The Knowledge Graph

Manche werden sich jetzt fragen …. „was ist das ?“ ein Knowledge Graph.

Um das Thema an sich und das Rundherum zu betrachten, ist etwas Sitzfleisch erforderlich, sprich das Nachfolgende wird etwas länger.

Bis gestern hätte ich auch noch mit den Schultern gezuckt. Heute war ich zufällig über diesen Begriff gestolpert, hatte einen Artikel dazu gelesen und ein Video gesehen (s. Link), und kann jetzt, vereinfacht ausgedrückt, sagen:

Ein Begriff von Google, der den Bereich beschreibt, in dem es darum geht, Informationen zu verbinden.

Der nachfolgende Link präsentiert ein Video, welches das in gut verständlichem Englisch zeigt.

Link zum Video

Wer meinen Blog verfolgt, der hat schon mitbekommen, dass ich das Thema etwas misstrauisch begleite.

Grundsätzlich ist die Verbindung von Informationen ja nichts Schlechtes. Wer also z.B. den Namen „Leonardo da Vinci“ in Google eingibt, der bekommt auch gezeigt, welche Werke dieser Künstler geschaffen hat, welche anderen Künstler es zu seiner Zeit noch gab, und was andere, die denselben Suchbegriff eingegeben hatten, sonst noch gesucht haben. Das kann auch jeder auf seinem PC mal nachvollziehen.

Anwender, die sich mit dem Thema befassen sind sicherlich auch dankbar für solche Zusatzinformationen.

So wie z.B. ein Fußball-Fan auch dankbar dafür sein würde, wenn er sich etwas zum FC-Bayern anzeigen ließe, und dann noch aufgeführt bekäme, wo es Tickets für das nächste Spiel gibt. Kein Problem.

Wo es, aus meiner Sicht, problematisch wird, ist dort, wo persönliche Informationen ohne meine Zustimmung verwendet werden.

Folgender, auf Tatsachen basierender Fall:
Ich möchte mich über Kleincomputer informieren, gebe also als Suchbegriff „kleine Computer“ ein. Ich bekomme etliche Links zu Seiten angezeigt. Wunderbar.
Und dann bekomme ich noch etwas anderes angezeigt. Einen Link zur Firma „Kleine Computer“. Ich schmunzle. SO hatte ich den Suchbegriff eigentlich gar nicht gemeint. Wo ich dann nicht mehr so ganz schmunzle, ist die Tatsache, dass sich diese Firma in Hof befindet, also jener Stadt, in deren unmittelbarer Nähe ich wohne.

Zufall? Tut mir leid, ich glaube an keine Zufälle. Ich vermute eher sehr stark, dass die Information über meinen Wohnort verbunden wurde, mit dem Suchbegriff den ich eingab. Wo Google diese Information herbekam, ist mir einerlei. Ich weiß nur, dass diese Information benutzt, mit einer anderen Information verbunden, und mir angezeigt wurde.

Eine klitzekleines Bsp. dafür, wie Informationen heute genutzt werden können. Von wem ist eig einerlei. In dem Fall ist es Google.

Anderes Bsp.: Ich kaufe über das Netz ein Paar Schuhe. Hinterher wird mir innerhalb des Aufrufs einer x-beliebigen Seite im Internet, auf dieser Seite Werbung für Schuhe eingeblendet. Das könnte man wiederum für Zufall halten.
Wenn man aber einen HP-Drucker gekauft hat, und bekommt fortwährend Werbung von HP eingeblendet, spätestens dann hält man dies nicht mehr für Zufall.

Das kann man noch unter Nutzung der Cookie-Informationen verbuchen, die auf dem eigenen Rechner/Smartphone/Tablet gespeichert werden. Jedoch müssen auch hier schon diese Informationen abgerufen und mit anderen Informationen verbunden werden.

All dies ist Realität.

Die nächste Kategorie wäre, wenn aus dem Verbinden von (teils persönlichen) Informationen, andere Informationen abgeleitet werden.

