Warum ich nicht glaube

Ich hab jüngst mich darüber ausgelassen, warum ich aus der katholischen Kirche jetzt definitiv austrete.

Wie man da lesen konnte, hat das nicht unbedingt mit meinem Glauben zu tun, sondern vielmehr damit, wie die Glaubenshüter das Ganze praktizieren.

Wenn ich das Thema schon anreiße, so muss ich ehrlicherweise schon auch anführen, dass es bei mir auch mit dem Glauben nicht so sehr weit her ist. Das trägt zumindest mit zum Austritt bei, auch wenn der hauptsächliche Grund, wie ausgeführt, anderer Natur ist.

Wenn man allerdings schon Blogs schreibt, so sollten sie auch vollständig sein.

Wie sehe ich also den „Glauben“?

Zunächst sollte ich einmal festhalten, dass ich von Haus aus eher ein Kopfmensch war. Einer, der immer versucht hat, die Dinge zu begreifen. Das hat sich erst in den letzten Jahren geändert, aber die Logik ist für mich immer noch ein Hauptbestandteil meines Lebens.

Und je mehr ich über meine Jugend hinauskam, umso mehr begann ich am mir zugewiesenen Glauben zu zweifeln. Zunächst einmal ausgelöst durch das Verhalten der Kirchenoberen.
Im Lauf der Zeit gaben mir allerdings auch so manche andere Dinge zu denken.

Zum einen gab mir zu denken, dass es auf dieser Welt etliche Glauben gibt, von denen jeder für sich in Anspruch nimmt, der einzig wahre Glauben zu sein. Warum sollte also ausgerechnet jener der kath. Kirche der einzig wahre sein?

Zum anderen gab mir zu denken, dass sich ein Schöpfer, Gott oder wie immer die Bezeichnung sei, ausgerechnet auf die Erde und uns Menschen konzentrieren sollte. Alles passierte hier. Jesus lebte unter den Menschen. Und der Rest des Universums?

Und noch was störte mich schon immer: Die Überlieferungen wurden von Menschen geschrieben. Und die haben die Wahrheit, nur die Wahrheit, und nichts als die Wahrheit geschrieben?

Ich kenne keinen einzigen Nachweis dafür, dass sich die wesentlichen Dinge zur damaligen Zeit wirklich so zugetragen haben, wie uns das berichtet wird. Ich weiß schon, wer glaubt, der braucht keinen Beweis! Tut mir leid, aber das ist mir zu wenig. Heerscharen von Menschen, Generationen über Generationen glauben, nur damit sich dann irgendwann rausstellt, dass das alles gar nicht so war?

Es wird immer so getan, als wäre es verwerflich, einen Beleg dafür zu fordern, dass man nicht etwas hinterher läuft, was gar keinen Bestand hat. „Glauben“ sei ein Wesensmerkmal des Menschen, und als genauso wirklich zu sehen, wie jede greifbare Wirklichkeit. DEM vermag ich nicht zu folgen.

Die Menschen sind viel zu schlecht, als dass ich davon auszugehen vermag, dass uns da nicht ein X für ein U vorgemacht wurde.

Es gibt viel zu viele Ungereimtheiten in all diesen Werken, und im Wirken der Kirche über die Jahrhunderte, als dass ich all das, was da geschrieben steht, für bare Münze nehmen könnte. Und die Tendenz des Menschen, alles das, was er sich nicht erklären kann, einem Übernatürlichen zuzuschreiben, die war immer schon gegeben.

Ja, ich vermag zu sehen, dass hinter der Großartigkeit des Universums, irgendetwas steht, das das Ganze auf den Weg gebracht hat. Denn dass es „einfach so“ entstanden ist, dem vermag ich dann doch nicht „einfach so“ zu folgen. WAS dieses „irgendetwas“ ist ….. keine Ahnung!

Dieses schier grenzenlose Universum braucht eine Basis. Soweit gehe ich mit. Aber sicher keine Basis, die sich auf unserer Erde abspielt, in Form eines göttlichen Wesens, dessen Einzigartigkeit wir Menschen mit Beschlag belegen, und die anderen Lebewesen des Universums sollen gefälligst sehen, wie sie auch „ohne“ zurechtkommen.

Ich halte es da eher mit Stephen Hawking:
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Unabhängig davon, hat natürlich jeder das Recht, seinem eigenen Glauben zu frönen. Gar keine Frage.

