Warum möchte man(cher) sein Auto abschaffen ???

Hab kein Auto mehr, gebe monatlich keinen einzigen Euro mehr dafür aus, habe nur noch ein Rad, und komme überall dorthin, wo ich mit Auto auch hinkam. Dauert halt etwas länger. Aber wenn man die Zeit dazu hat ……

Jedenfalls gebe ich seit fast 6 Wochen keinen einzigen Euro mehr aus für KFZ-Steuer, KFZ-Versicherung, Sprit, Reparaturen, Reifen, Öl, Bremsen usw usf.

Was mich sehr zufrieden sein lässt, ist, dass ich, im Gegensatz zu früher, nicht Geld noch und nöcher anderen in den Rachen werfe, sei es dem Staat oder irgendwelchen Herstellern/Firmen. Wenn ich mir allein überlege, was ich an der Tanke jedesmal MITbezahlt habe, was mit meinem Auto direkt gar nix zu tun hatte (zusätzliche Steuern, Abgaben etc.) und in den Bilanzen welcher Konzerne meine KFZ-Ausgaben als Gewinn erschienen, dann wundert mich, warum ich den Schritt, mein Auto abzuschaffen, nicht schon früher gemacht habe.

Was mich zudem sehr zufrieden sein lässt, ist, dass ich die Umwelt nicht mehr mit einem Auto schädige.

JA es braucht ein stückweit Aufgabe von Bequemlichkeiten. Es braucht mehr Zeit. Es braucht Überwindung des inneren Schweinehundes. Es braucht Bewusstsein dafür, dass es nicht eben mal möglich ist, in 5 Min. irgendwo zu sein. Und JA, es braucht auch einen Ort an dem man lebt, der einem in der näheren Umgebung alles das bietet, was man braucht.

Und damit komme ich zu dem, um was es in meinem Blog hauptsächlich gehen soll: Die Erfahrungen, die man so macht. Tag für Tag. Natürlich auch manches Mal grundsätzliche Gedanken zum Thema oder auch zu einem Thema, das nur am Rande damit zu tun hat.
Wird sich rausstellen, was da alles kommt!

ALSOOOOO ……….
Ich lebe in einer Kleinstadt in unmittelbarer Nähe von Hof. Liegt in Oberfranken, (Nordbayern, für diejenigen, denen das nix sagt). Ist ein Ort mit etwa 7.500 Einwohnern, liegt auf 500 – 700 m Meereshöhe, je nachdem, wo man sich grade befindet.
Und ich finde, es ist hier, zumindest für mich, fast ideal. Hab alles in meiner Umgebung, was ich so brauche, und zwar zu Fuß erreichbar oder raderreichbar: Bäcker, Einkaufsmöglichkeiten, Bahnhof, Cafe, Post, Bank, Arzt, Rathaus, Baumarkt, Einzelhandel etc.

Bis vor wenigen Wochen hab ich das Meiste davon mit dem Auto angefahren. Heute mache ich Vieles zu Fuß oder mit dem Rad.

Und was soll ich sagen: Es tut mir gut.
Es ist ein gutes Gefühl, etwas für den eigenen Körper zu tun, Ein gutes Gefühl am Monatsende zu wissen, ich habe mindestens 150 € NICHT ausgegeben, was im Umkehrschluss natürlich auch bedeutet, dass man für andere Dinge mehr zur Verfügung hat.
Und ich für meinen Teil, gönne mir z.B. schon das eine oder andere Mal einen Cappucchino oder (jetzt im Sommer) ein Eis. Das war früher nicht möglich, denn mit geringem Einkommen muss man sich sehr nach der Decke strecken, und wenn man ein Auto finanzieren muss, dann ist der Raum halt ziemlich niedrig :)))
Oder einfach mal etwas für die eigenen Wohnung anschaffen, und sei es nur eine Kleinigkeit. Oder ein Kleidungsstück, das einem gefällt.
Mir ist klar, dass andere, mit entsprechendem Einkommen, eine ganz andere Situation haben, und deshalb Manches auch anders sehen. Jeder muss sich eben nach der eigenen Decke strecken.

Alles in allem, fällt es einem solchen Menschen, wie mir, leichter, das Leben ein kleines Stück weit zu genießen.

Und zudem entschleunigt sich das Leben ganz gehörig. Früher bin ich an Vielem einfach mit dem Auto vorbeigerauscht. Und jetzt halte ich öfter mal irgendwo inne, und schau mir die Dinge an. Ich sehe Sachen, von denen hab ich früher gar nicht gewusst, dass es sie hier im Ort gibt.

Zugegeben, das alles wäre jemandem, der 50 KM entfernt arbeitet oder gar am anderen Ende der Welt, nicht möglich. Unsere Gesellschaft ist halt nun mal auf Mobilität ausgerichtet. Nur gehöre ich jetzt zu denjenigen, die für sich, AUCH weil möglich, entschieden haben, es ohne Auto zu machen. Also Arbeitsstellen vor Ort bzw. mit Rad erreichbar. Und wenn ich doch mal weiter weg muss, dann gibt es Bus oder Bahn, was auch bedeutet, dass ich mir dann eben die Zeit nehmen muss, die es braucht, um mit der Bahn z.B. nach Bayreuth zu fahren.

Und noch eine Voraussetzung braucht es wohl (andere mögen mich da berichtigen, falls es doch nicht so ist): Ich lebe alleine.

Tja, und was man da so alles erlebt, wenn man ohne Auto unterwegs ist, dazu dann ein andermal. Wobei ich mir schon fest vornehme, hier 1-2 Mal pro Woche zu schildern, was mir so widerfährt, und was so alles drumherum an Themen auftaucht.

Es grüßt,
das Smamap

Freu mich echt über jede Nachricht !!!