Weihnachten

Er war 2x verheiratet gewesen.

Letztlich war wohl alles dazu bestimmt gewesen, schließlich alleine zu sein.

An Weihnachten spürte er das mehr als sonst.

Trotzdem, oder vielleicht erst recht, wollte er an Weihnachten den Menschen, die ihm etwas bedeuteten, Geschenke zukommen lassen.

Es machte ihn glücklich.

Nicht alle sahen das SO, wie er selbst. Manche mochten es nicht, Geschenke zu bekommen.

Doch er ließ sich nicht davon stören.

Es war nicht viel, was er geben konnte, denn er hatte selbst nicht viel.

Dieses Jahr hatte er alles, bis auf den letzten Cent, für die Geschenke ausgegeben. Es reichte grade noch für das, was er bis zum Monatsende zum Leben brauchte.

Diese Einstellung hatte er immer schon gehabt. Damals, als er noch in Lohn und Brot stehen konnte, und nicht wenig verdiente, da fiel ihm das leichter. Doch auch jetzt ließ er es sich nicht nehmen.

Es war ein schönes Gefühl, ein Lächeln auf den Lippen der Beschenkten zu sehen. Und ihm wurde es dabei immer warm um´s Herz. Allein die Vorfreude darauf war es schon wert.

Manches Mal wurde ihm zwar das Gefühl zunichte gemacht, indem er zurechtgewiesen wurde, dass man nicht beschenkt werden wollte. Oder aber er spürte, dass es nicht das Geschenk war, das man sich erhofft hatte.

Doch meistens funktionierte es.

So wie vor Kurzem an der Kasse im Supermarkt: Ein kleiner Junge hatte sich, offenbar von seinem eigenen Geld, etwas gekauft, und konnte es scheinbar nicht erwarten, endlich mit seinen Sachen, die er sich selbst gekauft hatte, nach draußen zu gelangen. Die Frau an der Kasse sagte ihm aber, dass sie noch einen Euro zu bekommen habe. Der Junge aber hatte ihr alles Geld gegeben. Verzweiflung stand ihm in´s Gesicht geschrieben.

Und so tippte er dem Jungen auf die Schulter, und als dieser sich umsah, zeigte er ihm einen Euro, drückte ihm den in die Hand, und sagte: DA, den schenke ich dir.

Das Strahlen auf dem Gesicht des Jungen, war etwas, was wohl niemand so schnell vergessen würde. Er verdrückte sich eine Träne, murmelte ein unbeholfenes „Danke“, und verschwand mit seinen Sachen.

Schenken kann etwas wundervolles sein. Man kann so viele Sachen schenken. Es muss nicht Geld sein. Es kann auch ein freundliches Wort sein. Ein Gefühl. Etwas unerwartet Schönes. Oder gar Zuneigung in ihren manigfaltigen Formen.

Und DAS, was man dafür bekam, so klein es auch sein mochte, war unbezahlbar. Zumindest in seinen Augen.

Und SO kann eigentlich jeder Tag ein „Weihnachten“ sein.

 

3 Gedanken zu „Weihnachten#8220;

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