Jedoch nehme ich mir das Recht heraus, selbst zu entscheiden, ob ich an etwas glaube oder nicht. Und auch zu entscheiden, ob es überhaupt notwendig ist, einen Glauben zu haben. Die Zeiten, in denen es so war, in einen Glauben gezwungen zu werden, sind lange vorbei.

Es grüßt,
das Smamap

6 Gedanken zu „Warum ich nicht glaube#8220;

  1. moslems glauben, der koran wurde von allah geschrieben. das lassen sie sich auch nicht ausreden. hatte anfang september gelegenheit, mich mit einem moslem darüber zu unterhalten.

    mir ist „glauben“ auch nicht fremd, ich glaube an jesus, dass ein mensch mit seiner intention damals gelebt hat. der sender phoenix bringt oft zur weihnachtszeit dokumentation über jesus und die bibelgeschichten. und forscher haben schon festgestellt, dass manches was in der bibel erzählt wird auch zutreffen könnte.

    unsere urahnen hatten auch einen glauben, die glaubten an die götter wie die sonne oder den mond und die sterne. das glauben ist so alt wie die menschheitsgeschichte.

    sicher hat die wissenschaft etliches anders bewiesen wie zum beispiel charles darwin mit der evolutiontheorie.

    von mir kann ich sagen, mir schenkt gerade zu weihnachten der glaube einen gewissen frieden in mir, denn ich habe keine eigene familie und meine biologische familie funktioniert nicht, das hat sie noch nie.

    jeder mensch hat seine geschichte mit seiner familie, der eine hat eine gute, der andere eine schlechte geschichte.

    der glauben hilft manchmal in zeiten von not und elend. nur darf nicht nach dem warum fragen, darauf gibts keine antwort.

    zurzeit lese ich ein buch mit buddistischen geschichten. der herausgeber ist das buddistische seminar in bindlach, liegt wohl in bayern.

    die geschichten handeln davon, dass, wenn man reichtum besitzt man abgeben sollte. und bescheidenheit wird auch vermittelt. erinnert mich stark daran was in der bibel steht.

    • jeder braucht machmal etwas, woran er sich festhalten kann. Das sind meist Freunde und Familie. Für manche auch ein Glaube. Allerdings ist mir ein Glauben nur um des glaubens willen, einfach zu wenig. Da könnte man ja glatt auch an rosa Gummibärchen glauben, wenn einem das einer „beweist“.
      Und wenn ich an die verschiedenen Glaubensrichtungen auf der Erde denke, dann sind die alle zu Zeiten entstanden, als man auch daran glaubte, dass die Erde eine Scheibe ist.

      • seit dem religionsuntericht der ersten klasse glaube ich ja jesus. da meine familie nicht funktioniert, eine eigene habe ich aus vielen gründen auch nicht, bleiben mir nur die freunde.
        leider will ich sie nicht immer mit meinen problemen belasten, deswegen besuche ich einmal im monat eine psychologin zum aussprechen. hatte jetzt nix mit glauben zu tun, sorry.

        ich glaube, weil es halt gibt, wenn ich weihnachten allein verbringen muß zum beispiel, dann gehe ich in die 23 uhr messe und der ev. pastor der kirchengemeinde kann wunderbare geschichten und beispiele bringen, die dann auch gut tun.

        doch muß das glauben jedem selbst überlassen bleiben, soweit sind wir uns einig, nicht wahr liebe smamap1?

        ich bin ein altes „mädchen“ von 54 lenzen auf der suche nach austausch.

        • und ich bin ein alter „junge“, auch von 54 lenzen.
          Ja, ich kann das nachvollziehen, was du meinst, mit der Gruppe, und dem Pastor, und dem nicht alleine sein, und dem „gut tun“.
          Sowas braucht jeder. Das hat, finde ich, zunächst nichts mit „Glauben“ zu tun. Eig nur damit, geborgen sein zu wollen, und Ansätze zu erfahren, wie man ein Leben leben sollte, um froh sein zu können.
          Wenn man das „Glauben“ nennen will, dann gerne. Ich finde, es braucht keinen „Gott“ dazu, sondern eine Philosophie des Lebens. Das kann dadurch sein, dass man ehrlich lebt, mitmenschlich, mit anderen zusammen, einander hilft. Wer einem eine solche Lebensweise nahe bringt, ist letztlich egal. Ob der Pastor, die Mutter, der Nachbar oder wer auch immer.
          Auch schon unsere Ur-Vorfahren haben sicher versucht, so zu leben. Und die wussten mit Sicherheit noch nichts von „Glauben“

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