Welsh Open – und das TV

Gestern berichtete ich HIER über die Welsh Open, das aktuell stattfindende Snooker-Turnier in Wales.

Häufig werden die Berichterstattungen über derlei Veranstaltungen im frei empfangbaren TV ausgestrahlt (obwohl man heute vom Wortsinn her genau genommen nicht mehr über „Strahlen“ sprechen kann).

Nachdem Eurosport die Exklusivrechte für Snooker für Deutschland besitzt, sind solche Übertragungen dann über Eurosport 1 zu sehen.

Allerdings hat Eurosport auch noch einen 2. Kanal, nennt sich dann eben Eurosport 2, über den Teile dieser Veranstaltungen übertragen werden. Eurosport 2 kann man aber nur empfangen, wenn man Bezahl-TV gebucht hat. Alternativ geht es auch über’s Netz, was genauso kostet.

Und damit bin ich bei einer Unart heutiger Tage: Es wird immer mehr versucht, die Menschen zum Bezahlfernsehen zu locken, um nicht zu sagen, zu nötigen.

Es ist z.B. so, dass wesentliche Teile der Endspiele in Wales nur über den Bezahlkanal ausgestrahlt werden. Wenn also jemand die bisherigen Matches in aller Regel sich angesehen hat, und möchte jetzt auch den Rest sehen, dann ist er fast dazu gezwungen, einen Bezahlkanal zu buchen.

Das nenn ich dann Bezahlfernsehen durch die Hintertür.

Das ist etwa so, als würde die Fußball-WM im Öffentlich Rechtlichen übertragen, und für das Halbfinale und das Endspiel muss man dann bezahlen, ohne dass dies groß angekündigt gewesen wäre.

Es kann bei Eurosport auch passieren, dass der Sender plötzlich beschließt, weil ein übertragenes Tennisspiel länger dauert als gedacht, dass das angekündigte Snooker-Match einfach entweder nicht gesendet, später gesendet, gar nicht gesendet oder aber auf den Bezahlkanal umgelegt wird.

Die Sportarten wären dabei natürlich nach belieben austauschbar.

Ich möchte damit nur ausdrücken, dass ich es als ziemlich fragwürdig ansehe, wenn heute Medien den Zuschauer nach Belieben behandeln. Selbstverständlich kann jeder Sender, innerhalb gewisser Grenzen, sein Programm planen. Jedoch sollte dem dort eine Grenze gesetzt sein, wo es darum geht, Zuschauer auszusperren, etwa weil das Programm nur gegen Bezahlung zu sehen ist.

Ich bin nicht gegen PayTV. Wer mehr will, soll auch mehr bezahlen.
Aber es sollte das Motto gelten: Entweder ganz oder gar nicht.
Sonst sind wir irgendwann so weit, dass es Teile bestimmter wesentlicher Informationen nur noch gegen Bares gibt. Also eine X-Klassen-Gesellschaft.

Für mich bedeutet das, dass ich bezahltes Snooker nicht verfolge. Schlicht deswegen, weil ich es mir nicht leisten kann.

Es grüßt,
das Smamap

Freu mich echt über jede Nachricht !!!