Weniger ist mehr

oder

es lebt sich besser, mit leichtem Gepäck (wie HIER wieder zu erlesen ;))

Weniger ist mehr ist schon seit Jahren sowas wie mein Wahlspruch. Einfach deswegen, weil es sich angenehmer leben lässt, wenn man ihn beherzigt.

Hab mich ja auch schon manchmal hier darüber ausgelassen.

Oft ist das eine Intuition, der man folgt.

Wenn man allerdings der Logik folgt, dann ist das auch aus dieser Sicht nachvollziehbar.

Nehmen wir als Bsp. den Mann mit Haus, Grundstück und 2 Autos.
Ständig ist er dabei irgendwas zu erledigen, in Stand zu halten, zu reparieren, anzuschaffen, enorm Zeit zu investieren usw usf. Er hat sich das alles einmal angeschafft, weil er meinte, es haben zu müssen. Und muss ständig das alles tun, was zu tun ist, ob er nun will oder nicht.
Das alles hat auch immer mit viel Geld zu tun. Geld, dass er natürlich verdienen muss.

Also ein ganzer Haufen an „müssen“.

Das sind dann meistens auch Menschen, die sich nicht mehr in Ruhe hinsetzen können, um einfach mal 5 Minuten die Beine hoch zu legen.

Oder die Hausfrau, die Unmengen an Geschirr, Töpfen und sonstwas ihr eigen nennt. Ständig ist sie in der Küche beschäftigt. Es wird gebacken und gekocht (wozu hat man das auch alles), es wird umgeräumt, man muss mal das ein oder andere Stück ersetzen. Es braucht natürlich auch eine entsprechend große Küche dazu, mit x Schränken, die ihrerseits in Schuss gehalten werden müssen.

Der nächste hat haufenweise DVDs. Die müssen untergebracht, archiviert und sortiert sein. Es braucht diverse technische Gerätschaften, die ihrerseits wieder in Schuss gehalten werden müssen. Und das alles kostet natürlich überhaupt nichts.

Oder etwa die Frau mit 5 Kleiderschränken voll Klamotten. Klamotten, die natürlich immer wieder mal durchgesehen werden müssen, ob die Sachen noch passen. Außerdem braucht man zu allem Möglichen dann auch passende Schuhe. Und dann hat man ja auch noch was gesehen, was zu diesem und jenem passen würde. Auch hier alles zum Nulltarif erhältlich, ohne dass man das Geld dafür heranschaffen müsste.

Nichts gegen ein Hobby, aber viele Menschen suchen im „Haben“ ihre Erfüllung, ihren Sinn, und stopfen ihr Leben voll mit Sachen, die sie nicht brauchen, und rennen dann ständig diesen Inhalten hinterher, mit allen Konsequenzen, die sich daraus ergeben, um sich dann irgendwann die Frage zu stellen, was sie da überhaupt machen, und ob ihnen das Zufriedenheit bringt.
In sehr vielen Fällen müssen sie diese Frage dann mit NEIN beantworten. Und die Frage anschließen, warum sie ihr Leben und ihre Energien damit verschwendet haben.

Das, was im Großen so ist, findet sich auch im Kleinen wieder.
Wir haben von Vielem zu viel. Müssen das irgendwo unterbringen, müssen uns auf die ein oder andere Weise darum kümmern bzw. immens Energien und Zeit dafür aufbringen.

