The winner is …..

Wie HEUTE HIER schon mal berichtet, sollte der BGH über die Rechtmäßigkeit einer Bankgebühr urteilen, und quasi einen winner bestimmen.

Nun ist das Urteil da …. eine solche Gebühr ist NICHT rechtens.

In meinem Beitrag hatte ich dazu etwas ungenau berichtet:
Es ging darum, dass Banken (z.B. die Deutsche Bank), von Kunden, die über den Dispo hinaus ihr Konto überzogen, eine Überziehungsgebühr forderten (die Deutsche Bank forderte hier 6,90€). Diese forderten sie für den Fall, das die zusätzliche Überziehung nur minimal sei.
Wenn also der Kunde, sagen wir, den Dispo um zusätzliche 50€ überzog, dann vereinnahmte die Bank diese Überziehungsgebühr grundsätzlich. Auch wenn der erhöhte Zinssatz, der für den Fall einer zusätzlichen Überziehung vereinbart war, nur einen Bruchteil dieser Überziehungsgebühr ausgemacht hätte.

Besagte Bank vereinnahmte also bisher für die zusätzlichen 50€ genau 6,90€ Zins, obwohl der erhöhte Dispozins nur zusätzliche (realistisch angenommene) 4% ausgemacht hätte (also im Bsp. rechnerisch 16,67 Cent). Die 6,90€ waren bisher ungefähr das 40-fache des tatsächlichen Zinses.

Warum die Bank es nötig hat, das 40-fache zu verlangen, und nicht von selbst drauf kommt, dass dies völlig unanständig ist, bleibt ein Geheimnis derer, die für den Ruf, den die Banken mittlerweile haben, verantwortlich sind. 

Vll wäre es ja mal eine Idee, einen Verein zu gründen, also eine e.V., die Konten anbietet, die zu genau denselben Zwecken genutzt werden können, wie bisherige Bankkonten. Also Einzahlungen, Auszahlungen und Überweisungen (keine Kredite, also auch kein Dispo).
Eine solche e.V. würde dann rein nur die Kosten für diese Abwicklungen 1:1 berechnen, ohne jede Gewinnabsicht (selbstverständlich müssten die Kosten für EDV und Personal beinhaltet sein, denn schließlich müssen die Beschäftigten ja von etwas leben).

Ich behaupte, ein solches Konto würde im Monat, eine erkläckliche Anzahl existierender Konten vorausgesetzt, nicht mehr als 1€ kosten (wenn man mal pro Vorgang 2 Cent annimmt, 25 Vorgänge im Monat, und 50 Cent für alle anderen Kosten (z.B. Personal)).
JA, es gäbe keine EC-Karte, VISA-Card, Kredit oder was auch immer. Das sollen die anbieten, zu deren Geschäftsmodell es gehört. Man holt sich am Monatsanfang das Geld, das man voraussichtlich benötigt, und zahlt überall bar.
Die Mitmacher wären wohl sehr verblüfft, wie günstig sowas sein kein, und wofür einem ansonsten Geld abgeknöpft wird.
Denn eines ist klar: Alles das, was es da so gibt, von Bankkarten über Filialen, Payback, Visa usw usf. das muss alles von irgendwas bezahlt werden. Nicht zu vergessen, die Mrd., die von Banken in den Sand gesetzt werden, und die wir OttoNormalos weltweit zu tragen haben.

Ich hatte bis vor einem halben Jahr zusätzlich ein Konto bei der Sparkasse. Das kostete mich, alles in allem, im Jahr etwa 60€ (ohne jeglichen Dispo). Über die gedachte e.V. würde ich über 45€ einsparen.

Das Verblüffende ist, dass es solche Konten, wie ich hier über das e.V.-Modell skizziert habe, im Grunde genommen schon gibt.

Es nennt sich PayPal. 

Klar, auch die verlangen Gebühren und machen damit Gewinn. Aber es geht bereits in die Richtung, dass nämlich alles online läuft, man an immer mehr Stellen damit bezahlen kann, und die Gebühren sich in Grenzen halten (wobei das Ende der Fahnenstange hier noch lange nicht erreicht ist). Wenn es einmal so is, dass auch Einnahmen dorthin gehen können, und man über einzelne Bankautomaten Geld abheben kann, dann kommt langsam die Frage auf:
Wofür braucht man für solche Dinge noch Banken und deren Wucher-Gebühren ???? 

Wie gesagt …. The winner is ….

Es grüßt,
das Smamap

Der Wucher des Dispozins

Wie ich lese steht eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs an, zum Gebührenverhalten der Banken hinsichtlich des Dispozins.

Es geht dabei allerdings nicht um den Dispozins als solches. Wie schon gelegentlich meinerseits angemerkt, ist dieser nichts anderes als Wucher. Anders kann man es nicht bezeichnen, wenn für etwas Beträge in horrender Höhe verlangt werden.
„Horrend“ ist es zweifelsohne, wenn Banken für einen Kredit das über 20-fache dessen verlangen, was sie selbst dafür bezahlen.

Dass dem kein Riegel vorgeschoben wird, kann ich mir nur damit erklären, dass der größte Schuldner der Banken, nämlich der Staat, sich nicht den Ast absägt, auf dem er selbst sitzt. Sehr wahrscheinlich gibt es eine gesetzliche Konstellation, die derartigen Wucher legitimiert, weshalb nichts dagegen unternommen werden kann.

In obigem Verfahren, geht es deshalb, soweit ich lese, auch darum, dass Banken für die Inanspruchnahme eines Dispos, keine Extragebühren verlangen dürfen, also Gebühren über den Dispo hinaus. Angeblich verlangen z.B. die Deutsche Bank, und auch die Targo-Bank, eine feste Gebühr dafür (ich lese etwas von 7€ im Monat, zusätzlich zu den Dispozinsen).

