Leere Versprechungen

Eine fiktive Geschichte ……

All die Zeit hatten sie ihm versprochen, er werde Unterstützung erhalten, für den Fall, dass er einmal gesundheitlich nicht mehr dazu in der Lage sein werde, sich seinen Lebensunterhalt selbst zu verdienen.

Es hieß immer „das soziale Netz wird dich auffangen“.

Er konnte sich zwar nie vorstellen, dass es einmal so kommen würde, aber es war ein beruhigendes Gefühl, abgesichert zu sein.

Als es dann urplötzlich so kam, und der Fall eintrat, den er sich niemals auch nur im Entferntesten als Realität hatte vorstellen können, da erwartete er zwar nicht, dass sich die verschiedenen Teile des sog. „sozialen Systems“ um ihn reißen würden, aber etwas Anteilnahme hätte er schon erwartet.

Was dann aber ablief, das spottete jeder Beschreibung.

Jede dieser ominösen Bestandteile des sozialen Systems legte es darauf an, eine Möglichkeit zu finden, ihn nicht, zumindest aber nur möglichst gering unterstützen zu müssen.

Die Vorgehensweisen waren dabei stehts sehr subtil.

Meist verschanzte man sich hinter Paragraphen; dahinter, dass man irgendwelche Voraussetzungen lt. § „sowieso“ nicht erfüllte.

Zuallererst lief es darauf hinaus, dass er sein „Vermögen“ verbraten müsse; etwas das er mit seiner Hände Arbeit geschaffen hatte, für das er schon mehrfach Steuern und Abgaben entrichtet hatte, und das er jetzt erstmal vernichten müsse, und erst wenn er absolut nichts mehr habe, dann würde er etwas erhalten.

Nun gut, er hatte zwar nicht viel, aber dann lebte er halt erstmal davon.

Als es dann endlich soweit war, da musste er Unterlagen und Nachweise, noch nöcher liefern, damit die Bearbeitung seines Antrages überhaupt erst einmal in Betracht gezogen wurde. Von was er in der Zwischenzeit leben sollte, war ‚denen‘ völlig egal.

Und wie es dann endlich soweit war, DASS er etwas bekam, da fragte er sich, wie ein vernünftig denkender Mensch jemals auf die Idee kommen konnte, dass jemand von diesem Betrag leben könnte.

Und so begann er, sich mit dem Thema eingehender zu beschäftigen.

Hilfe aus der Gesellschaft konnte er nicht erwarten. Dort war die Meinung, jemand würde auf Kosten der Allgemeinheit leben wollen, ohne einen Finger zu rühren, zu sehr verankert. Bezeichnungen wie „Schmarotzer“ oder „arbeitsscheuer Asozialer“ waren verbreitet. Also musste er selbst sehen, wo er blieb.

Je mehr er sich mit der Thematik beschäftigte, umso mehr stellte sich heraus, dass es da zahlreiche Handlungsweisen gab, die jeglicher gesetzlichen Grundlage entbehrten.

Er gewöhnte sich zwar langsam daran, dass es immer wieder Forderungen der Ämter gab, die er zu erfüllen hatte. Wenngleich die immer mit dem Damokles-Schwert versehen waren, dass bei Nichterfüllung der Forderungen, die Zuwendungen gestrichen würden.
Das war immer eine ziemliche Belastung, mit dieser Drohung leben zu müssen.

Zugleich gewöhnte er sich aber auch daran, DAS was er da immer wieder bekam, zu hinterfragen.
Dieses Hinterfragen ließ ihn immer öfter mit der Gewissheit zurück, dass es den handelnden Personen/Ämtern darum ging, eine Handhabe zu finden, um die Zuwendung zu reduzieren.

Allerdings erfuhr er auch immer öfter die Gewissheit, dass die Handelnden in diesem Bestreben die Gesetze nach ihrem Gutdünken beugten oder aber etwas als legitimiert darstellten, für das es überhaupt keine gesetzliche Grundlage gab.

So ergab es sich, dass mindestens 50% der Bescheide, die er von jenen Behörden erhielt, sich als schlicht falsch herausstellten, und nach entsprechenden Widersprüchen seinerseits, zurückgenommen werden mussten, um durch Bescheide ersetzt zu werden, die das glatte Gegenteil mitteilten.
In mehreren Fällen musste er sogar das Sozialgericht anrufen, um dann jeweils recht zu bekommen.

Dies alles, nur damit er das erhielt, was ihm immer versprochen worden war, um dann festzustellen, dass davon niemand sinnvoll leben konnte.

