Getrickst, geschummelt und beschissen ..

Heute scheint das mein Thema zu sein, wie auch HIER schon zu lesen war.

Vorgestern hab ich einen „Test“ im TV gesehen, der zwar einerseits etwas witzig gemeint war, aber doch einen ernsten Hintergrund mitbrachte.

Man hat 2 Teams mit dem Auto von München nach Rom fahren lassen. Beide Autos waren aktuelle Modelle mit Hybrid-Antrieb, also teils Benzin-Motor, teils Elektromotor.

Das eine war ein Porsche, das andere ein Golf.

Lange Rede, kurzer Sinn: Der Porsche hat es geschafft (hätte sogar noch weiter fahren können), der Golf blieb ca. 100 KM vor dem Ziel stehen.

Worauf ich hinaus will: Beide Hersteller werben mit enorm günstigen Spritverbräuchen. Hab jetzt die Daten nicht mehr im Kopf, aber da ging es um Verbräuche irgendwo im 2-3 Liter Bereich. Ich meine, der Golf wurde sogar mit 1,5 Liter geführt.

Beide Fahrzeuge wurden zu Beginn vollgetankt, d.h. Benzintank voll bis zum Rand, und der Akku jeweils voll aufgeladen. Und dann wurde sparsam gefahren (war jeweils ein Mensch dabei, der das Sparsamfahren gewerblich lehrt).

Letztlich kam dabei u.a. heraus, dass beide Fahrzeuge beim Spritverbrauch etwa bei 6 Litern lagen.

Da frage ich mich allen Ernstes, WAS denn dabei bitteschön umweltschonend, sparsam und sonstwas ist, wenn ein Hybridauto 6 Liter Sprit auf 100 KM verbraucht ?????
Von der Umweltbelastung in der Produktion wollen wir an dieser Stelle mal lieber gar nicht reden.

Ich hatte vor ca. 30 Jahren einen Toyota Corolla, mit 60 PS, der verbrauchte damals ca. 8 Liter im Durchschnitt, bei sparsamer Fahrweise ca. 7 Liter, und auf der Autobahn ca. 6 Liter. Und in den letzten 30 Jahren hat sich daran offenbar so gut wie nichts geändert. Nicht einmal dann, wenn man das Fahrzeug mit einem zusätzlichen E-Motor ausstattet.

Ich behaupte: Wenn die Hersteller nur wollen würden, dann könnten sie derartige Fahrzeuge bauen, die tatsächlich nur 2-3 Liter benötigen……wenn sie wollen würden !!!

Man braucht sich nur mal ansehen, werde bei den Automobilkonzernen Anteilseigner ist. Da sind alle vertreten, die ein Interesse daran haben, Sprit zu verkaufen. Angefangen vom Staat über die Zulieferer bis hin zu den Öl-Multis.

Alternative: Auto abschaffen …. bzw. zumindest alle Autos einer Familie bis auf eines.

Realität: Macht (fast) keiner …. also braucht sich auch keiner zu beschweren ???

Und das Höchste daran ist dann noch (war nicht Bestandteil des Berichts, ist aber überall nachlesbar), dass die Hersteller bei der Berechnung des Verbrauchs tricksen bis zum Geht-Nicht-Mehr. Denn dass da 1,5 Liter angegeben werden können, das liegt zum einen daran, dass ein Fahrverhalten an den Tage gelegt wird, das es gar nicht gibt, und zum anderen daran, dass der Gesetzgeber solchen Rechnereien völlig legal Tür und Tor öffnet. Wenn ich mich rechte erinnere (ist schon eine Weile her), dann wird davon ausgegangen, dass der Akku nach belieben im Fahrbetrieb (bzw. in Pausen), aufgeladen werden darf. Is ja auch klar …. jeder Autofahrer bleibt sofort stehen, wenn der Akku leer ist, um ihn aufzuladen.

Es grüßt,
das Smamap

 

GEHT DOCH !!!! Oder eher nicht ???

Wie zu lesen ist, hat VW in den letzten Monaten, im Rahmen des Abgasskandals, einen Katalysator entwickelt, mit dem die strengen US-Abgasnormen eingehalten werden können.

