Irrsinns-Spirale

Und wieder hat der Terror zugeschlagen.

In Brüssel diesmal.

Und der Irrsinn daran ist, dass völlig Unschuldige ihr Leben lassen mussten.

In Gedanken bin ich bei Jenen. Und auch bei deren Angehörigen. Es gibt jetzt viele Väter, Mütter, Ehefrauen, Ehemänner, Freunde, Brüder, Schwestern und was weiß ich noch alles, die einen ihnen nahestehenden Menschen verloren haben.
Mit diesem heute oder gestern noch gesprochen haben, und ihn nie mehr wieder sehen werden.
Er wurde mitten aus dem Leben heraus gerissen.

Und wieder wird die Spirale sich zu drehen anfangen.

Die Behörden und die Vertreter der Länder in Europa werden die Schuldigen zu fassen versuchen, was selbstverständlich ist.

Gleichzeitig wird sich die Spirale der Gewalt wieder ein Stück weiter drehen. Vorzugsweise in jenen Ländern, aus denen die Attentäter stammen.  Es wird noch mehr Bomben geben, mehr Flugzeuge, mehr Gewalt. Dabei spielt es keine Rolle, ob das jetzt der IS war oder irgendwelche sonstigen Fanatiker oder wer auch immer.
Immer wird es irgendwo Menschen geben, die Angehörige verlieren. Und so wird immer weiterem Hass und weiterer Gewalt Vorschub geleistet.

Als Reaktion wird es anderswo Attentate geben.

Und so wird diese Irrsinns-Spirale (Betonung auf „Irrsinn“) sich immer ein Stück weiter drehen. Jede Gewalt wird Gegengewalt erzeugen.

Wann, so frage ich, wird endlich jemand den Mut aufbringen, diese Spirale zu durchbrechen?
Aufzuhören mit Gewalt?
Sich dem scheinbaren Automatismus entziehen, dass es auf derlei nur die Reaktion der Gewalt gibt?

Es steht nicht zu erwarten, dass Fanatiker zu einer solchen Einsicht fähig sind.

Bleibt also die Frage, ob vernunftbegabte Staatenlenker diesen Mut aufbringen. Den Mut, denjenigen, die Tod und Vernichtung predigen, eine Zukunft anzubieten, die auf der Basis von Frieden, Gleichberechtigung und Koexistenz basiert.

Das wäre kein einfacher Weg, denn schließlich muss da jemand über seinen eigenen Schatten springen. Auch dem Vorwurf widerstehen, nachzugeben. Es auch ertragen können, dass andere sich zum Sieger ausrufen.

Mahatma Ghandi hat es vorgemacht, wie es auch ohne Gewalt gehen kann.
Ohne Gewalt und mit einer Politik, die sich auf die Menschen und ihr Leben bezieht, würde man auch solchen Organisationen wie dem IS den Boden entziehen.
Welchen Grund hätten Menschen auch, sich dem Terror anzuschließen, wenn alles dafür getan würde, dass es den Menschen gut geht, und nicht ständig der Tod über ihnen kreist oder Angehörige getötet werden.

Die Alternative wären nur wieder viele viele weitere Menschen, die aus dem Leben gerissen werden. Wobei es letztlich keine Rolle spielt, ob dies in Brüssel, Paris, Hamburg, München, Damaskus, Aleppo, Bagdad, Mossul oder Jerusalem geschieht.

Jeder unschuldige Tote ist letztlich nur ein Samen der Gewalt.
Und für Waffenexporte gilt das Gleiche.

Es grüßt,
das Smamap

….. und die Moral von der Geschicht ???

Zitat aus einem Artikel von Keno Verseck auf DW.COM (deutsche Welle):

„Der ehemalige antikommunistische Bürgerrechtler und linke Philosoph G. M. Tamás, der heute einer der Vordenker der neuen Linken in Osteuropa ist, sieht noch einen anderen Grund für die Art und Weise, wie Ungarn und andere osteuropäische Ländern mit der Flüchtlingskrise umgehen. „Es gibt eine Art konkurrierende Immigration. Die osteuropäischen Länder können ohne die Emigration ihrer eigenen überschüssigen Arbeitskräfte nach Westeuropa nicht überleben“, schreibt er in einem Essay, der vor kurzem auf zahlreichen linken europäischen Internetforen veröffentlicht wurde.

So sind etwa aus Ungarn allein in den vergangenen vier Jahren etwa 650.000 Menschen abgewandert, um im Ausland zu arbeiten. „Es liegt im vitalen Interesse von Ländern wie Ungarn, die jetzigen Flüchtlinge zu stoppen, denn wir konkurrieren mit ihnen um die westlichen Ressourcen, weil die osteuropäischen Wirtschaften ein trauriger Witz sind.“

Zuvor war in dem Essay sinngemäß auch angeführt worden, dass der ungarische Premier Orban ganz bewusst so handelt, wie er handelt, nämlich um sich selbst und seine Partei wieder an die Spitze der Umfrageergebnisse zu bringen und von eigenen Problemen abzulenken.

Alles zusammen zeigt einmal mehr, dass selbst Not, Elend und der Tod von so Manchen für eigene Zwecke missbraucht wird.

Statt dafür zu sorgen, dass Menschen nicht umkommen, wird deren Lage noch ausgenutzt.

Aber es ist gar nicht nötig, mit dem Finger auf die Orbans der Welt zu zeigen. Auch bei uns gibt es genügend, für die das gilt.
Plötzlich taucht Pegida wieder aus der Versenkung auf. Auch das braune Gesöcks missbraucht das Schicksal dieser Menschen seit jeher für die eigene Propaganda. Und so manchen Menschen, die etwas brauchen, worauf sie die eigenen Ängste projizieren können, sind die Einwanderer willkommener Anlass, dumpfes Unwohlsein in der Menge zu artikulieren. Es war schon in den Urzeiten menschlicher Entwicklung so, dass eine Gefahr von außen den Stamm auf ein Ziel hingerichtet hat, und dem eigenen Handeln damit einen Sinn gegeben hat, den man anderswo nicht fand.

Und ich möchte es nicht mal ausschließen, dass auch eine Frau Merkel es nicht gerade als schlecht ansieht, wenn ihre Umfragewerte steigen. Auch ein Herr Schröder wusste das seinerzeit zu nutzen.

Warum, so frage ich mich, ist es nicht schlicht möglich, demjenigen, der im Sumpf am Untergehen ist, die Hand zu reichen, um ihn herauszuziehen, auch ohne damit irgendein Ziel zu verfolgen.

Irgendwann gelingt es uns schon noch, in der Einigkeit gegenüber irgendeinem Gegner, den es SO gar nicht gibt, eine Gewalt heraufzubeschwören, die unseren Untergang besiegelt. Wenn dies nicht zuvor schon die Natur bewerkstelligt hat, per Klimaveränderung, Naturkatastrophen, und die dann einsetzenden Völkerwanderungen.

Insofern wird der Mensch immer noch mehr von perfiden Urinstinkten geleitet, anstatt von Vernunft und moralischen Maßstäben.

Meine Meinung.

Es grüßt,
das Smamap