dabei hat man sich nicht einmal die Mühe gemacht, genauer herauszufinden, wieviele dieser (bisher) 7.000 Toten zu retten gewesen wären, dadurch dass man die Infektion dieser Menschen, so weit als möglich, unterbunden hätte.

Aktuell haben wir täglich 140 Tote zusätzlich. Geht man nur einmal von 100 Toten aus, so wären das 3.000 zusätzliche Tote jeden Monat. Und das nimmt man schweigend in Kauf, ohne wirklich versucht zu haben, dies zu minimieren. Und ohne wirklich untersucht zu haben, was diese oder jene Lockerung definitiv für eine Auswirkung auf die Zahlen hat (zB. auf die Steigerung der Infektionen).

Und diese Argumentation, dass es sich ja „eh nur um Alte handelt, die infolge von Vorerkrankungen demnächst ohnehin gestorben wären“

Ja, ich frage mich, was das für eine Gesellschaft ist, die darüber entscheidet, wer leben darf und wer nicht. Die darüber entscheidet, welches Leben, ab welcher Restlebensmenge, lebenswert ist. Wir scheinen „Gott“ zu spielen, indem wir das Leben als eine Nebensächlichkeit definieren. Am Anfang der Krise hatte dieses Leben noch absoluten Vorrang.

Wo führt das hin, wenn dieses Lockerungsrennen darin enden sollte, dass wir uns überschätzt haben, in unserer vermeintlichen Kenntnis darin, wie weit wir das Virus beherrschen.

Denn eines ist klar … das Virus interessiert das alles nicht. Es macht einfach das, was es am Besten kann ……………………….

INFIZIEREN !!!!!!

Risikogruppen und Abschottung

Zum Thema Abschottung heißt es heute: „Die britische Regierung fordert Menschen aus Risikogruppen auf, sich für ein Vierteljahr selbst in häusliche Quarantäne zu begeben.“

So sehr ich den Kopf bisher darüber geschüttelt habe, was die britische Regierung in Sachen Corona unternimmt, so sehr stimme ich dieser Meldung bzgl. Abschottung zu.

DIES ist die Maßnahme, die mir von Anfang an in D gefehlt hat.

Wenn es da besondere Risikogruppen gibt, dann muss ALLES, aber wirklich ALLES dafür getan werden, sie zu schützen. Und die effektivste Maßnahme ist die der Abschottung dieser Risikogruppen (ich gehöre dazu!).

Freilich ist das nicht einfach und ein enormer Eingriff in deren Freiheitsrechte. Doch es geht um Leben und Tod!!!!!!!!!

Was es bedeutet, wenn es schief geht, sieht man in jenem Seniorenheim in Würzburg. Zugegeben, eine enorme Konzentration dort, an sehr alten Menschen mit Vorerkrankungen. Aber es zeigt extrem intensiv, um was es geht! EIN Mensch bringt das Virus dorthin, und kurze Zeit später sind 9 Menschen tot.

DAZU GIBT ES KEINE 2 MEINUNGEN !!!!!!!

Ich verstehe das nicht ….. die Riskogruppen abschotten, und den Rest der Bevölkerung SO behandeln, wie das aktuell geschieht. Das ist doch naheliegend.

Wobei ich weit davon weg bin, die Politiker an den Pranger stellen zu wollen. Die machen aktuell einen sehr sehr guten Job. Einen Job, den ich ihnen nicht zugetraut habe.

Ich möchte mit niemandem dort tauschen wollen. Bei diesen Entscheidungen dort geht es um Leben und Tod. Und von allen Seiten prasselt es auf die ein. Angefangen von den Virologen, über die Wirtschaft, Privatpersonen und weiß Gott noch wem. Und wenn etwas schief geht, dann zeigt jeder mit dem Finger auf die Politik.

Allerdings muss es in einer solchen Situation auch möglich sein, schwerwiegende Entscheidungen neu zu denken. Das geschieht derzeit in vielen Fällen. Aber eben nicht an dem Punkt, an dem es um den Schutz der Risikogruppen geht.

Da wird viel gemacht, aber das Entscheidende nicht gedacht. Nämlich die weitestgehende Abschottung der Risikogruppen.

