Was versäumt man ohne Auto ?

Die Frage ist mehr ironisch gemeint.

Sie kam mir in den Sinn, wie ich vorhin gelesen habe, dass heute Hacker die Zulassungsbehörden mancherorts im Norden lahmgelegt haben.

Gut, ich muss da nicht mehr hin, aber so manche Bilder/Erlebnisse hat man schon noch im Kopf. Die tauchen anlässlich einer solchen Meldung wieder auf.

Wie war das immer? Den ersten Kontakt hier mit „meiner“ KFZ-Zulassung hatte ich damals (muss so 2007 gewesen sein), als ich hier in Oberfranken das erste Fahrzeug anmeldete. Kann mich noch lebhaft dran erinnern, wie ich da i-wann am Vormittag reinmarschierte, noch in der kühnen Hoffnung, rechtzeitig zum Mittagessen wieder zuhause zu sein…….Pfeiffendeckel!

Selbstverständlich waren dort alle Schalter besetzt, und es wurden, zeitlich gesehen, auch alle Reserven in der Bearbeitung der Vorgänge ausgeschöpft. Und natürlich musste man nicht zwischendurch zur Kasse, 2 Stockwerke höher, um dort zu bezahlen, was freilich auch mit keinerlei Wartezeit verbunden war. Und Gleiches galt für die Schilderbeschaffung. Alles in allem, kann man also mit Fug und Recht behaupten, dass damals alle Ressourcen erschlossen wurden, um keine Wartezeiten entstehen zu lassen.

Aber Mann ist ja lernfähig :))))
Beim nächsten Mal wollte ich es ganz schlau anstellen, und kam schon früh morgens, um halb 8, zu Beginn der Öffnungszeit. NUR ….. DIE Idee hatten so manch andere auch. Und wenn dann zu der Zeit nur 1-2 Schalter besetzt sind, ergibt das natürlich üüüüüüberhaupt keine Wartezeit.

I-wie ist es schade, dass ich diese ganzen Errungenschaften der modernen Bürokratie nicht mehr genießen kann. Ganz zu schweigen von der Kostenlosigkeit des Ganzen. Man geht ja als braver Steuerzahler da hin, und denkt (man möge mir meine Naivität verzeihen), dass sich die Kosten, ob der vielfachen staatlichen Abgaben, auch und v.a. im Bereich der Fahrzeughaltung, sehr im Rahmen halten. Wenn man dann das Etablissement verlässt, und hat Beträge ausgegeben, für die man sich gut eine Woche mit Lebensmitteln versorgen könnte, dann ist man eines Besseren belehrt.

In schockartigem Zustand denkt man in diesem Moment noch überhaupt nicht an die Höhe der KFZ-Steuer, die da ja auch noch auf einen zukommt.

Alles zusammengenommen hatte ich damals mit Steuer und Anmeldung über 400 € abzudrücken.
Der Fairness halber muss man sagen, dass das zuletzt nur noch 350 € waren.

Als ich mein letztes Fahrzeug jetzt abmeldete, musste ich dafür „nur“ 15 € berappen. Die Frage, wofür denn überhaupt, die kam mir selbstverständlich nicht :)))

Es gibt ja den Spruch „wer auf Reisen geht, der hat was zu erzählen“. Das gilt, seltsamerweise, auf für solch eine Behörde. Ich hätte da so einige Stories auf Lager. Die letzte war die, dass ich jetzt bei der Abmeldung auf die Situation traf, dass gleich mal zu Beginn die Software nicht lief, die für die Ausgabe der Wartenummern zuständig war. Ich konnte dann sehr schon am Bildschirm mitverfolgen, wie der Systembetreuer per Fernwartung verzweifelt versuchte, die Software wieder zum Laufen zu bekommen. Als EDV-Mensch kennt man sich da ja „ein klein wenig“ aus.

Jedenfalls, wenn ich nicht genau gewusst hätte, wer alles vor mir gewartet hatte, bevor das Theater seine Pforten öffnete, dann würde ich wahrscheinlich heute noch dort sitzen, und darauf warten, dass eines der beiden ausführenden Organe meine Nummer aufrufen würde. Ich weiß noch die ratsuchenden Gesichter des restlichen Wartesaales, wer den jetzt wohl dran sei.

Wie auch immer, das waren schon Erlebnisse. Und jetzt soll ich ohne all diese auskommen. Schon schwierig :(((((

Was ja am Besten war, und wo ich dann doch schallend lachen musste, war, wie ich dann 3 Wochen später einen Schrieb vom Zoll bekam (der ist ja jetzt zuständig für die KFZ-Steuer), worin mir offenbart wurde, dass ich noch 2 € an KFZ-Steuer zu entrichten hätte. Was ich dann als braver Staatsbürger auch tat.
Offenbar ist den Behörden bis heute noch nicht aufgegangen, dass Bearbeitung, Versand und alles weiter damit Zusammenhängende, ein Vielfaches davon kostet.

Ich glaub, sowas nennt man „kaufmännisches Denken“.

Und jetzt fahr ich also Rad (wenn ich nicht grad zu Fuß gehe).
Bin mal gespannt, wann die Herrschaften drauf kommen, dass man auch dafür irgendeine Abgabe erheben könnte. V.a. nachdem ja jetzt die PKW-Maut erstmal auf Eis gelegt wurde, nachdem VÖLLIG ÜBERRASCHEND die EU Einwände hat. Genauso wie jedes Jahr wieder Weihnachten VÖLLIG ÜBERRASCHEND auf den 24. Dezember fällt.
Irgendwas werden sie sich schon einfallen lassen, wenn jetzt die PKW-Maut nicht kommt. Denn irgendwoher müssen die Mrd. ja kommen, die für Griechenland benötigt werden. Wer da gar vermutet, die Oberen würden ihre Gehälter und Diäten mal um 50% kürzen, der hat auch im Kalender eingetragen, dass 2016 Ostern und Pfingsten auf einen Tag fällt.
Und zum Thema „Griechenland“ hätte ich jetzt so EINIGES auf der Pfanne, aber ich krieg grad die Kurve nicht recht, dahin, was das mit Radfahren zu tun haben könnte (aber was nicht ist …….).

Wenn jetzt jemand vermutet, dass ich insgeheim ein klein wenig Groll hege, gegen so manche Verfahrensweisen unser Damen und Herren Politiker und Behördenoberen, das wäre natürlich VÖLLIG an den Haaren herbeigezogen.

Und WAS versäumt man noch ohne Auto? Das zu beantworten, dafür gehen mir jetzt für heute die Buchstaben aus. Das muss bis Demnächst warten.

Es grüßt,
das Smamap

Freu mich echt über jede Nachricht !!!