Und man kann doch in einen rein schauen !!!

Heute war ich mal wieder beim Radiologen.

MRT war angesagt.

Diesmal nicht vom Kopf, sondern vom Rücken.
Das was der Orthopäde/Chirurg letztens auf der Röntgenaufnahme sah, verhieß nichts Gutes. Aber erstmal MRT machen, um die Sache genauer zu beäugen, hieß es.

Früher, nach meinem Schlaganfall, war es immer so gewesen, dass man nach Erstellung der Aufnahmen, noch ins Sprechzimmer des Radiologen gebeten wurde. Der Facharzt erläuterte einem dann, anhand der Aufnahmen, die Sachlage, die Veränderungen oder die Nicht-Veränderungen, und man konnte auch noch Fragen stellen.

Mittlerweile ist es so, dass diese Nachbesprechung nicht mehr stattfindet. Der Radiologe schreibt einen Bericht an den überweisenden Arzt, und das war’s. Der überweisende Arzt hat in aller Regel, zumindest kenne ich es nicht anders, keinerlei Möglichkeit, sich die Aufnahmen anzusehen, weil er die EDV-Ausstattung, und im Speziellen, die Software gar nicht hat, um die CD, die man beim Radiologen in die Hand gedrückt bekommt, anzusehen.

Der überweisende Arzt muss sich auf das verlassen, was der Radiologe auf den Aufnahmen sieht oder auch nicht sieht, und was er dann im Bericht widergibt.

Es ist also mittlerweile so, dass der überweisende Facharzt die weitere Diagnose und Behandlung auf einen Bericht abstellt, dessen Grundlage, nämlich die Aufnahmen, er niemals gesehen hat. Er also gar nicht beurteilen kann, ob der Radiologe alles das, was es zu sehen gab, seinerseits richtig beurteilt hat.

Und ich habe das dumpfe Gefühl, dass das DESWEGEN so gehandhabt wird, weil auf Grund des Kostendrucks auf die Ärzte, diese die Aufwendungen, die sie haben, immer mehr zurückfahren.

Wie gesagt: Früher war da zumindest noch ein Gespräch mit dem Radiologen, nach Erstellung der Aufnahmen. Und so konnte man sich, als derjenige, der mit der eigenen Gesundheit am besten Bescheid weiß, noch ins Bild setzen lassen. Ich habe ohnehin den Eindruck, als wüsste ich so manches Mal mehr, als die Ärzte.

Am besten aufgehoben fühle ich mich noch bei meiner Hausärztin. Die gibt sich echt Mühe, und nimmt sich zeit. Sie hat mir letztens erzählt, dass sie pro Quartal eine Pauschale von den Kassen bekommt (ich meine irgendwo in der Gegend von 30 €), und damit muss sie zurecht kommen, egal was ist.

Also werde ich nächstens einen Termin bei meinem Orthopäden haben, der mir dann eine Diagnose zu meiner LWS stellt, auf Grund von Aufnahmen, die er nie gesehen hat.

Halleluja

Es grüßt,
das Smamap

7 Gedanken zu „Und man kann doch in einen rein schauen !!!#8220;

  1. Ja kann ich leider alles bestätigen. Nicht umsonst hatte meine Tochter eine schwere Anämie obwohl ich mit ihr vorher mehrmals beim Arzt war. „Alles in Ordnung“ sagen und die Eltern dann schnell wieder loswerden.

    • Ich würde da aber den schwarzen Peter nicht den Ärzten zuschieben wollen. Die haben in den meisten Fallen nicht viel andere Möglichkeiten, unter dem Kostendruck unter dem sie stehen.
      Meine Hausärztn z.B. muss sich jetzt mit 25.000 € Regress rumschlagen, weil sie Arzneien verschrieben hat, die absolut notwendig waren. Das interessiert aber die Abrechnungsstelle nicht. Die interessiert nur, ob das Budget eingehalten wurde.
      Und so kommt es eben dazu, dass immer mehr Ärzte kaufmännisch denken MÜSSEN, auch wenn sie das nicht wollen.

Freu mich echt über jede Nachricht !!!