Wie auch zu lesen steht, gehen viele Banken heute dazu über, die Gebühren, die sie verlangen, in viele Einzelgebühren aufzuspalten, bei denen dann der echte Dispozins nur eine von vielen Gebühren ist.

Aber EINES ist ganz entscheidend, und dazu braucht es keine Gerichte. 

Die Alles entscheidende Frage ist und bleibt, ob der Bankkunde das mit sich machen lässt, was die Banken mit ihm treiben. Jedem Bankkunden steht es frei, mit seinem Konto zu einer Bank zu wechseln, deren Geschäftsgebahren als „normal“ zu bezeichnen ist. Und solange die meisten Kunden das nicht machen, hat es auch keinen Sinn, sich über irgendwelche Gebühren/Zinsen aufzuregen.

Unabhängig davon, ist eine Grundsatzentscheidung natürlich schon nötig, ob Monopolisten die Gebühr zur Gebühr der Gebühr verlangen dürfen. Denn solange Verbraucher zu lethargisch, faul oder sonstwas sind, um ihren Hintern hoch zu bekommen, und ihre Möglichkeiten in Anspruch zu nehmen, solange braucht es Grundsatzentscheidungen.

Und in der Hinsicht können wir heilfroh sein, dass wir eine (relativ) unabhängige Justiz haben. Und nicht zu vergessen die Verbraucherzentralen.

Für meinen Teil habe ich schon vor Jahren die Konsequenz gezogen. Die Bank, bei der ich seitdem mein Konto habe, verlangt für das Konto nichts, und für den Dispozins unter 7%.

Zur Ehrenrettung derer, die das Geld mit 2 Händen zum Fenster rauswerfen …..
Dispozins

muss gesagt werden, dass die Banken das schon sehr raffiniert anstellen, indem sie ihre Gebühren in Kleinstbeträge aufspalten (87 Cent hier, 2,56€ dort usw usf). Würde man sich die Mühe machen, am Jahresende mal alles zusammen zu zählen, wäre man überrascht, welcher Gesamtbetrag sich da ergibt. Ich behaupte, dass da die Wenigsten unter 200€ wegkommen.

Wer nicht will, der hat schon …… 

Es grüßt,
das Smamap

Das kostenlose Konto

Heute war wieder mal zu lesen, diesmal vom Chef der Postbank (zuletzt vom Chef der Sparkasse), dass das Ende des kostenlosen Kontos bevorsteht.

Wenn derlei Autoritäten kund tun, dass dem so ist, so darf getrost davon ausgegangen werden, dass dies quasi beschlossen ist.
Dieses Geplänkel in der Öffentlichkeit dient lediglich dazu, den Verbraucher langsam daran zu gewöhnen.

Wenn ich mir das allerdings so durchlese, dann bekomme ich wieder einmal einen dicken Hals, und den Eindruck, dass wir erneut über den Tisch gezogen werden sollen.

Als Begründung für die Abschaffung hält zunächst einmal der aktuelle Zins der der europäischen Zentralbank her. Das wäre ja noch einigermaßen nachvollziehbar.

Aber dann geht’s los: Der Postbank-Chef vergleicht das Konto mit dem Strom. Beides diene der Versorgung der Verbraucher, also muss das Konto, genauso wie der Strom, bezahlt werden.
Dass der Strom erst hergestellt werden muss, also Geld kostet, und es sich bei einem Konto nur um ein fiktives Gebilde in den Computern handelt, bei dem Zahlen hin- und hergeschoben werden, darüber lässt er sich natürlich NICHT aus.

Ebenso wenig, wie über die Tatsache, dass über das betrügerische Verfahren (und das ist es für mich), in Sachen „Dispo-Zins“ dem Bankkunden Geld noch und nöcher aus der Tasche gezogen wird, während die Bank selbst für dieses Geld NIX bezahlt.

Der klitzekleine Unterschied zwischen 12% Dispozins und NULL Prozent Aufwand bei der Bank dafür, ist ja auch fast nicht erwähnenswert.

Aber von irgendwas müssen die Protzbauten der Banken und die Gehälter der Banker ja finanziert werden, bzw. die Unsummen, die mal eben wieder in den Sand gesetzt werden.

Der kleine Bankangestellte in der Filiale weiß sich nicht anders zu helfen, als auf die vielen Filialen zu verweisen, die ja von irgend etwas bezahlt werden müssten. Diese von oben verordnete Argumentation ist mittlerweile ziemlich abgegriffen.

Dass die meisten Filialbanken heute schon ziemlich fett bei den Kontogebühren hinlangen, das lässt man dabei meist unter den Tisch fallen. Genauso, wie den Punkt, dass man meist ein kostenloses Konto nur dann erhält, wenn da ein Mindestbetrag (z.B. 2.000 €) pro Monat eingehen.

Also verdient die Bank 3-fach: Zum einen durch Kontogebühren, wie sie die meisten Bankkunden heute schon bezahlen müssen, dann durch den Dispozins, der natürlich nur marginal über dem Beschaffungszinssatz der Banken liegt, und schließlich noch über das Geld, das auf den „Kostenlos-Konten“ liegt und mit dem eifrig gearbeitet wird.

Letztlich läuft es darauf hinaus, dass die Banken Zusatzeinnahmen generieren möchten, und für die bisherigen kostenlosen Konten auch noch kassieren wollen.

Und der Gesetzgeber schaut zu und nickt ab.

Ich hoffe, mein dicker Hals ist spürbar.

Es grüßt,
das Smamap