Das bleibt denen, die dazugehören, weitgehend selbst überlassen, diese Abschottung umzusetzen. Aber es bleiben schlicht zuviele Wege, wie das Virus es trotzdem dorthinein schafft … hinein in die Risikogruppen. Sei es aus Unwissenheit, Unachtsamkeit, Zufall. Und das, finde ich, ist enorm gefährlich. Denn wenn die Todeszahlen so ansteigen werden, wie die Experten das voraussagen, dann werden sehr sehr hohe Prozentzahlen der Toten aus diesen Risikogruppen stammen.

Ich bin kein gläubiger Mensch, sage es aber trotzdem mit den Worten: Ich bete darum, dass dieser Krug an unseren Alten und Vorerkrankten vorbeigehen möge.

… to be continued

Tag 1 der Ausgangsbeschränkungen

Seit heute 0 Uhr gelten die Ausgangsbeschränkungen hier in Bayern.

Wir müssen zuhause bleiben. Im Prinzip nur noch raus, zur Selbstversorgung und zum Luftschnappen.

War heute früh beim Bäcker. Niemand zu sehen auf den Straßen. Keine Menschenseele. Zumindest nicht zu Fuß. Paar Autos, aber das war’s schon.

Beim Bäcker 3 Leute drin (mehr dürfen auf einmal sowieso nicht in den Laden). Sonst ist der Laden voll um die Zeit.

Was ich so sehe und im TV auch mitbekomme greift das Ganze. Auch in anderen Bundesländern. Einzelne Verstöße kommen vor und werden mit Bußgeldern geahndet.

Las vorhin, dass die Polizei irgendwo einen Bauwagen vorfand, in dem eine Gruppe Jugendlicher Geburtstag feierte. Ich hoffe, dass die ordentlich eins aufgebrummt bekommen; zusätzlich sollten die ganz hautnah in den Krankenhäusern mit Sterbenden konfrontiert werden. DIE Menschen, die dort sterben, tun dies nicht freiwillig, sondern haben das Virus von jemand übertragen bekommen.

Ich möchte nicht wissen, wieviele zusätzliche Tote es gab/gibt/geben wird, weil Unbelehrbare das Virus weiterverbreitet haben.

Man muss in allem allerdings auch das Positive sehen. Es ist da, egal ob man dazu bereit ist, es zu sehen oder nicht. Also kann es ja nicht schaden, nachzuschauen. Ich sehe da, als Erstes, die Ruhe und Langsamheit, mit der alles abläuft.

Wir sollten ein Stück davon aufbewahren für alle Zeit.

…. to be continued

Der 1. November

Wollte eig einen Beitrag zum heutigen Feiertag schreiben, dem Tag, an dem man der Toten und der Heiligen gedenkt. Hab eben gelesen, dass es ursprünglich darum ging, an einem Tag „aller Heiligen“ gedenken, da es im Lauf der Zeit, sprich der Jahrhunderte, infolge der zunehmenden Zahl der Heiligen, nicht mehr möglich war, dass jeder Heiliger einen Gedenktag erhielt.

Ich hab während meiner Erziehung gelernt, dass man an diesem Tag der Toten gedenkt. Ich hab mir irgendwann mal die Frage gestellt, warum ich einen bestimmten Tag dazu verwenden soll, der Toten zu gedenken? Ich könnte das doch an jedem beliebigen Tag tun, bzw., so wie ich das immer gehandhabt habe, zu verschiedenen Zeiten während des Jahres meiner Vorfahren gedenken. Dazu bräuchte ich dann auch keinen speziellen Tag, müsste nicht  á la Prozession, zusammen mit Hunderten anderer, auf den Friedhof pilgern. Wäre auch nicht genötigt, die Umsätze der Blumengeschäfte etc. etc. anzukurbeln.

Ich könnte DANN meiner Vorfahren gedenken, wann MIR DANACH IST. Also z.B. am Todestag des jeweiligen Menschen.

Und so ist der heutige 1. November für mich ein Tag, an dem ich etwas später aufgestanden bin, ausgiebig gefrühstückt habe, dann meine Wäsche aufgehängt habe, und anschließend bei mir hinter dem Haus in der Sonne gesessen bin.

Und wie ich da so saß, dachte ich an meinen Vater, meine Großeltern, und überhaupt an die Menschen, durch die ich geworden bin, und ohne die ich nicht das wäre, was ich heute bin. Also an all die Menschen, die heute nicht mehr sind, und durch die ich in der Hauptsache Zuneigung und Liebe erhalten habe.
Und wie gesagt …. um das hin zu bekommen, brauche ich nicht einen extra Feiertag.

Ich wünsche Euch noch einen schönen Sonntag.

Es grüßt,
das Smamap.