Wachs in meinen Händen

Gestern stellte ich fest, dass meine große Kerze nur zu 2/3 abgebrannt war, weil der Docht bei der Herstellung der Kerze offenbar falsch behandelt worden war.

Wie auch immer, ich hatte reichlich Wachs übrig.

Und so tat ich das, was ich schon mal zu Weihnachten (bzw. danach) gemacht hatte. Damals hatte ich nämlich ein „Wachskerzen-Mach-Set“ bekommen.

Die Rezeptur von damals hab ich freilich etwas abgeändert.

Ich verfuhr wie folgt:
Ich setzte einen kleinen Topf mit Wasser auf, ließ das Wasser langsam heiß werden, und setzt oben eine Kunststoffschüssel auf (etwas größer wie der Topf), füllte diese mit Wachsstücken, und verflüssigte auf diese Weise langsam aber stetig mein Wachs (die Schüssel ragte etwas in Wasser).

Früher ging es jetzt mit einer leeren Klopapierrolle weiter, die dann mit Wachs ausgegossen wurde. Aber damit erhielt ich immer reichlich schlanke Kerzen, wo ich doch gerne etwas größere wollte.

Diesmal nahm ich einen einfachen Joghurtbecher. Dessen Inhalt hatte natürlich schon längst seinen Weg gefunden.

Ich schüttete einen halben Zentimeter flüssige Wachs hinein, brachte meinen Docht ein, und fixierte ihn mit einer Wäscheklammer.
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Das Fixieren geschieht derart, dass der mittig aus dem Becher ragende Docht mit der Wäscheklammer geklemmt wird, so dass die Klammer oben quer auf dem Becher liegt, und so also der Docht nicht beiseite kippen kann.

Man muss darauf achten, dass der Dochtteller unten mittig aufsitzt.

Wartet man jetzt ein paar Minuten, dann verfestigt sich das wenige Wachs im Becher, und fixiert somit den Docht auch dort.

Dann ist der Zeitpunkt gekommen, den Becher mit Wachs zu füllen. Man darf damit nicht zulange warten, damit sich die beiden Wachsschichten temperaturmäßig noch miteinander verbinden können.

Der Topf muss währenddessen immer auf Temperatur gehalten werden, damit das Wachs in der Schüssel flüssig bleibt.
Man braucht es nämlich noch, weil das Wachs im Becher beim Erkalten schrumpft, und deswegen oben in der Kerze ein Kuhle entsteht. Diese muss man mehrmals mit Wachs wieder aufgießen.
Auch dies darf nicht zu spät erfolgen, sprich nicht erst dann, wenn das Wachs im Becher schon erkaltet ist (was mir gestern widerfuhr, weil ich vor lauter fernsehen die Zeit vergaß).

Heute morgen war alles dann durchgekühlt, und ich schnitt den Becher vorsichtig, mit einem Teppichmesser, mit kleiner Klinge, von oben nach unten auf, und auch den Boden einmal quer, und entfernte dann selbigen.

Falls das jemand auch so versucht, dann bitte immer darauf achten, dass weit entfernt von den Fingern geschnitten wird.
Ich hatte vor vielen Jahren einmal die Ehre, einen Handwerker, der sich mit einem solchen Messer die Fingerkuppe abgeschnitten hatte, ins Krankenhaus zu fahren. Wenn ich daran denke, dann stellen sich mir heute noch die Haare auf (was damals ohne Belang war, weil es darum ging, diesem Menschen zu helfen).

Jedenfalls sah meine Resultatskerze von gestern SO aus …
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Sie sieht nicht nur etwas kleiner aus, sie ist es auch, weil ich für DIESE Art des Vorgehens gestern nicht mehr genügend Wachs hatte.
Wenn ich den Joghurtbecher hätte ganz voll machen können, dann wäre sie schon stattlicher ausgefallen.

2 Anmerkungen dazu:
Zum einen sieht man auf dem Foto, wie sich das tut, wenn man den beschriebenen Trichter erst zu spät auffüllt.
Und zum anderen sieht man auch, wie eine durch und durch rote Kerze entsteht, obwohl das Ausgangswachs weiß war, mit außenherum nur einer dünnen Rotschicht.

Falls jemand das auch so machen möchte …. viel Spaß dabei.

Es grüßt,
das Smamap

Freu mich echt über jede Nachricht !!!