Schon seltsam, was so alles möglich ist. Da wird, mal eben so, innerhalb kurzer Zeit, etwas entwickelt, was ansonsten immer als sehr schwierig bis unmöglich dargestellt wurde.

Da frage ich mich, was sonst noch so alles möglich wäre, wenn die Konzerne nur wollen würden.
Es ist halt wesentlich einfacher und kostengünstiger, irgendwelche Schlupflöcher und Sonderregelungen auszunutzen, um den Gewinn zu steigern, anstatt das Mögliche zu machen, zugunsten der Umwelt.
Allerdings sieht man, dass Tricksereien und Betrügereien dann letztlich doch immer auffliegen.
Da ist die Frage erlaubt, warum man es erst doch mal versucht, und nicht ehrlich bleibt, im Sinne dessen, was auch Recht, Gesetz und Anstand von jedem Normalbürger verlangt.

In diesem Zusammenhang müssen natürlich auch Behörden und Gesetzgeber genannt werden, denn solange es legal ist, mit allerlei Tricksereien die Abgas- und Verbrauchswerte zu schönen, solange wird Derartiges als „normal“ gesehen, und dann auch versucht, die Grenze immer noch ein wenig weiter hinauszuschieben.

Mittlerweile weiß man ja auch, wie diverse Hersteller anderer Produkte, ganz legal Verbrauchswerte schönen (z.B. Staubsauger und Waschmaschine).

Was in meinen Augen fast schon sowas wie ein Verbrechen ist, ist die Tatsache, dass sich sämtliche Autokonzerne gegen die Durchsetzung des Elektro-Autos stemmen. Wir könnten heute eine Quote von mindestens 50% haben. Aber dann würden viele Dinge am Auto nicht mehr benötigt werden. Das beginnt mit all den Teilen, die ein Elektroauto nicht mehr braucht (Zündkerzen, Zündkabel, Einspritzpumpe, Vergaser etc. etc.), geht weiter mit Sprit und Öl und endet mit all den KFZ-Werkstätten, die bei weitem nicht mehr so viele Fahrzeuge zu warten hätten (es braucht keine Ölwechsel mehr, und alles andere auch nicht, was mit einem Verbrennungsmotor zu tun hätte).
Es gibt also hier so etwas wie eine konzertierte Aktion sog. „interessierter Kreise“, allen voran die Autoproduzenten, die Ölkonzerne und die Zubehörindustrie.

Jedes Elektroauto würde den Gewinn ganz entschieden schmälern. Und wenn man die Gewinne der Autokonzerne und der Ölmultis betrachtet, dann weiß man, ohne da lang suchen zu müssen, wer in allererster Linie ein Interesse daran hat, dass alles so bleibt, wie es ist (zumindest weitgehend).
Vergessen darf man in dem Zusammenhang natürlich auch den Fiskus nicht, denn der schöpft ja auch seinen Teil ab über jeglichen Verkauf von Sprit und Waren.

Ich nannte es oben deswegen ein „Verbrechen“, weil man sich leicht ausrechnen kann, was es für die Umwelt bedeuten würde, wenn 50% aller Autos im Betrieb NULL Schadstoffe ausstoßen. Die handfeste Unterstützung solcher NULL-Autos wäre ein entschiedener Beitrag für unsere Umwelt und die Lebensbedingungen nachfolgender Generationen.

Was mich persönlich angeht, so wissen die Mitleser hier, dass ich dieses Konzept des NULL-Autos jetzt seit einigen Monaten lebe, indem ich kein Fahrzeug mehr mein Eigen nenne. Dieses NULL bezieht sich dann auch auf die Umweltbelastung, was Produktion und Entsorgung angeht.

Es gibt viel zu tun. Packen wir’s an. Und das meine ich so, denn wenn wir auf Wirtschaft und Staat warten, dann warten wir, aus o.g. Gründen, vergebens. Und deshalb habe ich auch nicht viel Hoffnung, dass sich die so hoch gelobten Klimaziele von Paris auch wirklich erreichen lassen, denn dazu müsste man in wesentlichen Bereichen enorm umsteuern, und zwar SOFORT. Aber das ginge zu lasten der Konzernbilanzen und der Staatseinnahmen

Es grüßt,
das Smamap