Manchmal ist das Leben schon verflucht kurz

Es gibt manchmal Zeiten im Leben, da überlegt man sich das ein oder andere, was man so hinter sich gebracht hat, und stellt fest, das Letzteres verflucht kurz ist.

Zu kurz jedenfalls, um sich ständig immer wieder mit demselben Mist aufzuhalten.

Gemeint sind jene Dinge, über die man immer wieder stolpert, die einem irgendwie bekannt vorkommen. Nichts so Profanes, wie essen, arbeiten oder schlafen. Gemeint sind eher die negativen Erfahrungen, die man so erleben durfte. Va in Bezug auf die werten Mitmenschen.

Verflucht kurz wird das Alles, wenn man immer wieder ins selbe Wespennest hineinlangt. Immer in etwas unterschiedlicher Ausprägung, versteht sich. Damit es nicht langweilig wird. Und doch erkennt man dann Ähnlichkeiten, a la ‚das hatten wir doch schon mal?‚.

Ja, verflucht kurz wird so ein Leben, wenn man dasselbe , an dem man seinerzeit schon scheiterte, immer und immer wieder versucht, nur um zu erkennen, dass man dafür immer noch nicht geschaffen ist. Wie sollte man auch, denn schließlich hat sich der Mensch (also man selbst) ja nicht verändert. Man ist, wer man ist. Mit all den Eigenschaften, die einen ausmachen. Oder hat einer schon mal davon gehört, dass ein Messi urplötzlich zum Ordentlichkeitsfanatiker mutiert ist (nur um mal ein willkürliches Bsp zu nennen). Es ist also nicht zu erwarten, dass das Ergebnis eines zwischenmenschlichen Versuchs ein anderes wird, wenn die Beteiligten im Prinzip immer dieselben sind. Gut – jetzt vll nicht ‚dieselben‘, aber halt sehr ähnlich.

Statt sich neue Felder zu erschließen, mit Neuem, Unbekanntem, taucht man immer wieder in ähnliche Sphären ab, nur um zu erkennen, dass man wieder am selben Ausgang rauskommt.

Das Leben wäre nicht so verflucht kurz, wenn man denn mal andere Wege beschreitet, und nicht ständig immer wieder nur dasselbe macht. Im Zwischenmenschlichen gestalten sich solche Wege zudem immer enorm langwierig, bis man den Ausgang erreicht, den man erreichen MUSS, um Neues beginnen zu können.

Sonst kommt’s, wie es kommen muss …. man sagt dereinst, und es kommt einem vor, als hätte es gestern erst begonnen …. „und das war alles, was da ist?“

Das Leben erscheint einem umso kürzer, je statischer es ist. Je inhaltsreicher es ist, umso eher wird es so sein, als hätte man ewig gelebt, weil jeder Tag gefüllt war mit Neuem, Interessantem und Lebendigem. Dabei müssen es jedoch nicht die Besonderheiten sein, die einen erfüllten. Es reichen die einfachen Dinge des Lebens. Das gilt für das Zwischenmenschliche, wie für die Banalitäten des Lebens. Schließlich ist immer nur Kaviar genauso langweilig, wie jeden Tag Nudeln.

Aber selbst gemacht und abwechslungsreich zubereitet, verbunden mit spontanen Einfällen, ist die Nudel zigmal dem schnöden Kaviar vorzuziehen.

Somit auf ins unbekannte Land, mit all seinen Überraschungen und Einfachheiten. Tausendmal näher am Natürlichen. Es ist dann auch diese Einheit mit der Natur, die einem die Zufriedenheit bringt, die man ein ganzes Leben lang sucht.

Und nicht findet, indem man immer nur nach dem Besonderen verlangt, und dabei stets nur das Gleiche findet.

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