Zeitreise

Machen wir eine kleine Zeitreise …..

Stellen wir uns einen Mann vor, der 1989 in einem mittelständischen Unternehmen als „EDV-Mensch“ anfängt.

Dort ist es üblich, dass Mitarbeiter einen PC gestellt bekommen.

Und so bekommt er das Neueste, was verfügbar ist: Einen Laptop mit monochromem LCD-Flachbildschirm mit einer Auflösung von 640 x 480 Punkten. Das Gerät der Marke Goupil hat ein 3,5″ Diskettenlaufwerk für HD-Disketten, eine nahezu riesige Festplatte mit sage und schreibe 20 MB (ich betone MEGAbyte) und 256 KB Arbeitsspeicher.

Als Betriebssystem wird auf der Festplatte MS-DOS 2.0 installiert.

Man lasse sich das nochmal auf der Zunge zergehen: State of the art waren 20 MB Festplattenkapazität, 256 KB Arbeitsspeicher und 3,5″ Diskettenlaufwerk.

Das Gerät, so er es denn hätte kaufen müssen, kostete damals ein Irrsinns-Geld (man möge es dem Mann verzeihen, dass er die Summe nicht mehr weiß).

Alles, was er damals auf dem bzw. irgendeinem PC zu machen hatte, ging über Kommandozeilen-Befehle. Wenn er also in einem Verzeichnis „bilder“ ein Unterverzeichnis „urlaub“ anlegen wollte, dann ging das über folgende Befehle/Tastatureingaben ….

cdbilder
md Urlaub
cd..

Damit stand man, wie zuvor auch, wieder im Hauptverzeichnis der Festplatte, namens C:

Wollte man nun ein Bild „meer.jpg“ von der Diskette in eben jenes Urlaubsverzeichnis kopieren, so war nötig …..

copy a:meer.jpg c:bilderurlaub

Zu beachten war freilich, dass sämtliche Namen von Verzeichnissen und Dateien nicht länger wie 8 Zeichen sein durften.

Das alles waren einfache Aktionen, für die man aber ebenso wie für kompliziertere Dinge die Befehlsfolgen kennen musste. Derlei war damals noch das Wissen der Eingeweihten. Von graphischer Benutzeroberfläche war weit und breit noch nichts zu sehen (zumindest für die Meisten). Wenn man den PC einschaltete, dann kam nach ca. 10 Sekunden in der Regel der sog. Eingabe-Prompt, eben jenes o.g. C: und wartete auf die Benutzereingabe.

Letztere konnte natürlich auch in einem Programmaufruf einer Software von der Festplatte bestehen. Wenn man also etwa das Kommando „text“ eingab, dann startete womöglich ein Programm gleichen Namens (sofern vorhanden). Damalige Software war optisch ziemlich grob gearbeitet, wegen der geringen Bildschirmauflösung, die zur Verfügung stand.

Grob 25 Jahre später, hat besagter Mann Folgendes zur Verfügung: Farbbildschirm mit einer Auflösung von 1280 x 1024, eine Festplatte von in der Größe 1 TB (=Terrabye=1000 x 1000 MB) eine graphische Benutzeroberfläche (=Windows), eine Maus dazu, und anstelle des Diskettenlaufwerks eine Micro-SD-Karte mit 64 GB (=Gigabyte). Natürlich auch ein DVD-Laufwerk bzw. einen Brenner. Und diese Ausstattung ist bei weitem nicht das Ende der Fahnenstange, sondern soll nur mal ansatzweise deutlich machen, in welcher Richtung heute „state of the art“ liegt.

Um die stattgefundene Entwicklung nur mal anzudeuten: Die SD-Karte hat, grob gesagt, das 45-tausendfache der Kapazität einer damaligen Diskette und ist dabei nur 1/4 so dick und hat nur (geschätzt) 1/20-igstel der Größe der damaligen Diskette
(ich hatte eben leichte Probleme, auszurechnen, um wieviel die SD-Karte die Diskette in der Kapazität übersteigt).

Heute hat besagter Mann eine graphische Benutzeroberfläche, auf der er o.g. Urlaubsordner per Mausklick anlegt, und besagtes Bild, ebenso per Mausbedienung, in den Ordner verschiebt.

Könnten wir diese Zeitreise wirklich machen, und würden diesem Menschen von damals erzählen von USB-Sticks, von Maus, von graphischer Benutzeroberfläche, von SD-Karten, von DVD-Brennern, von Farbbildschirmen, von Betriebssystemen, die mit Sprache gesteuert werden können, und und und …. dieser Mann hätte vermutlich als erstes an die Männer mit den weißen Jacken gedacht.

Und genauso gilt: Wenn ein Mann aus dem Jahre 2040 eine Zeitreise machen könnte, und würde uns heute erzählen, was er in seiner Zeit im Computer-Bereich alles zur Verfügung hat, dann würden auch wir ihn für verrückt erklären. Wir müssen uns vorstellen, dass wir in derselben Ungläubigkeit verharren würden, wie jener Mann aus 1989.
Doch einen Unterschied wird es wahrscheinlich geben: Es wird vermutlich nicht bis 2040 dauern, bis derselbe Entwicklungsabstand im IT-Bereich erreicht wäre, wie er aus heutiger Sicht von 1989 besteht.

Ich habe nur ein Bedenken ….. wenn wir auf der Welt so weitermachen, wie bisher, dann erscheint es mir, als hätten wir 2040 ganz andere Probleme, als die Technik weiterzuentwickeln.

Es grüßt,
das Smamap

2 Gedanken zu „Zeitreise#8220;

  1. Ich hab auf nem 286er begonnen (bin aber auch bisschen jünger) 😀 Den Festplattenplatz von 20MB konnte man ja irgendwann mit einer Einstellung verdoppeln 😉
    Ich vermute aber auch, dass 2040 die Technik unser geringstes Problem sein wird…

Freu mich echt über jede Nachricht !!!