Ich stelle das immer wieder auch bei mir selbst fest:
Ich habe zig Uhren in meiner Bude. Uhren die ich immer wieder umstellen muss, die Batterien brauchen, die ihren Platz benötigen, die mich auf die ein oder andere Weise immer wieder beschäftigen.Oder …. ich habe etwa ein Dutzend Kugelschreiber. Normalerweise alle in einem Glas. Es dauert allerdings nicht lange, dann liegt einer hier, ein anderer dort, einen finde ich im Bad, den nächsten in meiner Jackentasche, usw. Immer wieder räume ich die dorthin, wo sie eigentlich sein sollten.
Und so wie mir das mit den Kugelschreibern geht, geht mir das mit vielen anderen Dingen: Etwa die vielen Schrauben, die ich mein Eigen nenne. Das Umfangreiche Kabelsortiment, mit x Dreifachsteckern. Alles Dinge, die kein Mensch braucht.
Klamotten (hab eh nicht so viele), die ich seit vielen Monaten nicht mehr getragen habe, und für die, mit viel Aufwand, ein Schrank gefertigt wurde, nur damit die da drin hängen/liegen.

All das zeigt, dass wir unser Leben mit Dingen füllen, die uns Zeit, Geld, Aufwand, Sorgen und vieles mehr kosten, und uns von dem abhalten, was wir eigentlich zu erreichen versuchen: Ein zufriedenes Leben.

Ständig heißt es, ich muss noch ……. bla bla bla. Und man trägt auch ständig das Gefühl mit sich herum, zu irgend etwas gezwungen zu sein, um das aufrecht zu erhalten, was man hat.
Oder aber der Tag ist plötzlich zuende, weil es Vieles zu tun und zu schaffen gab, ohne dass man zu dem gekommen wäre, was man sich eigentlich gewünscht hätte.

Mittlerweile habe ich alle diese Dinge abgeschafft bzw. bin dabei.

Ziel: 2 Uhren in der 40 m² Miet-Wohnung, 2 Kugelschreiber, nur noch die Klamotten, die ich wirklich regelmäßig anziehe, 5 Paar Schuhe, ein ganz normales Fernsehgerät, kein Auto, ein Fahrrad, 2 Töpfe, 2 Pfannen, von jeder Geschirrart (Teller, Tasse, Besteck) 2 Exemplare, kein Wohnzimmerschrank (nur eine etwas größere Kommode), eine 2-Sitzer-Couch usw usf

Nur das, was ich wirklich zum Leben brauche, ohne jetzt spartanisch zu werden. Ich habe mir also so Fragen gestellt wie:
Wozu brauche ich in der Stadt ein Auto
oder
wozu brauche ich eine Immobilie (ev. dazu um 2-3 Mieten auszugeben, für Bank, Instandhaltung etc)
oder
wozu brauche ich eine Wohnzimmerschrankwand
oder
wozu brauche ich ein 30-teiliges Service
………

Ich habe das, FÜR MICH, so beantwortet, dass ich all das nicht brauche. Vielmehr brauche ich die Möglichkeit, mein Leben so zu gestalten und jeden Tag zu leben, dass ich zufrieden sein kann, und nicht all das haben zu müssen, was mir Wirtschaft, Gesellschaft, Nachbarn etc. so vorgeben, so dass ich ständig das Gefühl habe, ich muss muss muss dieses und jenes haben und tun und noch erledigen.

Wenn ich nicht jeden Tag, jahrein – jahraus, mich mit völlig Unnötigem beschäftigen muss, dann habe ich mehr vom Leben. Vom Leben, das an einem Tag X vorbei sein wird, und dann ist es zu spät um noch glücklich und zufrieden zu leben, und sich auf das zu konzentrieren, auf was es WIRKLICH ankommt.

Und dabei war noch nicht einmal die Rede davon, mit welch sinnlosen Dingen wir uns ständig herumschlagen müssen, weil uns Behörden damit überziehen.
Und es war auch noch nicht die Rede davon, was wir uns selbst antun, durch Nikotin, Alkohol und Übergewicht. Und von Beziehung war auch noch nicht die Rede.

Es grüßt,
das Smamap

Ein Gedanke zu „Weniger ist mehr

  1. Herzlichen Dank für Dein Reblogging und was Du dazu geschrieben hast, Das ist schon ein eigener Artikel, einfach wunderbar hast du das geschrieben.
    LG

Freu mich echt über jede Nachricht !!!