Überlegen wir uns ein Bsp., das mit den heutigen IT-Möglichkeiten ohne Weiteres möglich ist:
Nehmen wir an, jemand geht zu DM und kauft sich dort eine Zahnpasta und sonst noch einige Artikel. Er zahlt mit Visa-Karte. Damit ist im Netz gespeichert, dass jemand mit einer bestimmten Visa-Karte, bei DM eingekauft hat. Diese Information wird nicht etwa auf dem Server des Kartenunternehmens in Deutschland gespeichert, sondern geht per Datenleitung ins Ausland, sagen wir nach Asien, und wird dort verarbeitet. Ein Schuft sei, wer Schlechtes dabei denkt, dass diese Verarbeitung in einem Land erfolgt, in dem die Gesetzgebung bzgl. Datensicherheit nicht gerade ausgereizt wird.

Später kauft dieser „Jemand“ bei einem Online-Händler per Smartphone einige Bücher. Diese bezahlt er mit seiner Visa-Karte. Spätestens jetzt bekommt dieser Jemand einen Namen im Netz (wenn er den nicht schon vorher hatte, weil ja die Visa-Card auch auf jemanden ausgestellt ist). Dieses Konto beim Online-Händler lautet ja auf einen bestimmten Namen, und dieser Name zahlt jetzt mit Visa-Card.

Damit ist bekannt, wem eine bestimmte Visa-Card gehört, was der Namensinhaber gekauft hat, wann er es gekauft hat, womit er bezahlt hat, wo er wohnt, wo er wann gewesen ist (zumindest zum Zeitpunkt der Zahlung), wie es um seine Bonität bestellt ist, wie seine Handy-Nummer lautet, seine Telefonnummer und seine eMail-Adresse, und vieles andere mehr.

Auch ist bekannt, dass dieser Mensch täglich zum Italiener um die Ecke geht, und dort einen Cappucchino zu sich nimmt. Woher? Ganz einfach. Er hat immer sein Smartphone dabei, auf dem die Standortbestimmung läuft, sprich GPS. Dieses lässt eine Standortbestimmung auf 10 m genau zu. Cappuccino? Könnte doch auch ein Tee gewesen sein? Könnte!
Just um die Zeit, kurz bevor unser Bsp.Mensch seinen Italiener verlässt, kassiert der lt. Kassendaten immer einen Cappuccino, was das Netzt dann deswegen weiß, weil die Kassendaten über das Netz gesichert werden und so auch gleich zum Steuerberater gehen.

Und spätestens als er zuhause auf seinem PC Werbung für Zahnpasta, Bücher und Cappuccino erhält, verbunden mit dem Hinweis, dass als Zahlungsmittel auch Visa akzeptiert wird, und dann noch eine eMail mit den letzten Buchveröffentlichungen, weiß er Bescheid.

Zugegeben, das ist ein fiktives Bsp.. Jedoch ist es ein Bsp., das heute, hier und jetzt, ohne allzugroße Probleme machbar ist. Voraussetzung ist nur, dass die Beteiligten untereinander Daten austauschen.

Sicherlich gibt es Gesetze, die genau dies verbieten. Jedoch habe ich so meine Zweifel daran, dass diese auch strikt befolgt werden. Noch dazu, wenn jeder von uns so und sooft anklickt, dass die Daten an Partnerfirmen weitergegeben werden dürfen.
Wenn man dann weiß, dass heute, in bestimmten Bereichen, sogar Apple und Samsung Partnerfirmen sind, dann könnte man sich so Einiges denken.

Wenn ich mir zudem den VW-Skandal so betrachte, dann habe ich so meine Zweifel, dass Gutgläubigkeit gegenüber Konzernen berechtigt sein könnte. Auch wenn ich mir den NSA-Skandal betrachte, komme ich zu demselben Schluss.

Letztlich gibt es heute schon die beschriebenen Möglichkeiten, Informationen zusammen zu führen. Mag sein, dass das nach außen noch nicht SO gemacht wird. Was intern schon gedacht und/oder versucht wird, ist eine ganz andere Sache.

