Einfaches Smartphone für lau / Archos 40 neon

Kürzlich hatte ich HIER beschrieben, dass ich mir für unterwegs ein einfaches Smartphone angeschafft hatte (ein gebrauchtes Archos 40 neon), weil mir mein Tablet für manche Gelegenheiten einfach zu wertvoll ist, und es bei einem günstigen Ersatzgerät „nicht so drauf ankommt“.

Einfaches Smartphone

Und ich muss mittlerweile sagen, ich bin echt überrascht, was man für 30€ und weniger, so bekommen kann.

Meine Erfahrungen:
Man muss ganz klar Abstriche machen. Das geht an bei effektiv 2,7 GB verbleibender Speicherkapazität, geht weiter über fehlende HD-Auflösung des Displays, über geringere Akku-Kapazität (ca. 1.300 mAh), bis hin zu schwachem GPS, einer alten Android-Version (5.1) und nicht existentem LTE. Da gäb’s auch noch mehr ….

Aber das sind alles keine Kriterien für den Zwischendurch-Gebrauch und für ein einfaches Smartphone. Beim Speicher beschränkt man sich auf das wirklich Notwendige (zB WhatsApp, Terminplaner, Browser, Camera), die „geringere“ Display-Auflösung war mir gar nicht bewußt, die Akku-Kapazität erfordert eben manchen Besuch an der Steckdose, GPS gibts halt einfach nicht (oder ev. nur dort, wo starker Empfang herrscht), und wen juckt die ältere Android-Version oder die Tatsache, dass der mobile Datenempfang nur bis 3G geht.

Solange man nur stundenweise damit umgehen muss, ist alles gut. Es stört auch nicht weiter, dass das Smartphone öfter mal etwas überlegen muss, bevor es was tut. Oder dass dann, WENN es was tut, es gelegentlich länger dauert, bis was erledigt ist.
Ich wusste, was da wohl auf mich zukommt, wie ich, relativ spontan, dieses Teil erworben habe.

Und trotzdem …. für den geringen Preis, den ich dafür gezahlt habe, hätte ich die Leistung, die ich bekam, nicht erwartet.

Die Einschränkungen, die naturgemäß damit verbunden sein MÜSSEN, nehme ich dankend in kauf, wenn ich sehe, was das Teil kann. Zudem weiß ich ja, dass die wirklich wichtigen Sachen mit dem Tablet erledigt werden.

Ich vergleiche das Ganze mal damit, wenn ich hier aus Oberfranken mit dem Auto nach München fahren sollte (was ich nicht mehr kann/tu). Das geht mit der bequemen Limousine, bei der man mit 180 angenehm dahinfährt oder auch mit der Blechschüssel, bei der bei 140 schon so Einiges sprichwörtlich davonfliegt.
Also ist die Blechschüssel dann doch eher etwas, für die Fahrt zum Baden oder in den Nachbarort. Oder zum Einkaufen.
Für die längeren Fahrten, wenn es bequem, schnell, und mit dem ein oder anderen Komfort sein soll …. da soll es dann schon das Tablet sein …. äähhhh die Limousine. Ansonsten bleibt die in der Garage (mal abgesehen davon, dass ich nie in der Lage war, so 2 Autos zu haben, geschweige denn, dass ich mich gesträubt hätte, mich derart zu vergaloppieren).

Zurück zum eigentlichen Thema ….
Das Spannende an meinem Archos, ist, dass ich damit auch experimentieren kann. Also Dinge versuchen, die ich mit meinem Tablet nie machen würde. Könnte ja schief gehen, und meine Daten weg sein oder gar das ganze Teil nicht mehr funktionieren (Garantie ade).

Das erste kleine Experiment bestand darin, mal alle Apps stillzulegen, die auf „Google Play ….“ begannen. Also zB Google Play Kiosk oder Google Play Bücher, und was es da sonst noch gibt. Was man unbedingt lassen muss, ist Google Play Store und Google Play Dienste; und was nicht stillzulegen geht (vermutlich aus gutem Grund), ist die zentrale „Google“ App. Und „Google Text in Sprache“ habe ich auch gelassen (wenn ich mich recht erinnere (Hirn wie ein Sieb), dann braucht das Google-Maps, falls ich es mal wieder aktiviere).

Bei allem anderen …. ab damit. Man kann es zwar nicht deinstallieren (normalerweise), aber man kann zumindest die Updates, die da mittlerweile zur Urversion kamen, deinstallieren (zumindest ist es so in Android 5.1). Dann bleibt noch die schmale Ur-App übrig (es sind zB aus 50 MB, sagen wir, 13 MB geworden). Und dann kann man die App „deaktivieren“.

Dies alles findet statt in den Einstellungen unter dem Punkt „Apps“. Man tippt dort die betreffende App an, und im Folgebildschirm kann man dann, über die entsprechenden Buttons, loslegen.

Dasselbe habe ich dann mit GMail gemacht, und mit Hangouts (Mail-programm habe ich ein anderes bzw. verwende ich auf dem Archos gar nicht, und Messenger ist bei mir WhatsApp).
Und auch mit Google-Drive, Google+, Kalender, Maps, Notizen, TalkBack und YouTube, bin ich genauso verfahren.

Auf diese Weise habe ich doch etliches an Speicher zurückgewinnen können. Diese ganzen Apps sind zwar nicht deinstallierbar, aber dadurch dass man sie in den Urzustand zurückbringen kann, gewinnt man doch so Einiges an Speicher.

Ich hab mal durchgerechnet, dass die ganzen nicht deinstallierbaren Apps, im Urzustand, ca. 400 MB an Speicher verbraten. Im Zustand mit allen Updates, die automatisch so nach und nach heruntergeladen wurden, war das ursprünglich wohl das 3-4 fache. Also auf jeden Fall über 1 GB.

Mein Ansinnen war es auch, so ein einfaches Smartphone irgendwann mal mit einem alternativen Android zu versehen, und darin das ganze Zeugs dann gar nicht erst zu installieren. Dann spar ich mir die o.g. 400 MB auch noch. Aber das ist ein Schritt, der jetzt noch nicht unmittelbar ansteht und auch einige Überlegung und Zeit braucht. Zudem ist er nicht so ganz einfach durchzuführen.

Was ich jetzt habe, um mich zusätzlich abzusichern:
Ich habe mir ein weiteres „Archos 40 neon“ angeschafft. Konnte ich für 25€ bekommen. Sollte mal was komplett schief laufen, bei meinen Aktionen, hätte ich noch ein komplettes Zweitgerät zur Verfügung.

Bei der Gelegenheit habe ich dann doch auch mal das Datenblatt zu diesen Geräten mir im Netz erlesen. Es wurde in D eingeführt im April 2016, und ist neu ab ca. 50€ zu bekommen. Die Teile sind also ca. 1 Jahr alt. Da kann man nicht meckern. Sie haben einen 4 Kern-Prozessor, also von daher doch relativ leistungsfähig. Auch da kann man nicht meckern.
JA, ich weiß, sowas macht man vorher …. Datenblatt lesen. Wie gesagt, das war ein Spontankauf. Und wie sich jetzt herausstellt, einer, mit dem ich, so meine Meinung, voll ins Schwarze getroffen habe. So ein ‚einfaches Smartphone‘ heutiger Machart, kann ganz schön viel.

Wer also ein Ausweich-Smartphone benötigt, bei dem es auch keine Rolle spielt, wenn es mal das Zeitliche segnet, dem kann ich sowas nur empfehlen.

Es grüßt,
das Smamap (www.wkfm.eu WasKeineFreudeMacht)