Den besten Zeitpunkt verpasst ….

Derzeit stolpere ich ein ums andere Mal über Konstellationen, in denen die Protagonisten scheinbar den besten Zeitpunkt verpasst haben.

Da kommt mir zum einen unsere Fußball-Nationalmannschaft in den Sinn. JA – sie haben Großartiges erreicht – zusammen mit ihrem Trainer. Im Grunde genommen über ihre Verhältnisse gespielt und Weltmeister geworden. Schon damals hieß es, dass jeder Weltmeister danach so seine Schwierigkeiten hatte. So auch jetzt „unsere“ Jungs. Und es ist nachvollziehbar …. um solche Leistungen zu vollbringen, muss man auf dem Gipfel seiner Blüte stehen. Alles was danach kommt, kann nicht MEHR sein – muss zwangsläufig weniger sein. Und auch ein Optimum über längere Zeit zu präsentieren, ist ein sehr schwieriges Unterfangen. Wie soll all das, was zu den 110% führte, wiederholt werden können?

Da sollte man als derjenige, der diese Mechanismen kennt, dann sagen können …. ‚das wars Herrschaften, mehr geht nicht, und jünger werden wir auch nicht‘ …. und sich verabschieden.

Macht man das nicht, hat man den besten Zeitpunkt verpasst. Alles danach ist dann sehr häufig Verkrampfung.

Zum anderen kommt mir da die Politik in den Sinn …. aktuell die Bayern-Wahl. Da versuchen die Protagonisten, die immer vornedran waren, SO weiter zu machen, wie sie das denken. Das Hoch, das da war, immer wieder zu erreichen. Nehmen wir als Bsp nur den ‚Seehofer‘. Wie der an den ‚Söder‘ übergab, da dachte ich mir „wenn du schlau bist, nimmst du jetzt deinen Hut, und hörst also auf, wenn es am Schönsten ist“.

Was tat der Herr? Er ging nach Berlin und wurde Innenminister. Alles was dann kam, war eher Verkrampfung. Das vergebliche Streben danach, die erreichten Höhepunkte, auf andere Weise, zu wiederholen. Gut, da spielten auch noch andere Faktoren mit, aber um die geht’s hier jetzt nicht.

Oder nehmen wir als anderes Bsp die Frau Merkel. Sie hat ihren Zenit auch längstens überschritten. Sie hätte schon lange, völlig unabhängig von politischen Vorlieben meinerseits, den Hut nehmen sollen (den Damenhut versteht sich), und den jüngeren Platz machen. Denjenigen die mit neuem Elan und anderen Vorstellungen, Neues schaffen. Reines Streben nach Machterhalt (auch eine Art von ‚Höhepunkt‘) führt langfristig nur in den Graben.

In all diesen Fällen haben Menschen, aus meiner Sicht, den besten Zeitpunkt verpasst, zum Gehen. Alles was nach erreichten Höhepunkten kommt, kann nur schlechter sein. Dieselben Abläufe, Begleitbedingungen, Situationen, Stimmungen etc etc wieder zu erreichen, ist nahezu unmöglich.

Man zehrt solange vom Erreichten, bis man beginnt, durch ‚weiter so‘ mehr Schaden als Gutes anzurichten.

Und deshalb sollte man den Mut und die Weitsicht haben, nicht den besten Zeitpunkt verpasst zu haben, sondern rechtzeitig ‚zu gehen‘.

Je nach Bsp dauert ein ‚Höhepunkt‘ mehr oder weniger lang. Ein Usain Bolt konnte das einige Jahre halten. Ein Politiker vermag das auch. Ein Wirtschaftsführer ebenso. Ein Mannschaftssport nur über kurze Zeiten.

Und auch aus der Sicht, dass eine Situation nicht endlos auf dem Maximum dahinlaufen kann, sondern zwangsläufig Veränderungen kommen, die dann naturgemäß nicht mehr das Maximum zur Folge haben, sollte einen besagten Mut und Weitsicht aufbringen lassen.

Alles andere, so zeigen zahlreiche Erfahrungen, würde letzteren komplett widersprechen.

Es sollte also nicht darum gehen, den besten Zeitpunkt verpasst zu haben, sondern die Vergänglichkeiten allen Seins zu akzeptieren.

Es grüßt
das Smamap (www.wkfm.eu – WasKeineFreudeMacht)