Nach der Wahl ist vor der Wahl?

Das Wahlergebnis war zu erwarten; von daher könnte man erwarten ….. nach der Wahl ist vor der Wahl. Jedoch – ich bin überzeugt, dass das DIESMAL nicht so ist.

Ich hatte mich am Samstag ans Tablet gesetzt und in einer kurzen Tabelle niedergeschrieben, welche Prozentzahlen ich für die größeren Parteien erwarte.

Bis auf 2% hin oder her kam es dann für alle diese Parteien auch so, wie ich das vermutet hatte.

Mein Satz zu Wahlen in einer Demokratie ist immer:

Ein Land bekommt immer das Wahlergebnis, das es verdient.

So auch bei der jetzigen Wahl.

Zum einen ist das Ergebnis ein demokratisch zustande gekommenes, und deshalb zu akzeptieren – wie immer man es ganz persönlich auch bewerten mag.

Zum anderen, so sehr ich die AfD inhaltlich auch ablehne:
Das Wahlergebnis dieser Partei führt dazu, dass es ein WEITER SO nicht geben wird.

Und deshalb gilt eben nicht „nach der Wahl ist vor der Wahl“.

Der Politikbetrieb in Berlin wurde zwar fast schon zum Selbstzweck. Und wie hieß es gestern sinngemäß … die großen Volksparteien haben den Kontakt zu einem Teil ihrer Wähler verloren.

JETZT muß Frau Merkel künftig endlich klar Farbe bekennen und nicht nur moderieren. Die Menschen wollen endlich wissen woran sie sind, und nicht dieses ständige Herum-geeiere. Und die Parteien, die als Koalitionäre zur Verfügung stehen, lassen sich sicherlich auch sehr schlecht moderieren.

Vieles von dem, was in den letzten Jahren gemacht wurde, war gut, aber vieles andere ging an den Menschen auch vorbei.

Und deshalb, finde ich, haben die Deutschen gut gewählt … nicht gleich einen Trump oder ähnlichen Idioten, aber doch einen Schuss vor den Bug.

Und wie ich heute schon mal sagte: Die nächste Zeit wird interessant.
Insofern, was an Regierungs-Koalition kommt, und insofern, wie die Debatten im Bundestag ablaufen werden. Denn die Abgeordneten der AfD müssen dort vor allen Farbe bekennen. Benennen wofür sie stehen. Und sich mit dem auseinandersetzen, was ihnen entgegengehalten wird. Und v.a. auch: Sich benehmen (oder eben auch nicht).

Viele Menschen haben Protest gewählt. Was ich durchaus verstehe, wenn ich mir das so ansehe, was in Berlin ablief, und wenn ich mir ansehe, wie das an den Menschen teilweise vorbeilief.
Dieses Wahlergebnis wird uns die Alternative betrachten lassen, denn es ist einfach, aus dem Dunkel zu feuern, aber sehr viel schwerer und auch kennzeichnender, im Licht der Öffentlichkeit zu stehen. Zwar ist das in der Oposition immer noch leichter, als in der Regierungsverantwortung, jedoch können sich die Menschen das schon einmal ansehen, was da als Alternative angeboten wird.

Und insofern finde ich den Einzug der Rechten ins Parlament eine gute Sache. Zum einen (ich sagte es schon), weil demokratisch gewählt (und Demokratie hat naturgemäß auch damit zu tun, was einem NICHT gefällt). Aber auch der Inhalte wegen; deswegen, weil sie dort sagen müssen, was für sie Sache ist. Und auch deswegen, weil die etablierten Parteien sich damit beschäftigen müssen, was für die Menschen wichtig ist.
Allerdings haben die Rechten dann heute schon mal mit der Selbstdemontage begonnen. So wie damals die NPD.

Ich finde es (demokratisch gesehen) auch gut, dass die SPD in die Oposition geht (was auch immer man von der SPD halten mag). Denn die stärkste Opositionspartei kann nicht die AfD sein. Zudem tut es einer Volkspartei mit Sicherheit gut, einmal länger nachzudenken.

Bei all der Schwarzmalerei, die heute zu lesen ist, sollte man EINES nicht vergessen:
7/8, sprich über 85% der Stimmen, sind auf andere Parteien entfallen.

Und ich hoffe, dass auch insofern nicht gilt …. „Nach der Wahl ist vor der Wahl“ …. als nicht noch jemandem einfällt, dass es Neuwahlen geben soll. Denn die Wähler haben entschieden, dass sich etwas ändern muss. Dann sollen auch diejenigen, denen das möglich ist, gefälligst diesen Auftrag annehmen. Die Parteien haben diese Verantwortung auszufüllen. Im Sinne der Menschen. Und nicht darauf bedacht, die nächsten Wahlen zu gewinnen. Diese könnten nämlich dann ein Ergebnis liefern, das jenseits der Vorstellung ist, und jenseits dessen, was für dieses Land gut wäre.

Es grüßt,
das Smamap (www.wkfm.eu – WasKeineFreudeMacht)

Freu mich echt über jede Nachricht !!!