Und dann noch ein Bsp. aus der blanken Realität: Als ich schon eine Weile ALGII bezog, erhielt ich plötzlich vom Jobcenter ein Schreiben, in dem ich unter Strafandrohung dazu aufgefordert wurde, Unterlagen beizubringen für einen Zeitraum, 2 Jahre zurück, um nachzuweisen, welchen Umfang das Vermögen ausmache, das, als ich schon Leistungen bezog, vorhanden gewesen sein müsse, denn schließlich sei für den damaligen Zeitraum, von meiner Bank Kapitalertragssteuer abgeführt worden.
Ich konnte das anfänglich erst einmal überhaupt nicht einordnen, bis ich dann, nach langer Recherche, drauf kam, dass meine Ex für Ihre Geschäftsanteile bei der Genossenschaftsbank, bei der auch ich seinerzeit mein Konto hatte, Dividende erhielt, und für diese eben Kapitalertragssteuer abgeführt wurde. Nachdem alle Konten einer Familie in einem „Pool“ geführt wurden, was ich gar nicht wußte, erhielt die Sozialbehörde die Information dass bzgl. meines Kontos Kapitalertragssteuer angefallen sei.
Man möge mir nachsehen, dass ich nicht daran glaube, dass diese Informationen zufällig beim Amt eingegangen waren.

Was war also geschehen? Es wurden Informationen, meine Person betreffend, miteinander verbunden. In dem Fall sogar gesetzlich legitimiert. Und das ging, trotz aller gesetzlichen Begrenzungen, absolut schief. Was wird da erst in der freien Wirtschaft ablaufen, wo die Kontrollen noch viel viel spärlicher sind, als bei Behörden.

Nur nebenbei gesagt: Ich hatte damals alle Hände voll zu tun, um dem Amt klar zu machen, dass ich niemals Kapitalerträge hatte.

Wobei das mit den Behörden so eine Sache für sich ist. Auch die sind SEHR daran interessiert, Daten zu bekommen. Am Besten recht viele Daten, um zu hinterfragen, wie es um den Bürger bestellt ist. Als da wären die Sozialbehörden, das Finanzamt, die Krankenkasse etc.

Wie schon gesagt, im Gegensatz zu den Firmen haben die Behörden sogar teilweise das Recht, sich Informationen zu beschaffen.

All dieses, ob Firmen oder Behörden wäre nicht weiter schlimm, denn es kann ruhig jeder wissen, was ich kaufe, wo ich es kaufe, und wo ich mich aufhalte. Oder welches Einkommen ich habe, und wie es um meine Krankengeschichte bestellt ist.

Wo es äußerst problematisch wird, ist, wenn Informationen ausgetauscht, weitergegeben und miteinander verknüpft werden.

Bleibt zu hoffen, dass der Staat uns schützt. Jedoch können einem Zweifel kommen, wenn der Staat selbst zur größten Datenkrake mutiert.

Fazit:
Wer meint, alles würde streng nach Recht und Gesetz gehandhabt, und alle „Organisationen“ die Daten sammeln, würden sich an die geltenden Regeln halten, der ist blauäugig.

So Manches wird heute noch nicht (in dem Ausmaß) gemacht, das möglich ist. Jedoch, es wird gemacht (werden). Schlicht deswegen, weil damit viel viel Geld zu erzielen ist. Das Einzige, was dem entgegensteht, sind moralische Bedenken. Gesetzliche Schranken lassen sich per Schlupfloch elegant umgehen, so dass man, per Definition, das Gesetzt nicht verletzt hat.

Und was hindert die Handelnden daran, moralische Bedenken über Board zu werfen? V.a. dann, wenn man das per Tastendruck machen kann?

Die Banken-/Finanzkrise lässt grüßen.

Und um zum Ausgangsbegriff zurück zu kommen: Es ist doch äußerst elegant, wie man einem Verfahren, dessen Auswirkungen, gelinge gesagt „vielfältig“ sind, einen so nichtssagenden Titel überstülpen kann, wie Knowledge Graph.

Noch ein Gedanke zum Schluss:
Freilich kann man das alles als Verschwörungstheorie abtun. Ich erachte mich allerdings weit davon entfernt, Verschwörungstheorien auch nur den Hauch einer Chance zu geben.
Mondlandungen im Filmstudio und Chemtrails zur Vergiftung der Menschen, überlasse ich gerne anderen.
Es spricht für sich, was heute bereits gemacht wird, und woran vor ein paar Jahren noch niemand zu denken wagte.

Es grüßt,
das Smamap

Freu mich echt über jede Nachricht !!!