Die Vergangenheit holt mich ein

Ich war früher (SEHR viel früher) ein Fan von Konstantin Wecker. Er sagte und sang schon sehr früh sehr richtige und wahre Sachen. Manchmal etwas extrem, aber ich denke, Manches MUSS man extrem sagen, damit es uns durch unsere Hornhaut überhaupt erreicht.

Ich habe mich nie von ihm abgewendet, aber ihn irgendwie dann mal „aus den Augen verloren“.

Jetzt bin ich wieder mal, nach vielen Jahren, auf einen Text von ihm gestoßen, und möchte ihn hier wiedergeben

und zwar unter dem Motto WEHRET DEN ANFÄNGEN

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(Zitat)
Die meisten von uns haben ein geheiztes Zimmer, eine Bettstatt, eine warme Decke und zu essen und zu trinken.
Wie kann man in diesen kalten Tagen nicht daran denken, wie es den hunderttausenden von heimatlosen Menschen an unseren Aussengrenzen jetzt wohl ergehen mag, die durchnässt und zitternd vor Angst auf ein wenig Zuneigung und christliche Nächstenliebe hoffen?
Wie kann man das abfackeln, was ihnen etwas Schutz bieten könnten?
In Hannover tagen gerade die Brandstifter von der AfD: Der Staat müsse das „Asylrecht beschränken“, die „nationale Identität“ schützen, heisst es da in einem Beschluss, und „wehrhaft und kraftvoll dem Entstehen von Parallelgesellschaften entgegentreten.“ Gefährliches, völkisches Gebrabbel von Menschen, die sich vermutlich Christen nennen und an Weihnachten von sich selbst entzückt fromme Lieder singen.
Liebe Freunde, wir müssen uns vorsehen und zusammenstehen, denn sonst wird man eines Tages, des bin ich mir sicher, mit Entsetzen auf eine barbarische Zeit zurückblicken. Eine Zeit, in der ein sogenanntes zivilisiertes und vermögendes Europa Millionen Hungernden und Frierenden, Gestrandeten, Geflüchteten, Gejagten und Versehrten, Verfolgten und Missbrauchten – darunter unzählige Kinder – die Tore verschlossen hat, sie in Käfige sperrte, hinter Stacheldraht verbarrikadierte, anstatt sie zu wärmen, zu betten und sie mit Geschenken und offenen Armen zu empfangen. Man wird berichten, dass es auch viele BürgerInnen gab, die sich helfend und mit viel Mitgefühl der Unmenschlichkeit widersetzen wollten, aber dass der Markt und seine ihm hörige Politik nichts anderes im Sinn hatte, als Gewalt mit Gewalt zu beantworten, neuen Terror zu züchten und sich am Elend der Ärmsten zu bereichern. Und man wird mit Schaudern erkennen, dass alle kulturellen Werte und Errungenschaften dieses Europa aus nackter Gier in den Wind geschossen wurden.
„Als zum ersten mal das Wort »Friede« ausgesprochen wurde, entstand auf der Börse eine Panik. Sie schrien auf im Schmerz: „Wir haben verdient! Laßt uns den Krieg! Wir haben den Krieg verdient!“
(Karl Kraus)
(Zitat ende)

Ich möchte dem nur an einer Stelle widersprechen:
„Man wird berichten….“ wird dann nicht mehr möglich sein, denn wenn das alles schief geht, womit wir heute konfrontiert sind, dann wird es nichts mehr geben, worüber berichtet werden könnte.

Manches ändert sich nie ….

Gottseidank möchte man sagen!!!

Weil solche „Dinge“, die einem also unverändert auffallen, in der Regel solche sind, die man mit schönen Gedanken verbindet. Andere Dinge, die nicht schön sind, die schiebt man normalerweise sofort zur Seite.

Nun ja …. solche „schönen“ Dinge, die erinnern einen an vergangene Tage, in denen man sich wohl fühlte. Und das sind ja die Tage, die man in Erinnerung behält. Tage, wie z.B. jener, als man einen Schlaganfall erlebte, an die möchte man ohnehin nicht so gerne denken.

Und so ging ich hier in Hof kürzlich durch das Volksfest und sah

2015-08-01 14.40.05 2015-08-01 14.36.40

2 Fahrgeschäfte also, die gab es schon in meiner Jugend.

Sie erinnern mich an eine Zeit, in der das Leben noch relativ ungezwungen war. Eine Zeit, in der man sich um fast nichts kümmern musste, denn da waren die Eltern, die das für einen übernahmen.

Und darum ist das immer was Besonderes, wenn man solche Dinge aus vergangenen Tagen sieht. Sie erinnern einen, wie gesagt, an solche Tage. Und sie zeigen einem, dass Manches (scheinbar) Bestand hat, in einer Welt, in der sich so Vieles ändert, und oft nicht zum Besseren.

In diesem Sinne grüßt,
das Smamap