Beschlossen hatten dies alles natürlich Menschen, die niemals mit diesem System konfrontiert werden würden, vielmehr nur damit zu tun hatten, sicherzustellen, dass alles weitergehen würde, wie bisher. Die finanziellen Mittel dafür konnten sie natürlich nur von der Masse der Menschen sicherstellen. Insofern verbarg sich hinter dem Konzept schon eine gewisse Logik.

Allerdings führte diese Logik dazu, dass Diejenigen, die diesem System ausgeliefert waren, sich aus diesem System niemals wieder würden befreien können. Zumindest dann nicht, wenn ihnen dies nicht innerhalb kürzester Zeit gelang.

Wer länger als 1-2 Jahre mit dem System zu tun hatte, der würde nicht einmal mehr in eine andere Gegend ziehen können, um dort ev. doch noch eine Chance zu haben, etwas zu erlangen, um sich selbst seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Die Ämter würden schon dafür sorgen, dass dem so wäre. Denn sie würden alles dafür tun, dass keine Kosten anfielen, die sie übernehmen müssten. Frei nach dem Motto „wenn Sie etwas wollen, dann müssen Sie schon selbst dafür sorgen“.
Wie jemand dies machen würde, der über lange Zeit vom System ausgepresst wurde, wie eine leere Zitrone, das wäre den Handelnden völlig egal.

Und so muss jemand, der sich auf das System einlässt, wozu es für einen Betroffenen keine Alternative gibt, sein Wohnumfeld einschränken, seine Lebensweise enorm einschränken, alles abschaffen was Kosten verursacht (also z.B. ein Auto), und nur noch das leben, was unbedingt nötig ist.

Und dieses Wenige, was bleibt, das nennt sich „soziales Netz“, und man muss ständig darum kämpfen.

Diese Erfahrungen hatte er ausgiebig gekostet.

Auch die Verhaltensweisen verschiedener Behörden. Die eine Behörde bezog sich auf die „Resultate“ der vorhergehenden Behörden. Man musste also stets sehr darauf achten, was die Behörden als gegeben ‚feststellen‘. Stand dort in den Unterlagen einmal etwas, was als Faktum ausgewiesen wurde, ohne dass man das so recht mitbekam, dann nahmen nachfolgende Behörden dies als gegeben und entschieden nach „Aktenlage“ über etwas, ohne den Menschen jemals gehört oder gesehen zu haben.

Dieses Verfahren in Kombination damit, dass oftmals geltende Gesetze nach Gutsherrenart ausgelegt wurden, hatte auch für ihn dazu geführt, dass das „System“ ihn in Form gepresst hatte. In die Form, die das System als Zielvorgabe vorgegeben hatte.
Dieses „pressen“ hatte dazu geführt, dass er niemals wieder eine Chance haben würde, dem Ganzen zu entfliehen. Dazu würde er nämlich „Kohle“ brauchen, die das System schon längstens aus ihm herausgepresst hatte.

Andere, mit denselben Erfahrungen, tricksten ihrerseits das System aus, wo es nur geht. Er, mit seinen gesundheitlichen Einschränkungen, hatte diese Möglichkeit nicht, sonst würde er das womöglich auch tun.
Das System erzeugte ständigen Druck auf ihn, und es war ungeheuer energieaufwändig, diesem Druck standzuhalten.

Er war einmal so erzogen worden, dass es Bürgerpflicht ist, den Gesetzen ganz selbstverständlich zu entsprechen.
Er hatte allerdings seit einiger Zeit auch erfahren, dass es, im sozialen System, nicht wenige Behörden und quasi-staatliche Einrichtungen gibt, die sich einen feuchten Kehrricht darum kümmern, ob ihre eigenen Verfahrensweisen auch diesem Anspruch genügten.

Und so saß er da, hatte wieder einmal 2 Schreiben bekommen, die ganz klar nur darauf abzielten, etwas zu finden (um nicht zu sagen ‚erfinden‘), was die Möglichkeit bieten würde, ihm das Wenige, das er bekam, nochmals zu reduzieren.
Und er würde wieder jegliche Energien, zu denen er noch imstande war, aufwenden müssen, um sich dagegen zu stemmen, und dies abzuwehren.

Oft gelang ihm dies, manchmal auch nicht. So wie letztens, als sie ihm mitteilten, dass seine kleine Wohnung zu teuer sei, da lt. Datenerhebung/Verordnung nur eine Miete übernommen würde, die fast 20% unter dem läge, was er tatsächlich zahlte. Dass es keine billigeren Wohnungen gab, das scherte dort niemanden. Auch nicht, wovon er das bezahlen würde, was die Behörde nicht zahlte.

Die Behörde stellte das fest, überwies nur eine geringere Miete, und Ende im Gelände. Wenn einem das nicht gefallen würde, könnte man ja dagegen vorgehen.

Da konnte man nur froh sein, wenn man gesund wäre, und diesem unsäglichen System nicht anheim fiele. Man käme sonst nicht umhin, das Ganze als leere Versprechungen zu erkennen.

Ende der Geschichte.
Und jegliche Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten, wären natürlich rein zufällig.

Es grüßt,
das Smamap.

Was sie alles mit uns treiben …..

Wie ich heut mal so auf der Couch lag, da hab ich – gedanklich – mal meine Wege dieser Woche zusammengenommen, so, als hätte ich alles im Stück hinter mich gebracht, und mir überlegt, was an den verschiedenen Stellen so versucht wurde, mir nahezubringen.

Hier mal eine wahllose Zusammenstellung:

  • Die Infoblätter der Autohäuser in den dort zum Verkauf stehenden Autos erzählen mir CO2-Werte und Spritverbrauchszahlen, die mit der Realität nichts zu tun haben
  • Meine Restmülltonne kommt kaum zum Einsatz, weil ich kaum solchen Müll produziere. Dennoch muss ich am Jahresende einige Leerungen zahlen (per Mietnebenkosten), obwohl ich sie gar nicht in Anspruch genommen habe (der Abfallzweckverband darf eine bestimmte „Grundzahl“ an Leerungen berechnen)
  • Die Sparkasse verkauft mir ein „günstiges“ Girokonto, das mich „kaum“ etwas kostet, weil 5 Vorgänge im Grundpreis enthalten. Was mir nicht gesagt wird, ist, dass auch jegliche Buchung, von außerhalb mitgezählt wird, und ich so im Jahr 60 Euro für dieses Konto bezahle
  • Bei NKD gibt es demnächst einen externen Ladeakku zu kaufen, um auch unterwegs das Handy aufladen zu können. Der kostet statt 15€ jetzt 8€. Dass er zu diesem reduzierten Preis schon vor etlichen Wochen verkauft wurde (damals hab ich ihn erworben), der gestrichene Preis also ein „Mondpreis“ ist, das steht dort nicht
  • Im Schaufenster des Versicherungsvertreters wird eine Lebensversicherung angeboten. Was dort nicht steht, ist, dass nur ein Teil der eingezahlten Beträge auch in der Versicherung tatsächlich ankommt, und erhebliche Teile der monatlichen Beiträge über Gebühren etc. verschwinden
  • Die örtliche Niederlassung der AOK schreibt mir eine Antwort, in der ich mit Paragraphen bombardiert werde, um mir klar zu machen, warum eine bestimmte Sache nicht mehr übernommen wird. Ich werde dagegen Einspruch einlegen, weil die Erfahrung lehrt, dass so manche Auskünfte von dort, Fehlinformationen sind
  • Der Discounter (ich weiß nicht mehr welcher) hat etliche Artikel am Preisschild des Regals markiert. Dies macht den Eindruck, als würden sie günstiger angeboten. Als aktiver „Preisbeobachter“ sehe ich dabei etliche Artikel, die sich preislich nicht verändert haben. Marketing!
  • Ich kaufe mir bei NKD eine Winterjacke. Die hatte ich kurz zuvor schon mal dort gesehen, und war mir zu teuer. Dann hieß es, es gäbe jetzt 30% darauf. Da habe ich zugeschlagen. Ein paar Tage darauf gibt es dieselbe Jacke zu einem reguläre Preis, der nochmals darunter liegt. Die haben ganz schöne Margen
  • Mein Paket wird von der Sendungsverfolgung von DHL für den übernächsten Tag avisiert. Bin froh … warte schon dringend darauf. Tags darauf ist das in der Sendungsverfolgung SO plötzlich nicht mehr zu lesen. Also umsonst Termin verlegt, um zuhause zu sein. Tags darauf ist das Paket plötzlich da. Lt. Sendungsverfolgung befindet es sich noch auf dem Weg zwischen 2 Paketzentren. Wozu brauch ich eine solche Sendungsverfolgung?
  • Beim Metzger nehm ich mir eine „Leberkässemmel“ mit. Kostet dort immer nur 1€. Die Lady sagt mir, dass der Leberkäs „aus“ sei. Sie hätte stattdessen einen „Pizzaleberkäs“. An der Kasse stelle ich dann fest, dass der um 20% teurer ist. Das hatte sie mir nicht gesagt.
  • ….. diese Liste ließe sich verlängern

Fazit: Man kann sich auf nichts verlassen …. dass es nämlich auch tatsächlich so ist, wie das da steht oder wie der Eindruck erzeugt wird.
Man könnte auch sagen: An allen Ecken und Enden wird einem ein X für ei U vorgemacht.

Habt ihr auch diesen Eindruck?

Es grüßt,
das Smamap